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Eisenbahnbehörden [unkorrigiert]


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die Verkehrs-, Wagenkontrollen, Fundbureaus ferner (für sämtliche Direktions bezirke) das Central - Verkehrsbureau in Hannover für die Abrechnung über Personen-, Güter- und sonstige Verkehre zwi- schen den preuß. Staats- und unter Staatsverwal- tung stehenden Eisenbahnen einerseits und andern Eisenbahnen andererseits, das Central - Wagen- abrechnungsbureau in Magdeburg abrechnungsstellen, Bd. 5) für die Abrechnung über Wagenmiete zwischen den preuß.Staatsbahnen einer- seits und den übrigen Eisenbahnen des Deutschen Eisenbahnvereins und den fremdländischen Eisen- bahnen andererseits, das Centralwagenbureau in Magdeburg den Ausgleich zwischen Bedarf und Bestand an Güter- wagen unter den einzelnen Verwaltungsbezirken, so- wie endlich das Abnahmeamt in Essen a. d. Ruhr für die Übernahme der Anfertigung und die Ab- nahme von Schienen u. s. w. Dasselbe untersteht jetzt der königl. Eisenbahndirektion in Essen a. d. Ruhr.

Wichtige Aufgaben in der neuen Verwaltung sind den Rechnungsdureaus der Eisenbahndirektio- nen zugewiesen, an deren Spitze ein Vorstand mit der Bezeichnung «Rechnungsdirektor» steht. Über die infolge der Neueinteilung und Vermeh- rung der Eisenbahndirektionsbezirke notwendig ge- wordene Umgestaltung der wirtschaftlichen Beiräte s. Eisenbahnbeirüte. Die zur Ausführung und Über- wachung des örtlichen Dienstes den Eisenbahndirek- tionen unterstellten besondern Organe, Inspektions- vorstände, sind an die Stelle der frühern Vetricbs- ämtcr getreten, soweit es sich nicht um Angelegenheiten der eigentlichen Verwaltung und Betriebsleitung handelt, die von den Vetriebsämtern auf die Direk- tionen übergegangen sind. .hinsichtlich der geschäft- lichen Erledigung der Angelegenheiten des örtlichen Dienstes ist insofern eine wesentliche Änderung einge- treten, als jetzt für die einzelnen Dienstzweige selb- ständige Dienststellen unter je einem verantwortlichen Leiter bestellt sind, während früher fämtliche Dienst- zweige in dem Betriebsamt vereinigt waren.

Bei Meinungsverschiedenheiten der Inspektionsvorstände und der Vorstände der für die Neubauverwaltung im Falle des Bedürfnisfes errichteten besondern Bau- abteilungen entscheidet die Direktion; wenn in Be- triebsangelegenheiten Gefahr im Verzüge ist und des- halb die Entscheidung der Direktion nicht abgewartet werden kann, wird nach der Bestimmung des Vor- standes der Betriebsinspcktion verfahren. Bei den Betriebsinspektionen sind die Ge- schäfte der Bahnunterhaltung und Bahnbewachung, die den frühern Bauinspektioncn oblagen, mit der Ausführung und Überwachung des Stations- und zugehörigen Telegraphen- sowie des Zugdienstes vereinigt, während den Maschineninspettionen im wesentlichen diejenigen Geschäfte des Maschinen- und Neben- sowie Vetriebswerkstättendienstes zu- geteilt sind, die seither von den maschinentechnischen Mitgliedern der Betriebsämter wahrgenommen wur- den.

Als Organe für die Ausführung und Über- wachung des Verkehrs-, Abfertigungs- und Kassen- dienstes sind die Verkehrsinspektionen hinzu- getreten, deren vornehmste Aufgabe in der dauern- den Aufrechterhaltung einer lebendigen Verbindung zwischen der Eisenbahnverwaltung und den Ver- kehrsinteresscnten besteht. Jeder Werkstätte n - inspektion liegt die Leitung einer Hauptwerkstätte oder einer -Abteilung einer größern Hauptwerk- stätte ob. Die Geschäfte der Telegrapheninspektoren, deren früher in einzelnen Direktionsbezirken mehrere bestellt waren, werden jetzt in jedem Direktions- bezirk von einer Telegrapheninspektion wahr- genommen.

