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Munychion - Münzfuß



Münze,

geprägtes Geld, s. Münzwesen;

im engern Sinn s. v. w. Scheidemünze;

dann das Haus und die Werkstätte, wo Metallgeld geprägt wird.

Das Wort Münze kommt vom lat. Moneta (s. d.) her.

Münze

(Minze), Pflanzengattung, s. Mentha.



Scheidemünze,

Bezeichnung der kleinern Münzen, welche zur Ausgleichung im täglichen Verkehr dienen und gewöhnlich nicht genau nach dem Münzfuß des Landes ausgeprägt, sondern von geringerm Gehalt als Kurant sind. Die S. besteht entweder aus geringhaltigem Silber oder aus Kupfer, mitunter auch aus anderm Metall. In den der Münzkonvention von 1838 beigetretenen Staaten Norddeutschlands war der Scheidemünzfuß der 16-Thalerfuß (insofern aus der Mark feinen Silbers 16 Thlr. S. geprägt wurden), und nach diesem wurden die ganzen, halben und doppelten Silber- oder Neugroschen ausgeprägt sowie in Preußen und Sachsen die Stücke zu 2½ Sgr., welche also nur 7/8 ihres Nominalwerts besaßen, da der Hauptmünzfuß der 14-Thalerfuß war.

Für die zum Zollverein gehörigen süddeutschen Staaten war nach der Konvention von 1837 der Scheidemünzfuß der 27-Guldenfuß, und es bildeten hier die 6-, 3 und 1-Kreuzerstücke die S., die nur 49/54 ihres Nominalwerts hatte, da der Hauptmünzfuß der 24½-Guldenfuß war. Nach Einführung der Reichswährung sind alle Silbermünzen, vom silbernen 5-Markstück bis zum 20-Pfennigstück herab, gleich den aus Nickel geprägten 10 und 5-Pfennigstücken und den Kupfermünzen Scheidemünzen. Die Silbermünzen sind 9/10 fein, und es werden ihrer 100 Mk. aus 1 Pfd. feinen Silbers geprägt, während 1 Pfd. feines Silber nur etwa 75-80 Mk. im Handel kostet.

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