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Dekalog - Dekhan



Dekantieren

(Abgießen), Trennung einer Flüssigkeit von einem Bodensatz, ersetzt das Filtrieren, führt aber nur dann zum Ziel, wenn sich der Bodensatz schnell und vollständig absetzt. Man neigt dann das Gefäß vorsichtig und kontinuierlich und läßt so viel von der klaren Flüssigkeit abfließen, wie möglich ist, ohne daß Teilchen des Niederschlags mit fortgerissen werden. Da dies, namentlich bei leichten, voluminösen Niederschlägen, ungenügend gelingt, so verwendet man zum Dekantieren verschiedene Hilfsmittel.

Man benutzt z. B. einen Topf, welcher in aufsteigender Linie mit einer Reihe von Löchern versehen ist, die mit Pfropfen verschlossen werden. Hat sich der Niederschlag vollständig abgesetzt, so zieht man, von oben anfangend, einen Pfropfen nach dem andern, bis man dicht über dem Niederschlag angelangt ist. Auch mit Hilfe eines Hebers kann man dekantieren, muß dann aber den in die Flüssigkeit eintauchenden Schenkel desselben am Ende ein wenig in die Höhe biegen, damit der in den Heber hineingesogene Strom nicht Teilchen des Niederschlags mit fortreißen kann.

Man benutzt ferner Gefäße, die ebenso hoch wie weit und dicht über dem Boden mit einer Öffnung versehen sind. In letzterer steckt ein Rohr, welches in dem Gefäß aufgerichtet und niedergelegt werden kann. Hat sich nun der Bodensatz gut abgesetzt, so legt man das bis dahin aufrecht stehende Rohr allmählich um und läßt durch dasselbe die Flüssigkeit abfließen, bis die Rohrmündung den Bodensatz berührt. Vorteilhaft versieht man das freie Ende des Rohrs mit einer gelochten und mit Leinwand überzogenen Trommel, weil man dann die Flüssigkeit viel weiter abziehen kann, ohne daß Teile des Bodensatzes mitgerissen werden. Das Dekantieren findet häufig Anwendung beim Auswaschen (s. d.) von Niederschlägen.

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