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Froberg - Fröhlich



Frobisher

(spr. -bisch'r), Sir Martin, engl. Seefahrer und Seeheld des 16. Jahrh., geb. zu Doncaster in der Grafschaft York, faßte den Plan, eine nordwestl. Durchfahrt nach China aufzusuchen. Auf Verwenden Dudleys, Grafen von Warwick, brachte er eine Gesellschaft zusammen, durch deren Unterstützung er mit zwei kleinen Schiffen von Deptford absegeln konnte. Am 11. Juli erblickte er angeblich unter 61° nördl. Br. das Land; doch hinderte ihn das Eis zu landen. Am 28. glaubte er die Küste von Labrador zu sehen; 29. Juli sah er ein drittes Land, angeblich die Westspitze von Meta incognita und 11. Aug. befand er sich in einer Meerenge, die er 300 - 340 km hinauffuhr und die nach ihm die Frobisher-Bai (s. d.) genannt wurde, worauf er 1. Okt. nach Harwich zurückkam.

Ein Stein, den ein Matrose mitgebracht hatte und den man für goldhaltig hielt, veranlaßte die Gesellschaft zu einer zweiten Expedition, mit der Frobisher abging. Mit einer Ladung solcher Steine kehrte er zurück und wurde von der Königin Elisabeth beauftragt, in dem neuentdeckten Lande ein Fort zu erbauen und eine Besatzung nebst Arbeitern dort zurückzulassen. Er ging mit drei Schiffen dahin ab, denen zwölf andere folgten. Am 20. Juni entdeckte er eine Küste, die er Westengland nannte und für die Königin in Besitz nahm. In die Meerenge aber konnte er wegen des Eises nicht einlaufen, begnügte sich daher, 500 t des vermeintlichen Goldsteins einzunehmen, und kehrte nach England zurück. Da sich bald die Wertlosigkeit des Steins zeigte, gab man das Unternehmen auf. Frobisher befehligte als Viceadmiral 1586 ein Schiff der Flotte unter Drake in Westindien und erhielt auf dem Schlachtfelde wegen seiner Dienste gegen die span. Armada die Ritterwürde; er befehligte das Schiff «Triumph». 1590 kreuzte er als Geschwaderchef an der span. Küste. Mit 10 Schiffen Heinrich IV. von Frankreich 1594 zu Hilfe geschickt, ^[] wurde er nach einer Landung in der Bretagne, um Brest zu erobern, bei der Einnahme des Forts Crozon 7. Nov. verwundet und starb bald darauf zu Portsmouth. Die Beschreibung seiner Reisen findet sich im 3. Band der Sammlung von Reisebeschreibungen der Hakluyt Society.

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