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Karlsbader Beschlüsse - Karlshafen



Karlsbader

Beschlüsse, die von dem zu Karlsbad abgehaltenen deutschen Ministerkongreß (Karlsbader Konferenzen 6.-31. Aug. 1819) verabredeten und 20. Sept. vom deutschen Bundestag angenommenen Beschlüsse, welche gegen die Freiheit der Universitäten (Überwachung der Lehrer, der Disziplin und der Studierenden durch besondere Kuratoren), gegen die Freiheit der Presse (strenge Zensur aller nicht über 20 Bogen starken Schriften), gegen die freisinnige Auslegung des Art. 13 der Bundesakte über die landständischen Verfassungen in den deutschen Bundesstaaten (Aufrechterhaltung des monarchischen Prinzips) gerichtet waren und zur Untersuchung »des Ursprungs und der mannigfachen Verzweigungen der gegen die bestehende Verfassung und innere Ruhe sowohl des ganzen Bundes als einzelner Bundesstaaten gerichteten revolutionären Umtriebe und demagogischen Verbindungen« eine Zentral-Untersuchungskommission niedersetzten.

Sie wirkten besonders durch die sogen. Demagogenverfolgungen auf die politische Entwickelung des deutschen Volkes höchst nachteilig, indem sie den Aufschwung, den dasselbe seit den Freiheitskriegen genommen, völlig lahmten und Mißtrauen und Unzufriedenheit großzogen. Am hob der Bundestag, vom Vorparlament dazu genötigt, diese wie alle andern Ausnahmebeschlüsse wieder auf.

Vgl.   Ägidi, Aus dem Jahr 1819 (2. Aufl., Hamb. 1861).

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