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Aarwangen - Aberystwith



Abbe,

Ernst, Physiker, geb. zu Eisenach, studierte von 1857 bis 1861 in Jena und Göttingen, war dann Assistent an der Göttinger Sternwarte und Docent beim Physikalischen Verein in Frankfurt a. M., habilitierte sich im Sommer 1863 in Jena und ist seit 1870 Professor daselbst (seit 1891 von Lehramtspflichten wieder entbunden) und seit 1878 Direktor der dortigen Sternwarte. Seit 1866 mit der optischen Werkstätte von Carl Zeiß (s. d., Bd. 16) in Verbindung, hat er seinen Wirkungskreis mehr und mehr auf die wissenschaftliche Leitung dieses Instituts gerichtet.

Auch gab er die Anregung zur Gründung des glastechnischen Laboratoriums zu Jena. (S. Glas für wissenschaftliche Zwecke, Bd. 8, und Schott, Friedrich Otto, Bd. 14.) Den Forschungen A.s verdankt die Theorie der optischen Instrumente wichtige Fortschritte, die besonders für die Verbesserung der Mikroskope und photogr. Apparate von großer Bedeutung wurden. (Über einige von Abbe selbst und unter seiner Leitung gemachte Fortschritte dieser Art s. Linsenkombinationen, Bd. 11.) A.s litterar. Arbeiten beziehen sich auf Dioptrik und Theorie der optischen Instrumente und finden sich in Fachzeitschriften. Er schrieb unter anderm: «Neue Apparate zur Bestimmung des Brechungs- und Zerstreuungsvermögens fester und flüssiger Körper» (Jena 1874),

«Welche sociale Forderungen soll die Freisinnige Volkspartei in ihr Programm aufnehmen?» Zwei Vorträge (ebd. 1894).

Abbé***

* (Abbé trois étoiles).

Nach neuern Feststellungen ist der Verfasser des «Maudit» u. s. w. ein ehemaliger, zum Protestantismus übergetretener Trappist Namens Leclercq. Er studierte prot.

Theologie zu Straßburg 1863-66 und wurde dann Pastor der wallonischen Gemeinde zu Hanau, wo er 1890 starb. 1879 erschien von ihm «Francisque, par l'abbé Jean, docteur en théologie» (Paris), eine Art Autobiographie.

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