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Kantoplatonismus - Kanzelberedsamkeit



Kanzel

(v. lat. cancelli, »die Schranken«),

der erhöhte Standort des Predigers in christlichen Kirchen, so genannt von den Schranken der altchristlichen Kirche, die das Chor von dem Schiff trennten (s. Ambo). Als später daraus ein Lektorium (Lettner) geworden war und die Predigt eine höhere Bedeutung erhalten hatte, sonderte man den Predigerambon von dem Lettner ab und erhöhte ihn, damit der Prediger von der Gemeinde besser gesehen werden konnte, behielt aber den Namen Kanzelle für ihn bei, der allmählich in Kanzel überging. Die Kanzeln, welche vom 11. Jahrh. ab zuerst aus Stein, dann auch aus Holz hergerichtet wurden, standen anfangs auf massivem Unterbau und waren meist viereckig. Erst in der deutschen Kunst wurde die Brüstung der Kanzel vieleckig angeordnet, diese auf eine Säule gestellt und mit einer Kanzelhaube oder einem Schalldeckel vergehen. - In der Jägerei heißt Kanzel der auf einem Baum angelegte und durch Zweige verblendete Sitz, aus welchem der Jäger auf Brunftplätzen oder an Kürungen (Futterplatzen) Wild zu erlegen sucht, was deshalb leichter gelingt, weil das Wild bei dieser Vorrichtung keinen Wind (Witterung) bekommen kann.

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