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Romont


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der ersten Jurakette;

2,5 km nö. der Station Pieterlen der Linie Olten-Biel und 12,3 km nö. Biel;

an der im Sommer stark belebten Strasse Grenchen-Frinvilier.

Postablage, Telephon;

Postwagen Biel-Vauffelin-Romont. 30 Häuser, 178 zur grossen Mehrzahl reform. Ew., von denen 91 deutsch und 87 französisch sprechen.

Kirchgemeinde Vauffelin.

Die Schule ist französisch.

Ackerbau und Viehzucht.

Uhrenindustrie. Reste der Burg der einstigen Edeln von Romont.

Schöne Aussicht auf die Alpen.

Fund von römischen Münzen. 1311: Redemont.

Titel
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Wappen von Romont.

Romont

(Kt. Freiburg, Bez. Glâne). 759-786 m. Gem. und von Mauern und Türmen umrahmte, reizende kleine Stadt, Hauptort des Bezirkes Glâne; 22 km sw. Freiburg. Die Stadt steht stolz auf einem 786 m hohen isolierten Hügel, was ihr ihren Namen Romont, deutsch Remund = rotundus mons (runder Berg) verschafft hat. Station der Linie Bern-Freiburg-Lausanne und Kopfstation der Linie Romont-Bulle. Postbureau, Telegraph, Telephon; ^[Ergänzung: Postwagen nach Lovattens.] Postwagen über Sedeilles und Châtonnaye nach Payerne, über Villarsbramard nach Granges Marnand und über Billens und Prévonloup nach Granges Marnand einerseits und nach Moudon andererseits. Schöne Strassen nach Freiburg, Bulle, Vevey, Lucens und Payerne. Gemeinde, mit Les Chavannes, La Gare, Le Clos de l'Age, La Côte, Belle Croix, Arruffens, Bossens und Les Rochettes: 248 Häuser, 2110 Ew. (wovon 1988 Katholiken, 109 Reformierte und 11 Juden; 1943 Ew. französischer, 133 deutscher, 33 italienischer und 1 anderer Zunge);

Stadt: 131 Häuser, 1168 Ew.

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Romont von Nordwesten.

Hauptbeschäftigung der Bewohner ist Landwirtschaft. Industrie und Handel dienen zumeist nur lokalen Interessen, doch treiben einige Firmen auch Grosshandel mit Vieh, Käse, Holz, Wein und Baumaterialien. Kunst- und andere Schreinereien, Schlosserei, Bildhauerei; Mühlen, Sägen, Branntweinbrennereien und eine Limonadenfabrik; zwei Buchdruckereien und zwei Zeitungen. Sekundarschule, mehrere Primarschulen, eine reformierte Schule, Kirchgemeindewaisenhaus, Bankgeschäfte und Sparkassen.

Gesang-, Musik-, Schiess- und Turnvereine, Verkehrsverein, Unterstützungskasse, landwirtschaftlicher Verein etc. Auf Boden der Gemeinde steht das alte Kloster La Fille Dieu (s. diesen Art.) mit Kapelle. Von Bauten sind bemerkenswert: die Pfarrkirche, das Schloss, die Stadtmauern und Türme, das Rathaus, das Kapuzinerhospiz u. a. Die sehr schöne Pfarrkirche zur Assomption (Mariä Himmelfahrt) stammt in ihren einzelnen Teilen aus zwei verschiedenen Zeitabschnitten.

Das O.-Schiff bildet den letzten Rest der ursprünglichen, von den Grafen von Savoyen 1296 erbauten Kirche, während der Mittelbau und das W.-Schiff nach dem Brand von 1434 entstanden sind. Der Bau enthält ein von einem Vogt von Lausanne 1478 gestiftetes grosses schmiedeeisernes Gitter, schöne Glasgemälde, eigenartig geschnitzte Chorherrenstühle und Chorpulte, die Standbilder der 12 grossen Propheten und der 12 Apostel, die aus 1530 stammende und sehr schön gearbeitete Kanzel, das Grab des 1586 gestorbenen Ritters vom h. Grab Jean Maillard, ein Gemälde der Leiden Mariä (Notre Dame de Compassion) und ein sehr schönes Geläute.

Unter den an dieser Kirche wirkenden Geistlichen finden sich verdiente Männer, wie Jean Chablais (1447), Claude Clément (1642-1684), Jean Dénervaud, Nicolas L'Hoste. Das Kapuzinerhospiz an der Grand' Rue war ursprünglich ein Gasthof zum goldenen Löwen, der 1620 von aus Burgund gekommenen Minoriterbrüdern zu einem Hospiz umgebaut wurde. Diese errichteten daneben noch eine später zur Sakristei umgewandelte Kapelle. Als sie den Ort 1725 verliessen, richteten sich 1726 indem Hospiz die Kapuziner ein, die die vom Bischof Montenach 1773 geweihte schöne Kirche zur Verklärung Christi (Transfiguration) erbauten. In Arruffens steht eine vom selben Bischof 1696 geweihte St. Annakapelle.

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Romont: Rue Neuve.

Das mit Mauern, Türmen und Türmchen, Schiessscharten und Zinnen, Zugbrücke und Gräben versehene Schloss ist von Graf Peter II. von Savoyen im 13. Jahrhundert erbaut und dann 1577-1580 umgebaut worden; 1816-1818 hat man die Zugbrücke durch einen gewölbten Thorgang ersetzt. Ueber dem Hauptthor sind die Wappen von Freiburg und Romont und der Geschlechter Montenach und Buman eingehauen, während der grosse Saal mit den Wappen von 44 Vögten, Regierungsstatthaltern und 3 Präfekten geziert ist, die 1536-1844 in Romont ihren Amtssitz hatten.

In den übrigen Sälen finden sich ebenfalls verschiedene al fresco oder in Oel gemalte Wappenschilde. Peter von Savoyen liess die Stadt im 13. Jahrhundert mit Mauern und Türmen umgeben, die heute noch erhalten sind. Von der Zinne des heute noch nach diesem Fürsten benannten Turmes und vom Turm der Pfarrkirche hat man eine prachtvolle Aussicht auf die Umgegend und die Alpen. Die Stadt selbst bietet von allen Seiten her den gleichen malerischen Anblick. Ihre Thore sind aber 1842 vollständig abgetragen worden. Im Wald über La Rochette hat man Grabhügel aus der Bronzezeit aufgedeckt. Das lange Zeit sumpfige Land um den die Stadt tragenden Hügel ist entwässert und dem Anbau zugänglich gemacht worden. Interessante Flora mit ziemlich seltenen Arten. Die Stadt ist oft (so u. a. 1434, 1632, 1843-1853, 1863) von Feuersbrünsten heimgesucht worden, hat sich aber nach jeder dieser Katastrophen dank der Ausdauer ihrer Bewohner

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