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Spartium - Spateisenstein



Spat,

alte bergmännische Bezeichnung für Mineralien mit deutlicher Spaltbarkeit.

Spat

(Spath), chronische Gelenkentzündung mit Knochenauflagerung (Exostose, Spaterhöhung) an der innern Seite des Sprunggelenks und zwar an den beiden untern Artikulationen desselben. Bei vielen Pferden entsteht der S. als eine unbedeutende Abnormität, welche den Gebrauch nicht beeinträchtigt. Oft aber bedingt derselbe eine Lahmheit, wobei der leidende Schenkel schneller und etwas zuckend gehoben, weniger weit nach vorn und nicht so fest aufgesetzt wird.

Dieser abnorme Gang wird bei fortgesetzter Bewegung weniger merklich, tritt aber, nachdem das Pferd einige Zeit ruhig gestanden, sofort wieder hervor. Nach und nach steigert sich das Lahmgehen, das Tier tritt bei beginnender Bewegung nur mit der Spitze des Hufs auf und hinkt oft die ersten Schritte auf drei Beinen. Manchmal läßt dieses Lahmgehen nach Jahresfrist von selbst nach und hört wohl auch ganz auf, doch nicht, ohne eine gewisse Steifigkeit im Sprunggelenk zu hinterlassen.

Der Knochenauswuchs entwickelt sich zuweilen erst einige Wochen nach Beginn des Lahmgehens. An der innern Sprunggelenkfläche, nahe dem Schienbein, als kleine, kaum bemerkbare Erhöhung sitzend, nimmt er nach und nach an Umfang und Höhe zu, und zwar fühlt er sich, als mit dem Knochen in Verbindung stehend, hart an. Bei einigen Pferden beginnt der S. mit einer intensiven Entzündung der Gelenkkapsel, so daß die Tiere eine Zeitlang noch keine Spaterhöhung, wohl aber die Symptome der Spatlahmheit bekunden (unsichtbarer S.).

Bei längerer Dauer des Lahmgehens tritt oben am Schenkel in der Regel Schwund ein. Der S. entwickelt sich vorzugsweise bei jungen Tieren zwischen dem 3. und 6. Jahr, selten später, und zwar besonders infolge von übermäßigen Anstrengungen. Schwäche der Sprunggelenke disponiert dazu. Vollständige Heilung ist insofern nicht möglich, als sich die zerstörte Gelenkfläche nicht wiederherstellen und die vorhandene Knochenauflagerung nicht beseitigen läßt. Nur dem Lahmgehen kann abgeholfen werden und zwar durch Anwendung eines scharfen Pflasters oder des Brenneisens, vorzugsweise aber durch die Operation des Spatschnitts; nach jeder Behandlung muß dem Tier ununterbrochene mehrwöchentliche Ruhe gegönnt werden.

Vgl.   Dieckerhoff, Pathologie und Therapie des S. (Berl. 1875).

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