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Rippertswiler - Riseten



Risch,

Rischli, Rischi, Rischeten.

Ziemlich häufiger Ortsname der deutschen Schweiz;

bezeichnet einen ziemlich steilen, aber wenig hohen Hang.

Diese Erklärung stimmt für alle diesen Namen tragenden Orte, während die Herleitung vom Dialektausdruck risch für Binse den Tatsachen nicht überall entspricht.

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Risch von Westen.

Risch

(Kt. Zug). 452 m. Gem. und Pfarrweiler, auf einer kleinen Hochfläche 35 m über dem linken Ufer des Zugersees, gegenüber Zug und 3 km sö. der Station Rotkreuz der Linien Zürich-Luzern und Aarau-Arth Goldau. Dampfschiffstation. Gemeinde, mit Berchtwil, Buonas, Dersbach, Holzhäusern, Ibikon, Küntwil, Oberrisch, Rotkreuz, Rüti, Stockeri und Zweiern: 162 Häuser, 1047 Ew. (wovon 60 Reformierte);

Weiler (bei der Pfarrkirche): 11 Häuser, 52 Ew. Die Gem. zählte 1800 753 Ew. Acker- und Wiesenbau, Viehzucht und Milchwirtschaft.

Politisches Zentrum der Gemeinde ist Buonas, wo die Gemeindeversammlung tagt und die Gemeindebehörden ihren Sitz haben. Schulhäuser in Risch, Rotkreuz und Holzhäusern. In der Pfarrkirche wird ein vergoldeter Silberkelch aufbewahrt, der dem bei Grandson gegen Karl den Kühnen 1476 mitfechtenden Kaspar von Hertenstein bei der Teilung der Beute zufiel und den dieser der Kirche zu Risch schenkte. Schöne Aussicht auf den See und seine Ufer. Die Gemeinde umfasst die ehemalige Vogtei Gangoldswil und die Herrschaft Buonas (s. diese Art.). Jene gehörte zum einen Teil dem schon 1086 genannten Kloster Muri und zum andern Teil den Edeln von Hünenberg und kam 1486 an die Stadt Zug.

Buonas war zuerst Eigentum der Edeln von Buochenas, kam dann an die Hertenstein und endlich an die Schwyzer aus Luzern, die diese Herrschaft bis 1782 ihr eigen nannten. Da Zug auch über die Herrschaft Buonas das Hoheitsrecht beanspruchte, kam es zu öftern Streitigkeiten mit den jeweiligen Herren von Buonas (besonders mit den Hertenstein), die von Luzern in ihrem Widerstand unterstützt wurden. Diese Kompetenzkonflikte wurden von beiden Kantonen mehrfach (1424, 1451 und 1543) der eidgenössischen Tagsatzung zur schiedsrichterlichen Erledigung vorgelegt, aber nie ganz beigelegt.

Als das Patriziergeschlecht der Schwyzer Gerichtsherr von Buonas ward, milderten sich diese Streitigkeiten bedeutend, denen dann die Helvetische Republik ein Ende machte. Funde von neolithischen Pfahlbauten am Seeufer bei Dersbach, Zweiern und Buonas. 1838 hat man in Ibikon eine grosse Anzahl von römischen Münzen aus den Zeiten Traians, Nervas, Domitians und Vespasians aufgedeckt. Die Kirche von Risch wird schon 1159 als zu drei Vierteilen dem Kloster Muri eigen genannt. Der Kirchensatz stand von 1298 an den Herren von Buonas zu, welches Recht zusammen mit andern von der Gemeinde Risch zurückgekauft wurde, als Buonas an die Schwyzer überging. 1159: Rische.

Risch

(Mittler, Ober und Unter) (Kt. Luzern, Bez. und Gem. Entlebuch). 1000-1600 m. Alpweide mit 3 Hütten, am W.-Hang des Schlieren.

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