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Amasia - Amatitlan



Amati,

eine ital. Familie von Geigenbauern, deren Instrumente (Amati-Violinen) noch jetzt sehr teuer bezahlt werden, ihres lieblichen, reinen, nicht sehr starken Tons wegen. Sie sind klein, gefällig abgerundet, oben und unten hoch gewölbt, weshalb Breite und Fülle des Klanges fehlen. Der Gründer der Geigenfabrik zu Cremona, Andrea Amati, aus einer alten vornehmen Familie Cremonas, starb 1577. Er arbeitete mit seinem Bruder Nicola gemeinsam. Von ihnen stammen 24 unter Louis XIII. und XIV. berühmt gewordene Geigen des franz. Königshofs. Seine Söhne Antonio (geb. um 1555) und Geronimo (geb. um 1556, gest. 1630) erhoben das Geschäft zu noch größerer Berühmtheit.

Aus ihrer Werkstatt ging 1595 die berühmte, noch jetzt vorhandene Geige hervor, die für Heinrich IV. bestimmt war. Geronimos Sohn Nicola (geb. gest. das bedeutendste Glied der Familie, brachte die Klangfähigkeit der Cremoneser Geigen zur höchsten Vollkommenheit und war Lehrmeister von Stradivari (s. d.) und Andrea Guarneri (s. d.). Unter seinem Sohne und Nachfolger Geronimo (1649–1740) nahm das Geschäft der Amati ein unrühmliches Ende.

Vgl.   Wasielewski, Die Violine und ihre Meister (Lpz. 1869).

– Die Amati-Geigen waren früher viel angesehener und gesuchter als heute, wo ihnen von Konzertgeigern weniger Beachtung geschenkt wird, da ihr Ton zu schwach ist und auch die meisten Instrumente durch Ausschaben der Decke verdorben sind. Heutzutage sind Konzertviolinen die Stradivari-Geigen, während die Amati-Geigen für Hausmusik die geeignetsten Instrumente sind.

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