Main

Seite 15.596

Termoli - Terpentin



Terpentīn

(Terebinthina), balsamartige Masse, welche durch Einschnitte aus den Stämmen von Nadelhölzern gewonnen wird (s. Fichtenharz). Der gemeine Terpentin wird aus Pinus maritima Lamb., P. laricio Poir., P. silvestris L., Abies excelsa Lam. und A. pectinata Dec. sowie aus mehreren amerikanischen Arten gewonnen. Die Ausbeute ist sehr verschieden. Man rechnet z. B. in Österreich auf den Stamm jährlich 2 kg Terpentin, während man in Westfrankreich etwa 3,6 kg erhält und starken Fichten, besonders alleinstehenden, auf deren Erhaltung es nicht weiter abgesehen ist, in einem Jahr bis 40 kg Terpentin abgewinnen kann.

Der gemeine Terpentin bildet eine mehr oder weniger klare, gelblichweiße, honigdicke, stark klebende Masse, reagiert sauer, riecht nach Terpentinöl, ist löslich in Alkohol, Äther, ätherischen Ölen und in nicht überschüssiger Kalilauge, enthält 15-30 Proz. Terpentinöl, Harz, Harzsäuren (Pinarsäure, Pininsäure, Sylvinsäure, Abietinsäure), wenig Ameisensäure und Bernsteinsäure. Im frischen Terpentin findet sich Abietinsäureanhydrid;

dies nimmt aber Wasser auf, und es scheiden sich wetzsteinähnliche Kristalle von Abietinsäure aus, durch welche der Terpentin trübe und krümelig wird. Im Handel unterscheidet man: deutschen Terpentin von kaum bitterm Geschmack;

ihm ähnlichen französischen Terpentin, welcher weniger Terpentinöl enthält;

Straßburger Terpentin von der Weißtanne, welcher bald hell und klar wird, zitronenartig riecht, sehr bitter schmeckt und 35 Proz. Terpentinöl enthält;

amerikanischen Terpentin, weißlichgelb, zäh, von kräftigem Geruch, sehr scharf bitterm Geschmack und geringem

facebook