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Neuron - Neuschottland



Neuschottland

(engl. Nova Scotia), eine Provinz der britischen »Dominion of Canada« in Nordamerika, besteht aus der Halbinsel Neuschottland, welche durch den 20 km breiten Isthmus von Cobequid oder Chignecto mit Neubraunschweig zusammenhängt, und der Insel Cape Breton (s. d.), welche an der Ostseite durch die schmale Meerstraße Gut of Canso davon getrennt ist. Die steilen Küsten der Halbinsel werden von zahlreichen fjordähnlichen Baien tief eingeschnitten, und unter 26 größern Häfen ist derjenige von Halifax wohl der schönste und sicherste in ganz Nordamerika.

Steile Basaltfelsen bilden die Küsten an der Fundybai, das Innere wird von den Cobequid- (s. d.) und andern Hügeln durchzogen, die 335 m Höhe nicht übersteigen. Die dem offenen Atlanischen ^[richtig: Atlantischen] Ozean zunächst liegende Gegend ist kahl und unfruchtbar; dahingegen gilt der das obere Ende der Fundybai umgebende Landstrich für einen der gesegnetsten Amerikas, dessen Hügel Wälder tragen, Steinkohlen und Eisenerz bergen, während in dem ebenen Lande, dem »Garten Acadias«, alle Getreide- und Obstarten gedeihen.

Das Klima ist feucht, mit kurzem Frühling, sehr heißem Sommer und vier Monate langem Winter (Halifax: Januar -3,9, August 17,6, Jahr 6,4° C.). Neuschottland hat ein Areal von 56,281 qkm (1022,1 QM.) mit 1871: 310,651, 1881 aber 441,973 Bewohnern, mit Einschluß von 1401 Indianern. Wesentliche Elemente derselben sind die Nachkommen französischer Akadier und amerikanische Royalisten, zu denen später namentlich schottische Einwanderer traten. Etwa 26,5 Proz. sind katholisch.

Für den Unterricht sorgen (1884) 2032 öffentliche Schulen mit 85,378 Schülern sowie eine Universität und zahlreiche Privatschulen. Die Landwirtschaft beschäftigt 54 Proz. der Bevölkerung, und die Aufmerksamkeit wendet sich in jüngerer Zeit namentlich der Fabrikation von Käse und Butter zu. Angebaut waren 1881: 761,042 Hektar. An Vieh zählte man 1881: 57,167 Pferde, 325,603 Rinder, 337,801 Schafe und 47,256 Schweine. Sehr wichtig sind die Fischereien auf Kabeljaus, Makrelen, Schellfische, Heringe, Hummern, die 1886: 8,415,361 Dollar abwarfen.

Von jagdbaren Tieren sind das Elen und das kanadische Renntier (Cariboo) die größten. Der Bergbau liefert namentlich Steinkohlen (1886: 1,300,000 Ton.), daneben findet man aber auch Eisen, Gold (1862-83: 10,908 kg), Kupfer, Salz und Petroleum. Die Industrie mit Ausnahme des Schiffbaus ist noch unbedeutend. Bemerkenswert ist die 1885-86 erbaute Schiffseisenbahn über die Landenge von Chignecto, 28 km lang. Die Ausfuhr (1886: 8,071,513 Doll.) besteht wesentlich aus Steinkohlen, Fischen, Bauholz, Vieh und Butter; die Einfuhr (7,540,244 Doll.) aus Mehl, Thee, Zucker etc. An der Spitze der Verwaltung steht ein von der Krone ernannter Gouverneur, ihm zur Seite ein exekutiver

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