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Rotzloch - Rouen [unkorrigiert]


forlaufend

Schweratmig-1030



keit und kraftloser Husten auch bei andern Krank- heiten vor.

Bezeichnend für alle rotzigen Verände- rungen ist das Auftreten von Knötchen oder Knoten, die später zerfallen und tiefe (kraterartige) Geschwüre mit zerfressenen Rändern und dünnem, nuhfarbi- gem (nicht eiterigem) Sekret liefern.

Beim Haut- rotz schwellen hierbei die Lymphgefäße der Haut rosenkranzartig (wurmähnlich) an und die benach- barten Lymphdrüfen werden hart und fest, und gehen nicht in Eiterung über.

Sind Rotzgeschwüre an den Beinen vorhanden, dann gehen die Tiere mitunter auch lahm.

Die Knoten und die Gefchwüre in der Haut heißt man Wurmbeulen und Wurmge - schwüre, das Sekret der letztern Nurmeiter oder Wurmjauche.

Beim Nasenrotz sieht man einseitigen, seltener doppelseitigen, graugrüngelben, nußfarbigen, klebrigen Ausfluß, unter Umständen die charakteristischen oberflächlichen oder tiefern Ge- schwüre oder strahlige Narben und harte, derbe, schmerzlose Anschwellung der im Kehlgange gelege- nen Lymphdrüsen.

Bei der Sektion bemerkt man außer den bereits genannten Erscheinungen noch Geschwüre im Kehlkopfe, in der Luftrohre, Rotzknöt- chen oder Rotzgewächse in den Lungen, seltener Kno- ten in andern Eingeweiden, Leber, Milz, Nieren u. s. w. Der Verlauf der Rouen ist chronisch (bis zu 7 Jahren), doch kommen auch akute Rotzfälle vor, die in 3-14 Tagen tödlich enden.

Die Behandlung der Rouen ist bis jetzt aussichtslos.

Verwechselt kann die Rouen werden mit der Druse, mit Nasenausflüssen bei hohlen Zähnen im Ober- tiefer, mit Einschuß u. s. w. Gegen solche Ver- wechselung sichert sich der Sachverständige durch den Nachweis von Rotzbakterien oder durch Impfung von Feld- oder Wühlmäusen oder von Meerschwein- chen, die leicht und in kurzer Zeit an Rotz erkranken. In neuerer Zeit verwendet man zur Diagnose der Rouen in zweifelhaften Fällen Einspritzungen von Mallein, einem Stosfwechsclprodukt der Rotz- bacillen, das durch Extraktion dieser mit Glycerin und Wasser erhalten wird, ebenso wie das Tuber- kulin aus den Tuberkelbacillen, und welches bei rotzkranken Tieren Fieber erzeugt.

Die Vekümpsuug der Rouen beschränkt sich mangels jeglicher Heilmittel auf die Verhütung der Ansteckung. Zu diesem Zwecke orduet das Reichsgesetz zur Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom Anzeigepflicht bei Rotzfällen, Tötung der rotzkranken und verdächtigen Tiere und gründliche Desinfektion der Stallungen und Geräte an.

Das Rotzgift hält sich zwar unter günstigen Vedinguugen bis zu vier Monaten ansteckungsfähig, wird aber durch Anwen- dung heißen Wassers, ferner durch 3-5prozentiges Carbol- oder Kreolinwasser und durch Sublimat- wasser (1:5000) sicher zerstört.

Durch die strenge Durchführung der Vorschriften genannten Gefetzes ist die Rouen bereits sehr selten geworden. In ganz Deutschland kam Rotz von 1886 bis 1890 vor bei 5833 Pferden, 1893 bei 564. Durchschnittlich kom- men auf je 10000 Pferde 3 rotzkranke.

Durch den Genuß des Fleisches kann die Rouen sowohl auf den Menschen als auf die fleischfressenden Tiere (wie namentlich in Menagerien beobachtet wurde) übergehen.

Deshalb müssen die Kadaver von rotz- tranken Tieren sorgfältig beseitigt werden.

Meist er- kranken Leute, welche viel mit Pferden umzugehen haben (Pferdewärter, Schlächter, Tierärzte) und die sich bei der Behandlung rotzkranker Tiere oder an deren Kadavern infizieren.

