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Desmurgie - Desnoyers


Titel

Desnoyers

(spr. dänŏajeh), 1) Auguste Gaspard Louis Boucher, Baron, franz. Kupferstecher, geb. zu Paris, bildete sich seit 1791 bei Lethière, dann in der Akademie und arbeitete seit 1799 im Atelier Tardieus. Seinen Ruf begründete er 1804 mit dem Stich von Raffaels Madonna im Louvre, genannt la belle jardinière, und widmete seitdem seinen Grabstichel vornehmlich Raffaelschen Werken, deren Reihe er 1846 mit der Sixtinischen Madonna beschloß, die aber ganz mißverstanden und in moderne französische Eleganz und Koketterie übersetzt ist. Zu seiner Zeit hochgerühmt war das von ihm nach Gérard gestochene Bildnis Napoleons I. im Krönungskostüm (1808), das zur Verteilung an fremde Fürsten bestimmt war. 1825 wurde er zum ersten Kupferstecher des Königs ernannt, 1828 zum Baron erhoben und starb in Paris.

Treffliche Blätter sind: La vierge au linge, die Madonna da Foligno, die Madonna mit dem Fisch, die Madonna della Sedia, die Madonna aus dem Haus Alba, die Madonna Tempi, die heil. Katharina von Alexandria, die Heimsuchung der Elisabeth, alle nach Raffael. Sein Hauptwerk ist die Transfiguration nach Raffael, mit großer Freiheit und Sicherheit des Grabstichels bearbeitet. Desnoyers gab auch eine Sammlung von Kupferstichen nach antiken Gemälden, Bildern italienischer Meister etc. heraus, nach Zeichnungen, die er 1818 und 1819 in Italien angefertigt hatte, betitelt »Recueil d'estampes gravées d'après des peintures antiques italiennes, etc.« (34 Blätter, Par. 1821).

2) Jules, franz. Geschichtschreiber und Geolog, geb. zu Nogent le Rotrou, widmete sich dem Studium der Naturwissenschaften und der Archäologie, wurde 1825 Sekretär der Naturwissenschaftlichen und 1830 der Geologischen Gesellschaft in Paris und 1834 Bibliothekar des naturhistorischen Museums. Auch war er Sekretär der Gesellschaft für die Geschichte Frankreichs seit ihrer Gründung und Mitglied des Komitees für die Herausgabe der »Documents inédits relatifs à l'histoire de France«. 1862 wurde er zum Mitglied der Akademie erwählt. Er schrieb: »Histoire du décroissement et de la destruction totale du paganisme dans les provinces de l'empire d'Occident« (1832);

die preisgekrönte Schrift »Histoire des différentes incursions des Arabes d'Asie et d'Afrique en Italie« (1838);

»Bibliographie historique et archéologique de la France« (1854);

»Topographie ecclésiastique de la France jusqu'en 1790« (1854).

Von seinen geologischen Schriften erwähnen wir: »Mémoire sur la craie et les terrains tertiaires de Cotentin« (1825);

»Sur quelques systèmes de la formation oolithique du Nord-Ouest de la France« (1825);

»Sur les cavernes et brèches à ossements des environs de Paris« (1842);

»Observations sur les terrains tertiaires du Nord-Ouest et de l'Ouest de la France« (1852-53).

3) Louis, franz. Journalist und Schriftsteller, geb. 1805 in dem Dorf Replonges (Departement Ain), arbeitete zuerst auf einem Notariatsbüreau, ehe er (1828) nach Paris kam, um sich hier der Opposition anzuschließen. Der Reihe nach an den hervorragendsten Blättern liberaler Richtung thätig, gründete er 1832 den »Charivari«, wurde Mitbegründer des »Siècle«, und nachdem er sich auch als Schriftsteller (zuerst unter dem Pseudonym Derville) schon einen bedeutenden Namen gemacht hatte (durch Vaudevilles, besonders aber durch die mehrfach aufgelegten Romane: »Aventures de Jean-Paul Choppart«, 1836; »Aventures de Robert Robert«, 1840; »Mémoires d'une pièce de cent sous«, 1837),

rief er das Blatt

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