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Abel (Karl Friedr.) - Abeliten


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(Stuttg. 1840);

Heigel, Ludwig Ⅰ. (Lpz. 1872; 2.Ausg. 1888);

Sepp, Ludwig Augustus (Schaffh. 1869).

Abel,

Karl Friedr., Virtuos auf der Gambe, Klavierspieler und Komponist, geb. 1725 zu Cöthen, Schüler von Joh. Sebastian Bach, war 1748‒58 Mitglied der königl. Kapelle, ging 1759 nach London, wurde Direktor der Kapelle der Königin und machte zahlreiche Konzertreisen. Er starb Abel war der größte, aber auch der letzte Virtuos auf der Gambe (Viola da gamba), die nach seinem Tode außer Gebrauch kam.

Außer für diesem Instrument komponierte er für Flöte, Klavier und Orchester.

Abel,

Niels Henrik, norweg. Mathematiker, geb. im Kirchspiel Findö im Stift Christiansand, begründete schon auf der Universität zu Christiania, die er 1821 bezog, durch einige mathem. Abhandlungen seinen Ruf. Mit Unterstützung der Regierung hielt er sich hierauf 1825‒27 erst in Paris, dann in Berlin auf, wo er mit Crelle in nähere Verbindung trat und Mitarbeiter für dessen «Journal für reine und angewandte Mathematik» wurde. A.s Arbeiten gehörten vorzüglich den Gebieten der Algebra und der Funktionentheorie an. Er zuerst bewies, daß im allgemeinen Gleichungen von höherm als dem vierten Grade nicht mit Hilfe von Wurzeln auflösbar sind, und gab zugleich eine bestimmte Klasse auflösbarer Gleichungen aller Grade (Abelsche Gleichungen).

Die Theorie der elliptischen Funktionen bildete er gleichzeitig mit Jakobi aus. Er entdeckte eine gemeinsame Eigenschaft der Integrale aller algebraischen Gleichungen, das sog. Abelsche Theorem, und schuf so die Grundlage für eine Untersuchung der Abelschen Funktionen, die von Riemann und Weierstraß fortgeführt ist. Nur kurze Zeit wirkte er als Docent an der Universität und Ingenieurschule zu Kristiania, da er schon starb. Seine Arbeiten sind gesammelt in «Œuvres complètes» (2 Bde., Kristiania 1839; 2. Aufl. 1881).

Abel,

Otto, Geschichtschreiber, geb. zu Kloster-Reichenbach in Württemberg, studierte seit 1842 in Tübingen, Jena, Heidelberg, Bonn und Berlin, namentlich unter Dahlmann und Ranke histor. Wissenschaften. 1848 trat in Tübingen mit Begeisterung für die Idee eines preuß. Kaisertums ein, wurde aber durch das Verhalten Friedrich Wilhelms Ⅳ. bald enttäuscht. Nachdem er in Berlin für die «Monumenta Germaniae historica» eine Anzahl schwäb. Geschichtsquellen aus der Staufenzeit zum Druck vorbereitet hatte, habilitierte er sich 1851 in Bonn als Privatdocent der Geschichte, starb indes bereits zu Leonberg in Württemberg an einem Lungenleiden. der gewandte Darstellung mit gründlicher Gelehrsamkeit vereinigte, hatte sich besonders die Bearbeitung der Geschichte des Kaisers Friedrich Ⅱ. zur Aufgabe gestellt, wovon jedoch nur die einleitende Monographie «König Philipp der Hohenstaufe» (Berl. 1852) und das nach seinem Tode von Wegele herausgegebene Fragment «Kaiser Otto Ⅳ. und König Friedrich Ⅱ.» (ebd. 1856) erschienen sind. Ferner schrieb er: «Makedonien vor König Philipp» (Lpz. 1847),

«Das neue Deutsche Reich und sein Kaiser» (Berl. 1848),

«Theodat, König der Ostgoten» (Stuttg. 1855),

«Die deutschen Personennamen» (Berl. 1853) und «Die Legende vom heil. Johann von Nepomuk» (ebd. 1855), worin er nachweist, daß der Kultus Nepomuks (s. d.) in Böhmen künstlich für den des Huß untergeschoben worden ist.

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