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Anholt (Stadt) - Anicet Bourgeois



Ani,

brasil. Vogel, s. Madenfresser.

Ani,

im Mittelalter einer der prächtigsten Königssitze des vordern Asien, im jetzigen russ. Armenien am Arpatschaï (Akhourian) zwischen Felswänden gelegen, war im 5. Jahrh. noch ein kleines Fort, das jedoch im 8. Jahrh. von einem armenischen Fürsten aus der Dynastie der Bagratiden zur Aufbewahrung seiner Schätze und 961 von den Bagratiden zur Residenz erwählt wurde. Sehr bald wurde Ani so erweitert, befestigt und mit Palästen und Kirchen geschmückt, daß es bereits im 11. Jahrh. 100.000 E. und 1000 Kirchen gehabt haben soll.

Die Stadt wurde 1046 von dem Byzantiner Konstantin Monomach erobert; später gelangte sie in die Hände der Seldschuken, dann in die der kurdischen Beni-Scheddas. Von 1124 bis 1209 wurde sie fünfmal von den Georgiern erobert, 1239 von den Mongolen zerstört, die alle Einwohner niedermetzelten; 1319 vollendete ein Erdbeben die Zerstörung der Stadt. Jetzt bezeugen ihre einstige Größe nur noch Ruinen, die einen Raum von 7 km im Umkreis bedecken. Die noch stehenden Mauern des Palastes zeigen eine vollendete Bauweise und sind bedeckt mit sehr sorgfältig ausgeführten Ornamenten und Mosaiken.

Zwei noch vorhandene Moscheen enthalten Arabesken, die denen der Alhambra zur Seite zu stellen sind. Oberhalb der über einen Abgrund führenden Brücke steht eine der vier noch erhaltenen Kirchen, in deren Innern in völlig unverminderter Farbenpracht der Einzug Christi in Jerusalem, die Jungfrau Maria an Christi Grabe u. s. w. dargestellt ist. Die Reste der großartigen Kirchen bieten für die Geschichte des christl. Baustils im Orient reichliche Ausbeute. Die Felswände in der Umgegend sind voll Höhlen und Grotten, die einst bewohnt waren und eine eigene troglodytische Stadt bildeten. –

Vgl.   Brosset, Rapport sur un voyage archéologique dans la Géorgie et l'Arménie (3 Bde., Petersb. 1849–51, mit Atlas);

ders., Les ruines d'A. (ebd. 1860–61);

Ussher, Journey from London to Persepolis (1865).

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