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Albula - Albumin



Album,

bei den alten Römern Bezeichnung der weißen Tafeln, auf denen der Pontifex die offizielle Jahreschronik (annales maximi), der neuerwählte Prätor sein Jahresedikt, andere Beamte Personenverzeichnisse, z. B. der Senatoren, der Richter, der geistlichen Kollegien und Körperschaften verzeichneten. So hießen auch die Dienstlisten der röm. Heeresabteilungen und in der christl. Kirche das Verzeichnis der Kleriker (grch. Kanon). Im spätern Mittelalter bezeichnete man mit dem Namen Album ein Buch weißer, zusammengehefteter oder lose zusammengelegter Blätter, welches die Bestimmung hatte, Auf- und Einzeichnungen verschiedener Personen aufzunehmen.

Auf Universitäten hieß so das Verzeichnis der akademischen Bürger: ferner wurde das Wort auf die Stammbücher (s. d.) übertragen. In neuerer Zeit diente der Name Album vielfach als Titel für Sammlungen litterarischer (z. B. der neuern deutschen Lyrik» u. a.),

musikalischer (z. B. «Schubert-Album») und künstlerischer Erscheinungen. Eine hervorragende Erscheinung auf letzterm Gebiete ist z. B. das «Düsseldorfer Künstler-Album» (seit 1851, fortgesetzt 1866-76 als «Deutsches Künstler-Album»),

das dem «Wiener Künstler-Album» (1857-61) u. a. zum Vorbild gedient hat.

Andere Arten von Album sind das Photographiealbum und das Postwertzeichenalbum (s. d.).

Die Fabrikation von Album ist ein Gewerbe, das meist gemeinsam mit der Herstellung von Portefeuillewaren (s. d.) betrieben wird als Zweig der Buchbinderei: sie hat ihren Sitz vorzugsweise in Berlin und Offenbach. Die Grundidee des Photoqraphiealbums ist die Verbindung gepreßter, ausgestanzter Kartons (Coulissen) mit dazwischen geklebten Pappen, welche die Aufnahme von Photographien ermöglichen. Eine Anzahl dieser so hergestellten starken Blätter werden zu einem Buche vereinigt, beschnitten, mit Goldschnitt versehen und in starke, meist reich verzierte Lederdeckel gebracht, die durch Klappenschloß zusammengehalten werden.

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