Diese Fälle sind jedoch selten. 1893 erkrankten m Deutschland fünf Perso- nen, von welchen zwei starben.

Beim Menschen treten nach erfolgtcr Ansteckung mit Rotz Knoten und tiefe Geschwüre auf der Haut und den Schleim- bäuten auf;

in der Regel erfolgt nach wenigen Wochen tödlicher Ausgang. Rotzloch, Kuranstalt, s. Alpnach. Roubaix (spr. rubäh), Fabrikstadt im Arron- dissement Lille des franz. Depart. Nord, 8 1 cm nordöstlich von Lille, am 27 Km langen Roub air- kanal, der die Deule unterhalb Lille mit der Schelde bei Espierre in Belgien verbindet und west- lich von Rouen, bei Croix, durch einen 2316 m langen Tunnel geht, an den Linien Lille-Tourcoing-Mous- cron(-Gent) und Somain-Orchie's-Tourcoing-Halluin (-Ipern) der Nordbahn, ist modern gebaut, Sitz eines Handels- und eines Schiedsgerichts, einer Handels-, einer Kunst-und Gewerbekammer, einer Sparkasse und eines Leihhauses, zählte 1806: 8724, 1834: 18187, 1851: 34698 E. und hat (1891) 104.454, als Gemeinde 114.917 E. (14618 mehr als 1886) und viele ausstrebende Vororte, wie Wat- trelos (19770 E.) im O., Tourcoing (s. d., 65477 E.) im N., Wasquehal (4405 E.) und Croix (12 438 E.) im W. u. a. Bemerkenswerte Gebäude sind nur die got. Kirche St. Martin mit Glasmalereien, in neue- ster Zeit fast ganz umgebaut;

das Rathaus mit einem Kunst- und einem Gewerbemuseum und die nationale Schule für Kunstindustrie, eine Art Hoch- schule für Industrielle zur Aneignung aller einschlä- gigen Wissenschaften und Künste.

Ferner aiebt es eine Web-, eine Zeichen- und eine Musikschule, Pen- sionate für Knaben und Mädchen;

ein allgemeines Krankenhaus, Spital, eine Kinderbewahranstalt;

Bibliothek, Theater, Promenaden (Cardin pudlic) uud Tramways nach Lille, Wasquehal-Croir, Tour- coing u. a. Rouen ist Mittelpunkt (s. die Karte beim Ar- tikel Tourcoing) eines bedeutenden Industriebezirks mit vier Fünftel der Tertilfabrikation Nordfrank- reichs und hat felbst 350 Fabriken, wovon 275 mit Weberei beschäftigt sind (jährlich werden bis 17000 t Gewebe durch die Bahn versandt), welche die verschiedenen R o u b air art i k e l (Seiden-, Woll-, Baumwoll- und Leinenstoffe) als Tuche, Shawls, Kleider- und Möbelstoffe, Trippsammet (Mokade), Teppiche, Tafelleinen (Damast) u. a. herstellen;

so- dann bedeutende Woll-(Kammqarn-) und Baum- wollspinnerei, Fabrikation von Hwirn, Kammblät- tern, Kämmen, sowie Lohgerberei, Färberei, Brauerei u. a. Die jährlichen Umsätze des Handels werden auf 500 Mill. Frs. geschützt.

Roucou (spr. rukuh), Farbstoff, s. Orlean. Rouö, s. Noue's. Rouen (spr. ruäng).

1) Arrondissement im franz. Depart. Seine-Inf^rieure, hat auf 1340,48 ^km (1891) 301.481 E., 15 Kantone und 158 Gemeinden. - 2) Rouen, lat. KotomkFU8, I^tniQk^Z, Hauptstadt des Depart. Seine-Infe'rieure und früher der Normandie, liegt unter 49° 27' nördl. Br., 1° 5' östl. L. von Greenwich, 70 km östlich von Le Havre, an den Li- nien Ämiens-Rouen (117 km) der Nord bahn, Paris-Le Havre und Rouen-Elbeuf (23 km, nach Caen) der Westbahn, rechts an der Seine, die hier, 130 km vom Meere, noch Ebbe und Flut zeigt, über die eine Eisen- brücke, Pont Voieldieu, von 1885 bis 1888, dann

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