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Courroux - Court (Gorges de)



Court

(Kt. Bern, Amtsbez. Münster). 672 m. Gem. und Pfarrdorf, an beiden Ufern der Birs, an der Strasse Tavannes-Münster und am Eingang in die berühmte Klus von Court; 6,2 km sw. Münster. Station der Linie Biel-Delsberg-Basel. Postbureau, Telegraph. Gemeinde, mit Le Chaluet, Graitery, Montgirod und Le Monto: 141 Häuser, 1082 reform. Ew.; Dorf: 109 Häuser, 903 Ew. Bildet zusammen mit Sorvilier eine Kirchgemeinde. Hydrantennetz; Dorf elektrisch beleuchtet.

Ackerbau und Viehzucht; Sägen, Holzhandel, Uhrenindustrie. S. von Court Le Monto und ö. davon Le Chaluet, ein kleines von Landwirtschaft treibenden Wiedertäufern bewohntes Thal. Die Hügel im Thalhintergrund, zwischen Court und Sorvilier, bestehen alle aus Molasse und zeigen die vollständige Schichtenreihe des schweizerischen Miocäns, Bänke von polygener Nagelfluh (gleich der des Emmenthals) inbegriffen. In etwas höherem Horizont liegen Sandsteine, die in ihrer Fauna (Cerithium lignitarum oder C. crassum) mit den berühmten Faluns der Touraine übereinstimmen; den Rücken der Hügelzüge endlich bilden Kalke der Oeninger Stufe.

Der Name Court (1148: Cort; 1179: Curt) ist von Curtis = Meierhof herzuleiten und findet sich als Bestandteil einer Menge von Ortsnamen im Juragebirge. Zwischen Court und dem Eingang zur Klus lag einst ein Dorf Chavanet, das im 17. Jahrhundert durch die Pest entvölkert wurde und zerfiel und von dem heute keine Spur mehr zu sehen ist. Das gleiche Schicksal teilte das Dorf Minvelier in dem vom Bach Champoz entwässerten Thälchen, 1 km w. Court, dessen Kapelle schon im 14. Jahrhundert die Pfarrkirche der Orte Sorvilier und Court gewesen ist. Nach dem Zerfall des Dorfes baute man eine neue, 500 m weiter s. gelegene Kirche, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgetragen und durch die heutige Kirche von Court ersetzt worden ist. Ein beschwerlicher Fussweg führt über den Monto in 3 Stunden von Court nach Biel. Der Naturforscher Exchaquet war im 18. Jahrhundert Pfarrer zu Court.

Court

(Gorges de) (Kt. Bern, Amtsbez. Münster). 665-584 m. Grossartiger Engpass, 3 km lang und von SW.-NO. gerichtet, zwischen Court und Münster, von der Birs durchflossen und zwischen Mond Girod im W. und dem Graitery im O. Der Ueberlieferung nach soll der h. Germanus, Abt von Münster, den ersten (später von der Königin Bertha verbreiterten) Fussweg durch die bis dahin ungangbaren Schluchten von Court angelegt haben. Erst viel später folgte die erste Fahrstrasse, 1752 auf Befehl des Fürstbischofs Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein erbaut, woran eine (ähnlich der an der Pierre Pertuis) in den Fels gehauene Inschrift erinnert; 1836 von Bern zu einer schönen und bequemen Poststrasse umgestaltet. Die schäumenden Wasser der Birs werden mitten in der Schlucht gefasst und speisen jetzt das Elektrizitätswerk Münster. Die Eisenbahn durchfährt die Klus in zahlreichen Tunneln.

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