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Balkaren - Balkenlage



Balken,

ein gerades, gewöhnlich vierkantig behauenes Stück Holz, das wagerecht freiliegend mit seinen Enden aufliegt und zum Tragen von Lasten bestimmt ist. Ein System in einer Fläche liegender Balken, das zum Tragen der Decke eines untern Raums oder des Fußbodens eines obern Raums oder zu beiden Zwecken dient, bildet eine Balkenlage (s. d.). In der Regel werden die Balken nach der Tiefe des Gebäudes zu gelegt, als der kürzern Dimension, da somit eine größere Ausnutzung ihrer Tragfähigkeit ermöglicht wird, doch sind Aufnahmen hiervon nicht selten. Da diese Tragfähigkeit mit dem Quadrat ihrer Höhe wächst, so legt man die Balken stets auf die hohe Kante, d. h. giebt ihrem Querschnitt eine größere Höhe als Breite, z. B. bei beschlagenem Holze ein Fünftel, bei geschnittenem zwei Fünftel mehr.

Das Maximum der Tragfähigkeit eines Balken erreicht man bei dem Verhältnis der Breite zur Höhe etwa wie 5 zu 7 (genauer wie 1 : V2). Da die Stärke der an natürliche Grenzen gebunden ist, nämlich an die Starte der geschlagenen Baumstämme, so ist auch die freiliegende Länge der Balken oder die Zimmertiefe eine bedingte. Bei Belastungen, wie sie in Wohngebäuden vorkommen, dürfte diese Tiefe, schon aus Gründen der Beleuchtung u. s. f., das Maß von 6 bis 6,5 m selten überschreiten. Wegen des verjüngten Wuchses der Stämme erhält man bei der Bearbeitung derselben zu rechtwinkligem Querschnitt an dem der Wurzel näher liegenden Ende (Stammende) stärkere Abschnitte als am obern Ende (Zapfende), oder, wenn es nicht mehr möglich ist, nach oben den Querschnitt völlig rechtwinklig zu erlangen, abgerundete Ecken (Baumkanten).

Balken

oder Binde (frz. fasce), heraldischer Ausdruck zur Bezeichnung eines Heroldsstücks, das durch sich einen Schild anderer Tinktur (s. d.) in horizontaler Richtung in zwei Teile zerlegt, die unter sich wie mit dem Mittelteil (dem Balken) die gleiche Breite haben. Kommen bei solcher Teilung drei Tinkturen an Stelle der zwei vor, so verliert der Mittelteil den Charakter des (trennenden) und wird zum einfachen Schildesteil. Man blasonniert demnach in dem einen Falle: in Rot ein silberner Balken, im andern: von Rot, Silber und Blau geteilt. Steht das bezeichnete Heroldsstück senkrecht, so tritt an Stelle des Balken der Pfahl, an Stelle der Teilung die Spaltung. Das gleiche Heroldsstück in der Diagonale beißt Schrägrechts- (frz. bande, \) und Sckräglinks- (frz. barre, /)balken.

Balken

(Bälken), Halbpflügen, diejenige Art des Ackerns der Felder, bei welcher zwischen je zwei Pflugfurchen ein zwei Furchen breiter Raum ungepflügt gelassen wird.

Das Balken dient zur Auflockerung und Austrocknung des Bodens.

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