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Ampelideen - Ampère


Titel

Ampère

(spr. angpähr), 1) André Marie, Physiker und Mathematiker, geb. zu Lyon, wurde durch Rousseau aus der Apathie, in welche er nach der Guillotinierung seines Vaters 1793 verfallen war, gerissen, widmete sich, angeregt durch Lavoisiers Schriften, der Chemie und Physik, ward 1801 als Professor der Physik und Chemie nach Bourg berufen, ging von dort nach Lyon und 1805 als Repetent an die polytechnische Schule zu Paris. Im J. 1809 ward er zum Professor der Analysis und Mechanik ernannt, 1824 als Professor der Physik an das Collège de France versetzt und starb in Marseille. Seine physikalischen Untersuchungen hatten hauptsächlich den Magnetismus und die Elektrizität zum Gegenstand. Er untersuchte die Wechselwirkung zwischen zwei Strömen und wurde so der Entdecker der elektrodynamischen Erscheinungen. Diese Untersuchung und die Entwickelung des Fundamentalgesetzes derselben, welche in »La théorie des phénomènes électrodynamiques« (Par. 1830) dargelegt sind, bieten ein Muster experimenteller und theoretischer Untersuchung.

Eine Frucht dieser Arbeit war Ampères »Theorie des Magnetismus«, welche die Verbindung zwischen Magnetismus und Elektrizität herstellte, indem sie die magnetischen Kräfte auf elektrische zurückführte (»Recueil d'observations électrodynamiques«, Par. 1822). Er arbeitete auch über die Doppelbrechung des Lichts in den Kristallen und zählt zu denen, welche schon in den ersten Jahrzehnten unsers Jahrhunderts die Wärmeerscheinungen auf Bewegung der Moleküle der Körper zurückzuführen versuchten. Er schrieb noch: »Essai sur la philosophie des sciences« (1834-43, 2 Bde.; 2. Aufl. 1857).

Vgl.   »Journal et correspondance de M. Ampère 1793-1805« (7. Aufl., Par. 1877);

»André Marie Ampère et Jean Jacques Ampère; correspondance et souvenirs 1805-64« (das. 1875, 2 Bde.);

Barthélemy Saint-Hilaire, Philosophie des deux Ampères (das. 1866)

2) Jean Jacques, franz. Litterarhistoriker, Sohn des vorigen, geb. zu Lyon, faßte lebhafte Neigung zum Studium der fremden Litteraturen. In den Salons der Mad. Récamier kam er mit dem jungen Frankreich in Berührung und ward

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