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Tritonus - Triumvirn



Triumph

(lat., eigentlich «Dreischritt», übertragen vom festlichen Tanzschritt), der feierliche Einzug des siegreichen Feldherrn im alten Rom. Anspruch auf den Triumph hatte rechtlich jeder höchstkommandierende siegreiche Magistrat (später nur wenn 5000 Feinde gefallen waren), doch bedürfte es dem Herkommen nach für die Abhaltung eines Senatsbeschlusses, der die Mittel aus dem Ärar anwies und dem Beamten die volle Amtsgewalt (Imperium) für diesen Tag im heiligen Stadtbezirk verlieh.

Der Festzug mit Magistrat und Senat an der Spitze zog nun durch die Porta Triumphalis hinauf zum Kapitolium. Den eigentlichen Zug eröffneten gewöhnlich Musiker und Sänger. Es folgten die erbeuteten Schätze, die von den abhängigen Staaten dem Triumphator geschickten goldenen Kronen, Inschriften und bildliche Darstellungen, die sich auf seine Thaten bezogen, dann die zum Opfer bestimmten weißen Stiere, darauf die Gefangenen in Ketten, hinter ihnen die Liktoren in purpurner Tunika und die Fasces mit Lorbeeren umwunden.

Nun erst kam nach einem Chor von Musikern auf prächtigem Wagen der Triumphator selbst, auf dem Haupte einen Lorbeerkranz, in der einen Hand einen elfenbeinernen Stab, dessen Spitze ein Adler schmückte, in der andern einen Lorbeerzweig, in einer mit aufgelegten Goldfäden gestickten purpurnen Tunika und einer ebenfalls purpurnen mit goldenen Sternen verzierten Toga. Den Wagen zogen in der Regel vier Schimmel. Hinter dem Triumphator folgten seine Söhne und Töchter, seine Legaten und Tribunen zu Pferd, hierauf das siegreiche Heer, Loblieder, aber auch nach altröm. Sitte derbe Spottlieder auf den Feldherrn singend. Auf dem Kapitol dankte der Triumphator dem Jupiter, opferte ihm und weihte ihm den Lorbeer der Fasces und den Lorbeerzweig, den er in der einen Hand trug, später statt dessen eine Palme. Seit Augustus den Tempel des Mars Ultor erbaut hatte, wurden in diesem die Insignien des Triumph niedergelegt.

Die Pracht der Triumph steigerte sich in den spätern Zeiten der Republik ins Ungemessene. Nach 71 n. Chr. feierten nur noch Kaiser Triumph Über die gefeierten Triumph wurden Verzeichnisse geführt, die sog. Fasti triumphales", die zum größten Teil in einer aus Augustus' Zeit stammenden Redaktion auf uns gekommen sind (herausgegeben im «Corpus inscriptionum latinarum», I). Man zählte von Romulus bis auf Diocletian ungefähr 350 Triumph. Eine geringere Art des Triumph war die Ovation (s. d.).

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