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Jungbunzlau - Junges Deutschland



Jünger,

s. Meister.

Jünger,

Johann Friedrich, Lustspieldichter, geb. zu Leipzig, widmete sich kurze Zeit dem Kaufmannsstand, sodann dem Studium der Rechte und der schönen Litteratur. Hierauf mit der Erziehung zweier Prinzen betraut, blieb er in regem Verkehr mit dem Buchhändler Göschen, durch den er 1785 auch Schiller kennen lernte, noch einige Jahre in Leipzig, privatisierte sodann in Weimar und ging 1787 nach Wien, wo er 1789 zum Hoftheaterdichter ernannt, aber 1794 bei der Umgestaltung des Wiener Theaters entlassen wurde; starb Obschon J. keine große Erfindungsgabe besaß und namentlich Destouches, Molière und Marivaux in seinen Lustspielen nachahmte, so muß doch die Gewandtheit der Darstellung und die Natürlichkeit seines Dialogs anerkannt werden. Seine Lustspiele erschienen in drei Sammlungen: »Lustspiele« (Leipz. 1785-90, 5 Bde.),

»Komisches Theater« (das. 1792-94, 3 Bde.) und »Theatralischer Nachlaß« (Regensb. 1803-1804, 2 Bde.). Von geringerm Wert sind seine Romane und »Gedichte« (Leipz. 1821).



Meister,

früher jemand, der ein Handwerk zunftmäßig betrieb (Handwerksmeister); um Meister zu werden, mußte der Nachweis der Befähigung durch Anfertigung einer Probearbeit (Meisterstück) geliefert werden. Die deutsche Gewerbeordnung hat den von der ehemaligen Zunft ausgeübten Prüfungszwang beseitigt. Eine solche Prüfung ist nur in bestimmten Ausnahmefällen (vgl. Gewerbegesetzgebung, S. 293) im öffentlichen Interesse vorgeschrieben. Zwar können die neuen Innungen (s. d.) durch Statut die Meisterprüfung unter ihre Aufnahmebedingungen stellen.

Doch ist diese Prüfung keine allgemein obligatorische, da der Eintritt in eine Innung nicht Bedingung für die Befugnis zum Gewerbebetrieb ist. Solange die Innungen nicht obligatorisch sind, könnte die Meisterprüfung mittelbar und thatsächlich nur dadurch zu einer allgemeinen werden, daß den Innungen weitergehende Rechte verliehen werden, welche den außerhalb der Innung stehenden Gewerbtreibenden den Wettbewerb erschweren oder unmöglich machen.

Vgl.   Handwerk u. Zunftwesen. - In der Kunstgeschichte gebraucht man das Wort Meister in verschiedenem Sinn.

Einmal bezeichnet man damit Künstler der ältesten Zeit, von denen man nur den Vornamen weiß (Meister Wilhelm).

Dann braucht man es von Künstlern, deren Namen uns entweder ganz unbekannt, oder nur in einem Monogramm erhalten sind, und die man nach ihren Hauptwerken bezeichnet, so: der Meister der Lyversbergschen Passion, kölnischer Maler um 1463-80, der Meister vom Tode Mariä, kölnischer Meister um 1515-30, der Meister der Hirscherschen Sammlung (jetzt als Bernhard Strigel [s. d.] ermittelt);

von den Kupferstechern: der E. S. von 1466, der Meister mit den Bandrollen, der Meister mit dem Würfel, italienischer Stecher um 1520-40, etc. Im weitern Sinn nennt man Meister jeden Künstler, welcher es zu hervorragender Bedeutung gebracht hat. S. auch Kleinmeister.

Meister,

Simon, Maler, geb. 1803 zu Koblenz, bildete sich in Paris unter Horace Vernet in der Pferde- und Schlachtenmalerei aus und starb in Köln, wo er in der letztern Zeit gelebt hatte. Seine hervorragendsten Bilder sind: eine Löwenjagd, ein großes Bild des Kronprinzen (nachmaligen Königs Friedrich Wilhelm IV.) von Preußen zu Pferd, umgeben von seinem Stab, mehrere Szenen aus dem griechischen Befreiungskrieg u. die Schlacht bei Ligny. 1840 schuf Meister mit seinem Bruder Nikolaus Meister ein kolossales Panorama, welches den Rheinübergang des Generals Hoche bei Neuwied darstellt.

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