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Orélie - Orenburg



Orelli,

Kaspar von, namhafter Philolog, geb. zu Zürich, daselbst gebildet und 1806 als Geistlicher ordiniert, wurde 1807 reformierte Prediger in Bergamo, 1813 Professor an der Kantonschule in Chur, 1819 Professor der Beredsamkeit und Hermeneutik am Carolinum zu Zürich, 1833 ordentlicher Professor der klassischen Philologie an der neuerrichteten Universität daselbst und starb Er machte sich hochverdient um Cicero durch eine kritische Ausgabe (Zür. 1826-31, 4 Bde.; 2. Aufl., Bd. 1 u. 3 mit Baiter, Bd. 2 u. 4 von Baiter und Halm, 1845-61), der er mit Baiter als Bd. 5 »Ciceronis scholiastae« (das. 1833) und als Bd. 6-8 »Onomasticon Tullianum« (das. 1836-38) folgen ließ; um Horaz durch eine größere Ausgabe (das. 1837-38, 2 Bde.; 3. Aufl. von Baiter und Sauppe, 1850-52; 4. Aufl. von Hirschfelder, seit 1885) und eine kleinere (das. 1838, 2 Bde.; 6. Aufl. von Hirschfelder, Berl. 1882-84); um Tacitus durch eine kritische Ausgabe (Zürich 1846-48; 2. Ausg., 1. Bd. von Baiter, das. 1859, 2. Bd. von Schweizer-Sidler, Andresen und Meiser, Berl. 1877 ff.) und eine Textausgabe (Zür. 1846-48, 2 Bde.). Er edierte ferner mit Baiter und Winckelmann den Plato (Zür. 1839-42, 2 Bde.; in kleinerm Format 1839-41, 21 Bdchn., zum Teil in mehreren Auflagen), mit Baiter die neuentdeckten »Fabellae iambicae« des Babrios (das. 1845) und veröffentlichte: »Inscriptionum latinarum selectarum amplissima collectio« (das. 1828, 2 Bde.; dazu Supplementband von W. Henzen, das. 1856).

Vgl.   Adert, Essai sur la vie et les travaux de J. G. Orelli (in der »Bibliothèque univ. de Genève«, 1849),

und K. Orelli im »Züricher Neujahrsblatt« für 1851. - Sein Bruder Konrad, geb. in Zürich, seit 1833 Professor der Philosophie am Gymnasium daselbst, besorgte die 3-17. Aufl. (Aarau 1853) von Hirzels »Französischer Grammatik«, schrieb eine »Altfranzösische Grammatik« (2. Aufl., Zürich 1848) und »Spinozas Leben und Lehre« (2. Aufl., das. 1850).

Er starb in Zürich.

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