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Weikersheim - Weilen



Weil.

1) Weil der Stadt, Stadt, s. Weilderstadt. ‒2) Weil in Baden, Dorf im bad. Kreis und Amtsbezirk Lörrach, an der schweiz. Grenze, an der Wiese, dem Fuß des Tüllingerberges und der Linie St. Ludwig-Lörrach der Bad.

Staatsbahnen, Sitz eines Zollamtes, hat (1895) 1674 E., darunter 275 Katholiken, Postagentur, Telegraph, große Lagerhallen, Sparkasse;

Seiden-und Baumwollfärberei und -Appretur, Brennerei, Landwirtschaft und Weinbau. – 3) Königl.

Lustschloß und Gestüt bei Eßlingen (s. d.) in Württemberg.

Weil,

Gustav, Orientalist und Historiker, geb. zu Sulzburg im bad. Oberlande, studierte in Heidelberg Geschichte und Philologie, dann in Paris orient. Sprachen, war 1830‒36 im Orient, besonders in Kairo, wurde dann Kollaborator an der Universitätsbibliothek und Docent der orient. Sprachen in Heidelberg. 1838 wurde er Bibliothekar, 1848 außerord. Professor und 1861 ord. Professor der orient. Sprachen. Er übersetzte «Samachscharis goldene Halsbänder» (Stuttg. 1836) und «Tausend und eine Nacht» (4 Bde., ebd. 1837‒41; 3. Aufl. 1866). Ferner schrieb er: «Die poet. Litteratur der Araber» (ebd. 1837),

«Mohammed der Prophet, sein Leben und seine Lehre» (ebd. 1843),

«Geschichte der Chalifen» (5 Bde., Heidelb. und Stuttg. 1846‒62),

«Histor.-kritische Einleitung in den Koran» (Bielef. 1844; neue Aufl. 1878),

«Biblische Legenden der Muselmänner» (Frankf. a. M. 1845),

die Übersetzung von «Ibn-Ishaks Leben Mohammeds, bearbeitet von Ibn-Hischam» (2 Bde., Stuttg. 1864),

«Geschichte der islamit. Völker von Mohammed bis zur Zeit des Sultans Selim» (ebd. 1866). Weil starb zu Freiburg i. Br.

Weil,

Henri, Philolog, geb. in Frankfurt a. M., studierte in Bonn und Berlin, kurze Zeit auch in Leipzig, dann in Paris, wo er sich naturalisieren ließ und 1845 Docteur ès lettres, 1848 Agrégé des facultés wurde. Er lehrte zuerst in Straßburg, dann in Besançon an der Faculté des lettres als Suppléant, als Chargé de cours und als ord. Professor. Seit 1876 ist er Professor der griech. Litteratur zu Paris an der École normale supérieure und an der École des hautes-études. 1882 wurde er Mitglied der Académie des inscriptions et belles-lettres.

Seine Hauptschriften sind: «De l’ordre des mots dans les langues anciennes, comparées aux langues modernes» (Par. 1844; 3. Aufl. 1879),

«Théorie générale de l’accentuation latine» (mit L. Benloew, Par. und Berl. 1855),

eine Ausgabe des Äschylos mit lat. Kommentar (2 Bde., Gieß. 1861‒67; neue Bearbeitung, Lpz. 1884),

von sieben Tragödien des Euripides mit franz. Kommentar (Par. 1868; 2. Aufl. 1879),

mehrern Reden des Demosthenes: «Les harangues de Démosthène» (ebd. 1873; 2. Aufl. 1881),

«Les plaidoyers politiques de Démosthène» (2 Bde., 1877‒86),

«Études sur le drame antique» (ebd. 1897).

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