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Ehrenpreis - Eier



Eier,

des Geflügels, der Strauße, Fasanen und der Kibitze, für Sammlungen auch solche andrer Vögel, zur Bereitung einer Art Butter solche der Schildkröten, in Form von Kaviar solche mancher Fische, dienen als wichtiges Nahrungsmittel und die des Geflügels auch als Arzneimittel (Eigelb und Eiweiß) und für mancherlei Industriezwecke. Der Verbrauch an Eiern ist ein außerordentlich großer, namentlich hat der Handel mit Hühnereiern von Jahr zu Jahr mehr an Ausdehnung gewonnen.

Die Einfuhr in England vermehrte sich von 1843-1878 von 40 auf 500 Mill. Stück, von welchen Frankreich das meiste liefert. In Deutschland betrug 1873 die Einfuhr 105.000, die Ausfuhr 74500 metr. Ztr. zu 90 Mk., der Gesamtumsatz des Großhandels also 16.15 Mill. Mk.; für den Binnenhandel fehlt zuverlässige Statistik. Berlin Verbrauch 1880 2½ Mill. Stück, Zufuhr größtenteils aus Österreich 400.000 St. aus Posen, Schlesien etc. Durchschnittspreis in Preußen 1873-81 für 1 Schock 3.39-3.54 Mk. Pribyl nimmt die Zahl der Hühner in Europa zu 320 Mill, und das Erzeugnis an Eiern für diese zu 24000 Mill. St. oder 400-1200 Mill. Mk. Wert an. Aus Niederbayern berechnet man die Ausfuhr zu 6268 Stück für 1 □ km Fläche, die mögliche Produktion zu etwa 50 Stück pro ha, was für Gesamtdeutschland 2700 Mill. Stück ergeben würde.

Die durchschnittliche Mehreinfuhr beziffert sich noch auf 5-8 Mill. Mark. Da die Hühner, wie alles Geflügel, bei uns im Winter keine Eier legen, so muß der Bedarf in dieser Zeit entweder von wärmeren Ländern oder durch Aufbewahren gedeckt werden. Dazu ist, um das Ei haltbar zu machen, das Überziehen mit dünner Schicht von Fett (Butter, Öl, Schmalz) oder in Alkohol aufgelöstem Schellack erforderlich und die Schichtung der Eier so, daß keins das andre berührt. Am besten geschieht das, auch für die Versendung zur Sommerszeit, in der Art, daß man, der Form der Kisten oder Fässer entsprechend, Pappdeckel oder dünne Brettchen und in diese Löcher zum Hineinstecken der Eier schneidet; diese werden mit der Spitze nach oben eingesteckt; die Zwischenräume zwischen je zwei Lagen kann man mit Häcksel ausfüllen. Jede andre Art der Konservierung kann die Fäulnis nicht hindern, mit der angegebenen Behandlung aber das Ei, Aufbewahrung in kühlem trockenem Raum vorausgesetzt, vollkommen 3-4 Monate haltbar machen. Da der Preis im Sommer ½ bis ⅓ billiger als im Winter ist, so

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