Main

Seite 1.864

Aromia - Arqua



Arpino

(das alte Arpinum), Stadt in der ital. Provinz Caserta, südlich von Sora auf Hügeln gelegen, hat enge, mittelalterlich gedrängte Straßen, Tuch- und Papierfabrikation und (1881) 5145 Einw. Arpino ist als die Vaterstadt des Marius und Cicero berühmt (deren Büsten den Palazzo del Commune zieren) und gehörte ursprünglich den Volskern, dann den Samnitern, denen es die Römer entrissen. Noch heute erinnern Reste der alten cyklopischen Mauer, ein 6 m breites cyklopisches Thor und ein antikes kolossales Grabmal (»Grabmal des Saturn«) an die alte Stadt. Arpino ist auch Geburtsort des Vipsanius Agrippa und des Malers Giuseppe Cesari (s. den folg. Art.).

Arpino,

il Cavaliere d', eigentlich Giuseppe Cesari, genannt Arpino, ital. Maler, geboren um 1568 zu Arpino, kam mit 13 Jahren nach Rom und rieb hier zuerst für die im Vatikan beschäftigten Maler Farben. Er sah denselben ihre Praxis ab, und es gelang ihm, auf einem Pfeiler einige Satyrn zu malen, was ihm Unterstützung von seiten Gregors XIII. verschaffte. Bald sah man in ihm den größten Maler Roms; die Bestellungen häuften sich, er wurde von Clemens VIII. zum Ritter und Direktor von San Giovanni in Laterano erhoben.

Der Kardinal Aldobrandini nahm ihn 1600 mit nach Frankreich, wo Heinrich IV. ihm den Orden des heil. Michael verlieh. Auch in Neapel malte er, mußte sich aber von dort vor den Nachstellungen der Künstler nach Rom flüchten. Mit dem Auftreten der Carracci und des Caravaggio schlug jedoch die römische Schule, die er völlig beherrscht hatte, andre Bahnen ein. Seine Hauptthätigkeit in spätern Jahren bestand in der Anfertigung von Kartons für die Mosaiken in San Michele und in der Kuppel von St. Peter. Arpino war ein überaus gewandter, mit lebhafter Phantasie begabter Künstler; seine Arbeiten sind mit Feuer entworfen und von angenehmem Kolorit. Tiefere Durchbildung darf man allerdings bei ihm nicht suchen, namentlich in den Werken seiner zweiten Periode, die zu sehr den Charakter von Improvisationen tragen. Sein Hauptwerk sind die Fresken aus der römischen Geschichte im Saal der Konservatoren auf dem Kapitol. Arpino starb in Rom.

facebook