Main

Seite 1.233

Ahlheide - Ahn



Ahlquist,

August Engelbert, finn. Sprachforscher, geb. zu Kuopio in der Landschaft Savolax, studierte in Helsingfors Philosophie und Philologie, widmete sich dann namentlich der Erforschung der finnischen Sprachfamilie und gründete 1847 zu dem Zweck, das Finnische zur Schrift- und Landessprache zu erheben und eine finnische Nationallitteratur zu ermöglichen, die Zeitschrift »Suometar«, für die er (unter dem Pseudonym Oskaner) wertvolle Beiträge lieferte. Er beschäftigte sich dann vorzugsweise mit der Sprache der Wotjaken (s. d.),

deren Grammatik er schrieb (»Wotisk grammatik«, Helsingf. 1855),

und bereiste 1853-58 Nordrußland und Sibirien zu sprachwissenschaftlichen Forschungen, deren Ergebnis er in dem »Versuch einer mokscha-mordwinischen Grammatik« (Petersb. 1862) und den beiden Werken: »Die Kulturwörter der westfinnischen Sprachen« (das. 1871, deutsch 1875) und »Über die Sprache der Nordostjaken« (Helsingf. 1880 ff.) niederlegte;

die Beschreibung der Reise selbst erschien in finnischer Sprache: »Muistelmia matkoilta Wenäjällä ruosina« (das. 1860).

Ahlquist, gegenwärtig Professor der finnischen Sprache und Litteratur an der Universität zu Helsingfors, hat auch finnische Gedichte unter dem Titel: »Säkeniä« (»Funken«) veröffentlicht und mehrere deutsche Dichtungen, z. B. Schillers »Glocke«, »Kabale und Liebe« u. a., ins Finnische übertragen.

facebook