Main

Seite 61.859

Michaelisfest - Michelangelo



Michel,

die volkstümliche Abkürzung des Namens Michael, die in keinem Zusammenhang mit dem altdeutschen Worte «michel», d. i. stark, groß, steht.

Dem deutschen Michel sagt man Schwerfälligkeit und gutmütige Unklugheit nach, um in ihm die Verkehrtheiten der deutschen Nation in ähnlicher Weise zu personifizieren, wie dies die Engländer in ihrem John Bull, die Nordamerikaner in ihrem Bruder Jonathan thun.

Michel,

Sankt, s. Sankt Michel.

Michel

(spr. -schell), Louise, franz. Anarchistin, geb. 1836 auf Schloß Vroucourt (Haute-Marne) als uneheliche Tochter des Besitzers, erhielt eine gute Erziehung, so daß sie das Lehrerinnenexamen bestehen und in Paris eine Schule gründen konnte. Als 1871 die Commune die Regierung ergriff, trat sie als agitatorische Kraft für diese auf, was ihr später die Deportation nach Neucaledonien zuzog. Nach der Amnestieruug kehrte sie 1880 nach Paris zurück. Sie wurde weil sie zur Plünderung von Bäckerläden aufgefordert hatte, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, im Mai 1885 von der Regierung begnadigt, wies aber die Begnadigung zurück. 1886 gab sie ihre Memoiren heraus. Als die franz. Anarchisten für den eine Kundgebung planten, hielt sie kurz zuvor aufreizende Vorträge zu Lyon, wurde eine Zeit lang als geistesgestört im Irrenhaus zu Vienne festgehalten, lebte darauf in London, kehrte aber 1895 wieder nach Paris zurück.

facebook