Main

Seite 53.244

Böhtlingk (Otto) - Boieldieu


mehr

und wurde 1886 Professor der Geschichte und Litteratur an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. B.s Schriften sind: «Die holländ. Revolution und der deutsche Fürstenbund» (Bonn 1874),

«Napoleon Bonaparte, seine Jugend und sein Emporkommen» (2 Bde., 9. Aufl., Lpz. 1883),

«Napoleon Bonaparte und der Rastatter Gesandtenmord» (ebd. 1883),

«Die beiden ersten deutschen Kaiser» (1888),

«Fürst Bismarck, zur Geburtstagsfeier 1890» (Karlsr. 1890),

und die Dramen «König Konrad» (Jena 1881) und «Franz von Sickingen» (ebd. 1881).

Böhtlingk,

Otto, Sanskritist, geb. 30. Mai (11. Juni n. St.) 1815 in Petersburg, studierte seit 1833 an der Universität zu Petersburg orient. Sprachen, neben dem Arabischen und Persischen namentlich Sanskrit, ging 1835 nach Berlin, dann nach Bonn, von wo er 1842 als Adjunkt der kaiserl. Akademie der Wissenschaften nach Petersburg zurückkehrte. 1855 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie, 1860 zum Wirkl. Staatsrat, 1875 zum Geheimrat ernannt. 1868 siedelte er nach Jena über; seit 1885 lebt er in Leipzig. Die Arbeiten B.s, sowohl im Sanskrit als im Türkischen und den verwandten Dialekten, zeichnen sich durch Genauigkeit und Sorgfalt, besonders in der Behandlung des Grammatischen und Lexikalischen aus. Von seinen vielen Schriften sind hervorzuheben: die Ausgabe von Paninis «Acht Büchern grammatischer Regeln» (2 Bde., Bonn 1839-40),

Vopadevas «Grammatik» (Petersb. 1847) und Kalidasas «Sakuntala» (Text mit Übersetzung, Bonn 1842),

die «Sanskrit-Chrestomathie» (Petersb. 1815: 2. gänzlich umgearbeitete Aufl. 1877),

Hematschandras «Wörterbuch» (mit Ch. Rieu, ebd. 1847),

«Über die Sprache der Jakuten» (Text, Grammatik und Wörterbuch, ebd. 1851),

«Indische Sprüche» (2. Aufl. in 3 Tln., ebd. 1870-73; eine Auswahl, von seiner Schwester herausgegeben, 1868),

eine Übersetzung des Schauspiels «Mṛcchakatika oder das irdene Wägelchen» (ebd. 1877),

«Paninis Grammatik mit Übersetzung» (Lpz. 1887),

«K'hândogjopanishad, kritisch herausgegeben und übersetzt» (ebd. 1889),

«Bṛhadâranjakopanishad, Text und Übersetzung» (Petersb. 1889),

«Daṇdins Poetik, Text und Übersetzung» (Lpz. 1890). Außerdem erschienen von ihm mehrere Abhandlungen, unter denen hauptsächlich die «Über den Accent im Sanskrit» (1843) zu erwähnen ist, in den «Mémoires» der Petersburger Akademie der Wissenschaften, sowie kleinere Mitteilungen im «Bulletin» derselben Akademie und in andern gelehrten Zeitschriften. Verschiedene wichtige Arbeiten über die Litteratur der Upanischaden hat er neuerdings in den Berichten der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften veröffentlicht. Sein Hauptwerk ist das mit Rud. Roth in Tübingen bearbeitete große «Sanskrit-Wörterbuch» (7 Bde., Petersb. 1853-75), welches den Sprachschatz der altind. Litteratur in möglichster Vollständigkeit darlegt. Eine Bearbeitung desselben in kürzerer Fassung umfaßt gleichfalls 7 Bände (ebd. 1879-89).

facebook