Den Vorständen der Inspektionen, die mit höhern Beamten besetzt werden (mit Ausnahme der Verkehrsinspektionen, deren Vorstände meist aus den mittlern Beamten entnommen werden), sind wie auch den Vorständen der Bauabteilungen zur Vereinfachung des Geschäftsganges einzelne Ver- waltungsgeschäfte zur felbftändigen Erledigung übertragen. Sie können z. B. die Löhne der ihnen unterstellten Arbeiter in beliebigem Betrage, sonstige Zahlungen bis zu bestimmten Beträgen anweisen, Arbeiten und Lieferungen innerhalb gewisser Gren- zen vergeben u. s. w. Der Vorstand der Vcrkehrs- inspcktion ist befugt, über Anträge tung von Fahrgeld und Gepäckfracht fowie auf Ent- schädigung aus dem Frachtvertrage u. s. w., soweit die preuft.

Staatsbahnen und einige bestinnnte Privatbahnen in Betracht kommen, selbständig zu entscheiden, soweit der reklamierte Gesamtbetrag die Summe von 300 M. nicht überschreitet. Zugleich mit der Neuordnung der Verwaltung ist auch eine völlige Umgestaltung des gesamten Etats-, Kassen- und Rechnungswesens der preuß. Staats- bahnen eingetreten, wodurch ganz wesentliche Ver- einfachungen und Ersparnisse erzielt, andererseits aber auch eine schärfere Überwachung der Wirt- schaftsführung in der Verwaltung, deren Etat im Rechnungsjahr 1896/97 bereits die Milliarde über- fchritten hat, herbeigeführt worden sind.

Die Bestimmungen über das Etats-, Kassen- und Rechnungswesen sind in der Finanz ordnung der preußischen Staatseisenbahnverwal- tung zusammengefaßt, die in 12 Teilen die Wirt- schafts-, Buchungs-, Rechnungs-, Werkstätten-, Ma- terialien-, Drucksachen-, Inventarien-, Hauptkassen-, Stationskassen-, Baukassenordnung, die Anweisung zur Rechnungslegung und eine Sammlung älterer Rechnungsvorschriften materiellen Inhalts enthält. Wenngleich durch die Vereinfachungen in der Ver- waltung der preuß. Staatsbahnen in erster Reihe eine größere Wirtschaftlichkeit und Beweglichkeit der Ver- waltung herbeigeführt werden foll, ein Ziel, das nach den bisherigen Erfahrungen als erreicht angesehen werden kann, so dürfen doch die erzielten Erspar- nisse nicht außer Betracht bleiben.

Der Minder- bedarf an Perfonal des höhern und innern Dienstes gegenüber 1893/94 stellte sich bei Einführung der neuen Verwaltung auf 3050 Arbeits- kräfte, darunter 380 höhere Beamte, 2180 mittlere Beamte, 60 Unterbeamte und 430 Arbeiter. Die Verminderung wurde in erster Reihe durch die Ver- setzung der entbehrlichen Beamten in den einstweiligen Ruhestand erreicht, denen, wie seinerzeit bei der Re- organisation der allgemeinen Landesverwaltung, auf Grund eines besondern Gesetzes vom soweit sie definitiv oder etatsmühig angestellt sind, während eines Zeitraums von fünf Iabren, auch wenn sie während desselben dienstunfähig werden, unverkürzt ihr bisheriges Diensteinkommen, nach Ablauf dieses Zeitraums aber drei Vicrtcl ihres pcnsionsfähigen Dienstcinkommens als Wartegeld, und im Falle ihrer demnächstigen Dienstunfähigkeit als Pension gewährt wird. Auf Grund dieses Ge- setzes wurden insgesamt über 220 Höhcrc, über 650 mittlere und über 20 untere etatsmäßige Beamte mit vollem Einkommen und über 30 außeretats- mäßige Beamte mit anteiligem Einkommen,

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