Main

Seite 1.302

Albreda - Albuquerque



Album

(lat., das »Weiße«),

bei den alten Römern eine weiße Tafel, um Bemerkungen, Verzeichnisse, Bekanntmachungen etc. darauf zu verzeichnen. So gab es ein Album des Pontifex, worauf die Annales maximi (die Jahreschronik) verzeichnet wurden, ein der Prätoren für öffentliche Edikte, ein Album für die Namenlisten der Senatoren, der Richter, der geistlichen Kollegien, der Heeresabteilungen wie nachher in der christlichen Zeit der Kleriker und noch gegenwärtig der Mitglieder der Universitätsfakultäten. Im spätern Mittelalter bezeichnete man mit dem Namen Album ein Buch weißer, zusammengehefteter Blätter, welches den Zweck hatte, Einzeichnungen verschiedener Personen, auch Sprüche und Sentenzen derselben aufzunehmen. Zu den Albums dieser Art gehören die Gedenkbücher, wie sie schon in mittelalterlichen Klöstern zur Einzeichnung der Gäste auflagen, die Wappen- und Emblemen- oder Devisensammlungen der Renaissance, namentlich aber die Stamm- oder Gesellenbücher, wie sie im Zeitalter des Humanismus Studenten, Gelehrte und Künstler anlegten, und deren Name die Benennung Album auch bald verdrängte.

Der Buchhandel bereitete seit jener Periode derartige Bücher vor; man stattete sie mit Bildwerken aus, welche Bezüge auf die Einzelnen zuließen, und gab den bedruckten Blättern weiße zum Beschreiben bei. Dergleichen Stammbücher sind vom historischen Standpunkt aus oft merkwürdig als Sammlungen von Autographen berühmter Personen; vom künstlerischen Standpunkt betrachtet, enthalten sie meist Dilettantenarbeit. In der spätern Zeit artete das Stammbuchwesen in Spielerei aus und wurde Modesache in der Welt der Mädchen und Frauen; gegenwärtig ist es fast gänzlich verlassen, an die Stelle des Stammbuchs ist das Photographienalbum getreten.

Neuerlich ist das Wort von Frankreich aus als Titel für poetische Anthologien (meist illustriert), für Sammlungen von Zeichnungen namhafter Künstler oder von Stichen, Radierungen, Photographien etc. namhafter Kunstwerke und litterarisch-artistischer Erzeugnisse ähnlicher Art in Gebrauch gekommen; so das »Düsseldorfer Künstleralbum« (1851-66),

fortgesetzt als »Deutsches Künstleralbum« (1866-76),

das »Wiener Künstleralbum« (1857-61), ferner die Albums aus den Werken von Leonardo da Vinci, Raffael, Correggio, Tizian, Veronese, Murillo, Rembrandt, Eyck, Dürer, Kaulbach, Richter etc. Ähnliche Arten von Albums in der Bedeutung von Sammlung oder Auswahl bilden das Briefmarkenalbum und das neuerdings aufgekommene Musikalbum.

facebook