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Artillerieakademie - Artillerie-Prüfungskommission



Artillerie-Belagerungstrain,

im allgemeinen die Bezeichnung für die Gesamtheit des für die Zwecke einer Belagerung dem Belagerungskorps zuzuweisenden Artilleriematerials: die Geschütze mit den dazu gehörigen Fahrzeugen, die Munition, das zur Ausführung der artilleristischen Arbeiten erforderliche Schanz- und Handwerkszeug, sowie die nicht an Ort und Stelle zu beschaffeuden Materialien. Die im A. zur Verwendung kommenden Geschütze sind in der deutschen Armee zur Zeit: das schwere Feldgeschütz (als leichtes Kaliber), die 12 cm-Kanone (als mittleres Kaliber), lange und kurze 15 cm-Kanonen und kurze 21 cm-Kanonen (als schweres Kaliber), endlich Mörser von 9 cm, 15 cm, 21 cm und 28 cm. Im besondern ist Artillerie-Belagerungstrain die Bezeichnung für gewisse artilleristische Formationen, die schon im Frieden vorbereitet sind und im Kriegsfalle aufgestellt oder mobil gemacht werden.

Jede große Armee hält mehrere derartige Trains vorrätig, deren jeder einige hundert Geschütze enthält. Für jedes wahrscheinliche Kriegstheater ist mindestens ein Train notwendig, der im Frieden in den der betreffenden Grenze zunächst befindlichen größern Festungen gelagert wird, während ein in den innern Plätzen lagernder Train zur Verfügung gehalten wird. Erforderlichenfalls können noch weitere Trains aus dem Geschützmaterial der nicht bedrohten Festungen zusammengestellt werden. Jeder Train ist behufs eventueller selbständiger Mobilmachung und Verwendung in eine Anzahl Lektionen eingeteilt, die der taktischen Gliederung der Belagerungsartillerie (Festungsartillerie) entsprechen. Den Sektionen werden Fuhrparks zum Fortschaffen der Munition und der Materialien zugeteilt.

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