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Adelsbrief - Adelung



Adelung,

Friedr. von, Gelehrter, Neffe des folgenden, geb. zu Stettin, studierte zu Leipzig Philosophie und Jurisprudenz und begleitete dann eine kurländ. Familie nach Italien. Nach seiner Rückkehr 1793 lebte er in Riga, Mitau und Petersburg in verschiedenen Stellungen, wurde 1801 Direktor des deutschen Theaters in der russ. Residenz, 1803 Instruktor der Großfürsten Nikolaus und Michael, 1824 Direktor des Orientalischen Instituts im Ministerium des Auswärtigen, 1825 Präsident der Akademie der Wissenschaften und starb Adelung verfaßte Beiträge zur Kenntnis der ältern deutschen Litteratur, eine Übersetzung und Erläuterung des Calpurnius (Petersb. 1804) und mehrere linguistische Schriften, wie «Rapports entre la langue sanscrite et la langue russe» (ebd.1811),

«Versuch einer Litteratur der Sanskritsprache» (ebd. 1830; 2. Aufl. u. d. T. «Bibliotheca Sanscrita», ebd. 1837). Ferner schrieb er: «Siegmund Freiherr von Herberstein» (ebd. 1818),

«Augustin Freiherr von Meyerberg und seine Reise nach Rußland» (ebd. 1827) und «Kritisch-litterar. Übersicht der Reisenden in Rußland bis 1700» (2 Bde., ebd. 1846).

Adelung,

Joh. Christoph, Sprachforscher, geb. zu Spantekow bei Anklam, studierte in Halle, 1759 Professor am evang. Gymnasium zu Erfurt, floh 1761 wegen kirchlicher Streitigkeiten nach Leipzig, wo er als Korrektor, Übersetzer, Journalist und fruchtbarer und vielseitiger Schriftsteller lebte, bis er 1787 Oberbibliothekar der kurfürstl. Bibliothek zu Dresden ward; hier starb er Bleibende Verdienste erwarb sich Adelung um die lexikalische Durchforschung und Verzeichnung der deutschen Sprache.

Sein erstaunlicher Sammelfleiß macht ihn zum achtbarsten Vorgänger J. Grimms. Sein bedeutendstes Werk ist das noch sehr brauchbare «Grammatisch-kritische Wörterbuch der hochdeutschen Mundart», Bd. 1-5, Abteil. 1 (Lpz. 1774-86; 2. Aufl., 4 Bde., 1793-1801),

dem ein «Auszug» (4 Bde., ebd. 1793 -1802) folgte, lange das anerkannte Orakel in Fragen der Sprachfeinheit. Sein grammatisches System entwickelte er in der «Deutschen Sprachlehre zum Gebrauch der Schulen in den preuß. Landen» (Berl. 1781),

ausführlicher in dem «Umständlichen Lehrgebäude der deutschen Sprache» (2 Bde., ebd. 1781-82); ergänzend traten hinzu «Anweisung zur Orthographie» (Lpz. 1788; 5. Aufl. 1835) und «Über den deutschen Stil» (3 Bde., ebd. 1785-86; 4. Aufl., 2 Bde., 1800). A.s «Ältere Geschichte der Deutschen, ihrer Sprache und Litteratur» (Lpz. 1806) behandelt die alten Germanen als Barbaren, und auch der mittelhochdeutschen Dichtung, der er nützliche Einzelschriften widmete («Chronolog. Verzeichnis der schwäb. Dichter», 1784; «Püterich von Reicherzhausen», 1788),

wurde er nicht gerecht. In «Mithridates oder allgemeine Sprachenkunde» (Bd. 1: «Die asiat. Sprachen», Berl. 1806; Bd. 2-4 von J. S. Vater, 1809-17) macht Adelung Ansätze zu vergleichender Sprachbetrachtung. Jöchers «Gelehrtenlexikon» ergänzte er durch 2 Bände (Lpz. 1784-87),

ebenso Ducanges «Glossarium» (s. Dufresne). Seine Arbeiten zur deutschen, namentlich sächs. Geschichte sind wertvolle Materialiensammlungen («Directorium

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