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Ardeck - Ardent


Titel

Ardennen

(auch Ardenner Wald oder Eisling), bei den Römern Arduenna silva, frz. L'Ardenne und les Ardennes.

1) Früher der ganze Bergstrich zwischen Rhein und Sambre, jetzt nur die westlichste Abteilung des niederrhein. Schiefergebirges. Die Ardennen erheben sich an der Nordgrenze Frankreichs und im südöstl. Belgien, senken sich nordwärts zur Maas (zwischen Namur und Lüttich) und Sambre und lehnen sich im O. an das Hohe Venn und die Eifel an, während sie sich westwärts allmählich zum flandr. Tieflande verflachen. Sie bilden eine breite, häufig ganz ebene oder doch nur sanftwellige Bergfläche von 550 m mittlerer Höhe, ohne geschlossene Bergrücken oder bedeutendere Gipfelerhebung.

Nur der zuweilen ganz kahle oder doch nur mit sehr dünner Erdkrume bedeckte Felsboden und vorzüglich das vielfache Vorkommen tief und steil eingeschnittener Thäler sowie der spärliche Anbau und die strichweise dichten Waldungen geben dem Ganzen das Gepräge eines Berglandes. Die Wälder, meist Laubholz (Eichen, Buchen, Espen und Eschen), seltener Tannenwald, beschatten die mit einer dickern Bodenkrume bedeckten Berglehnen; wo diese fehlen, da findet sich nur mageres Weideland, Gebüsch und Gestrüpp, auch Heide (Landes) und sumpfige oder öde Strecken (Fagnes).

Nur wo die Ardennen im N. und W. in das Tiefland übergehen, gestatten sie Ackerbau. Der tiefe, zum Teil enge, felsige Querspalt des Maasthals zwischen Mézières und Namur durchschneidet die ganze Bergfläche von S. gegen N., so daß die größere Hälfte auf der Ostseite bleibt. Einen ähnlichen Querspalt bildet die Ourthe und Sauer (Sure). Zwischen beiden Spalten liegen die höchsten, bis zu 650 m ansteigenden Punkte der Ardennen auf dem flachen Rücken, der sich im N. der Semoy von der Maas bis zur obern Ourthe ausbreitet und von St. Hubert, dem Gruftkloster des Patrons der Jäger, den Namen Sankt Hubertuswald führt. Die Ardennen bestehen meist aus Thonschiefer und Kalk, enthalten indes auch Bausteine, Dachschiefer, Eisen, Zink und Blei und an ihrem Nordrande von Lüttich bis Valenciennes reiche Steinkohlenlager, die die Metallverarbeitung Belgiens begründen. -

Vgl.   Montagnac, Les Ardennes (2 Bde., Par. 1866-73);

Förster, Versuch einer physischen Chorographie der Ardennen (Bonn 1881);

Gosselet, L'Ardenne (Par. 1888);

Meyrac, Traditions, contumes ect. des Ardennes (Charleville 1890);

Freimuth, Ardennenwanderungen (Köln 1895). -

2) Departement in Frankreich, s. Ardennes.

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