Hauptteil

Seite 17.58

Ascoli - Asien


Elemente

Asien

[* ] (Forschungsreisen). Im folgenden geben wir eine Übersicht über die wichtigsten Forschungsreisen auf asiatischem Gebiet, indem wir uns in der Anordnung des Stoffes eng an den entsprechenden Abschnitt des Hauptartikels »Asien« (Bd. 1, S.928-938) anschließen. Als Anfangstermin kann das Jahr 1885 gelten; doch sind auch einige Reisen etwas ältern Datums zu erwähnen, über welche erst später Nachrichten in die Öffentlichkeit gedrungen sind, wie umgekehrt über manche neuere bis jetzt nur dürftige oder gar keine Nachrichten vorliegen.

Sibirien.

Noch in das Jahr 1880 fällt die ethnographische Studien- und Sammelreise von E. Sommier nach Westsibirien, besonders dem untern Ob. Gleiche Zwecke verfolgte 1885 Kapitän Jacobsen, welcher für das Berliner Museum für Völkerkunde bei den Buräten an den Quellen der Lena, am Amur, bei den Golden und Giljaken und auf der Insel Sachalin mit gewohntem Geschick reiche ethnographische Schätze zusammenbrachte. Der norwegische Naturforscher L. Stejneger untersuchte 1882 die durch Berings unglückliche Überwinterung 1741/42 berühmt gewordene Beringsinsel; 1882-83 erforschte Oberstleutnant I. Nadarow den obern Ussuri und dessen östliche Zuflüsse: eine geologische Untersuchung desselben Gebiets durch Iwanow im Hinblick auf eine zu erbauende Eisenbahn soll sich daran anschließen.

Über fünf Jahre (1882-86) erstrecken sich ausgedehntere Reisen des französischen Minengenieurs J. Martin in Ostsibirien, unter deren Resultaten die 1883/84 ausgeführte Übersteigung des Stanowoigebirges von der Lena zum Amur oberhalb Albasin und deren topographische Aufnahme obenan stehen. Doch zeigte sich das Unternehmen derart mühselig und gefahrvoll, daß an eine öftere Wiederholung nicht zu denken und ein bequemer direkter Weg von der Lena und den Goldwäschereien von Olekminsk nach dem Amur und dem Stillen Ozean noch zu finden ist. Im äußersten Westen finden fortgesetzt Versuche zur Erschließung der gewaltigen sibirischen Ländermasse statt: nachdem Sibiriakow wie schon früher, so auch 1884 (und ebenso 1885) vergeblich versucht hatte, auf dem Seeweg durch das Karische Meer einen Verkehr zwischen dem nördlichen Sibirien und Europa ins Leben zu rufen (ein Versuch, welcher 1887 dem Kapitän Wiggins mit dem kleinen Dampfer Phönix wieder einmal geglückt ist), reiste er im Herbst 1884 zu Land über den nördlichen Ural, um mittels der Flüsse Petschora, Sygwa und Soswa einen Handelsweg zu eröffnen, der meist schiffbar sein und nur 180 km über Land führen wird.

Vorstudien für die Anlage einer Eisenbahn über den nördlichen Ural machte 1883 und 1884 K. D. Rossilow, indem er sieben verschiedene Pässe untersuchte, während Golochwastow, welcher den untern Ob mit dem Chaipudirskbusen des Nördlichen Eismeers durch Schienen in Verbindung bringen will, 1884 zum Studium der Produktion und des Handels das Obgebiet bereiste. In demselben Jahr nahm de Dobbeler an der ersten Dampfschiffahrt vom Ob nach dem Tasbusen teil und kehrte von dort auf nie erforschtem Weg über Land nach Surgut am Ob zurück, untersuchte I. P. Dubrow die Buräten bei Irkutsk und in Transbaikalien in ethnographischer Hinsicht, erforschte N. K. Slatkowski die Geologie der Bezirke Krasnojansk und Kansk und verfolgte I. T. Sawenkow prähistorische Studien an der Mana und im Bezirk von Minussinsk. 1885 sammelten die Entomologen Emberg und Hammerström im Minussinsker Gebiet hauptsächlich Insekten, außerdem Pflanzen u. a., und in demselben Jahr nahm die Expedition von Bunge und Baron Toll nach der untern Lena, der Jana

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