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Murg



Murg.

Ortsname der deutschen Schweiz;

vom althochdeutschen murc, womit man einen zu Rutschungen geneigten Hang, ein Stück Sumpfland oder auch einen Bach oder Fluss bezeichnete.

Die Formen Murg, Murgeten, Murgi, Murggen finden sich in der Mittelschweiz und den Kantonen Bern, Thurgau und St. Gallen.

Murg

(Kt. Aargau und Bern). 2 km langer, rechtsseitiger Zufluss der Aare. Entsteht aus der Vereinigung der Roth mit der Langeten (423 m) und mündet in Murgenthal in 404 m. Bildete zusammen mit der Roth im Mittelalter die Grenze zwischen dem transjuranischen Burgund und den alemannischen Gauen und später diejenige zwischen dem Ober und Unter Aargau. Heute trennt sie die Kantone Bern und Aargau voneinander. 1263: rivas Murgatun.

vergrössern: Dorf Murg von Westen.
Dorf Murg von Westen.

Murg

(Kt. St. Gallen, Bez. Sargans, Gem. Quarten). 423 m. Gemeindeabteilung und Pfarrdorf, am S.-Ufer des Walensees und an der schönen Strasse Walenstadt-Mühlehorn-Kerenzerberg; auf dem von der Murg in den See hinausgebauten Delta und vor der Ausmündung des romantischen Murgthales. 2 km nw. Quarten. Station der Linie Zürich-Chur. Postbureau, Telephon. Zusammen mit Fabrikhof, Mittensee, Rüti und Unterbach: 84 Häuser, 739 Ew. (wovon ein Drittel Reformierte);

Dorf: 38 Häuser, 353 Ew. Acker- und Obstbau, Viehzucht.

Industrielle Ortschaft mit einer grossen Baumwollweberei (200 Arbeiter), einer bedeutenden Stickfabrik und einer ebenfalls bedeutenden Säge. Schönes Schulhaus. Elektrisches Licht. Hauswasserversorgung. Ein unter der Leitung von Schwestern aus Menzingen stehendes Arbeiterheim. Beliebter Kurort. Gemeinnützige Gesellschaft. Die aus 1760 stammende Kirche ist geschmackvoll restauriert worden und hat ein schönes Geläute. Oberhalb des Dorfes hat man im Bett des hier zwei schöne Fälle bildenden Murgbaches interessante Erosionstrichter entdeckt.

Reizendes Pflanzenkleid, das vielfach an südliche Gegenden erinnert. 837: Murgha; 1045: Murga. Als eigene Kirchgemeinde 1730 von Quarten abgetrennt. Das Dorf ist im Krieg gegen Oesterreich 1386 von den Glarnern in Asche gelegt worden. Nahe über dem Dorf steht das Denkmal für den deutschen Freiheitskämpfer Dr. Heinrich Simon, Mitglied des Parlamentes 1848 und später Direktor der Kupferbergwerke auf der Mürtschenalp, der hier im See ertrunken ist. Fund von Bronzegegenständen.

vergrössern: Einzugsgebiet der Murg. ^[Karte: 6° 40’ O; 47° 30’ N; 1:200000]. [Karten in der Umgebung].
Einzugsgebiet der Murg.

Murg

(Kt. Thurgau, Bez. Frauenfeld und Münchwilen). Linksseitiger Zufluss der Thur; entspringt am O.-Hang des Hörnli in 1000 m, teils auf St. Galler-, teils auf Thurgauerboden bei Kaltenbrunnen, tritt nach 4 km langem Lauf beim Weiler Murg definitiv in den Thurgau über, durchzieht dann ein zwischen dem Iddaberg und Iddakopf eingeschnittenes, sehr enges und steilwandiges Thälchen, geht in 600 m an Fischingen vorbei, biegt bei St. Margrethen (unterhalb Münchwilen) aus der bisherigen N.-Richtung nach NW. ab, durchfliesst die Dörfer Wängi und Matzingen, bildet bei Frauenfeld, Kurzdorf und Langdorf einige Schlingen und mündet 2,5 km n. Frauenfeld in 388 m in die Thur.

Lauflänge 28,5 km; Gefälle bis Fischingen durchschnittlich 8%; Flussbreite zwischen Frauenfeld und Kurzdorf bei Mittelwasserstand 12 m. Das im Mittellauf meist breite Thal der Murg verengt sich zwischen Matzingen und Frauenfeld zu einem eigentlichen Waldtobel. Grösster Nebenfluss ist die Lauche, die von Märwil-Affeltrangen her kommt, den Thunbach aufnimmt und bei Matzingen von rechts mündet, wo der Murg auch noch von links die dem Bichelsee entspringende Lützelmurg zufliesst. Bei Fischingen erhält sie ferner den Aubach oder Giessen. Die Murg ist der Industrie völlig dienstbar gemacht und wird von zahlreichen Stauwehren gequert, die die Ableitung von Fabrikkanälen ermöglichen.

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