Main

Seite 52.73

Aubl. - Aubusson


mehr

Steinkohlengruben (3848 Arbeiter), Hammerwerk;

Handel mit Getreide, Vieh, Holz, Eisen. In der Umgegend werden Eisen (Hochöfen von Gun), Schwefel, Alaun, Marmor, Kalkstein und andere Mineralien gewonnen und die im Handel sehr gesuchten Schafe von Cransac gezüchtet.

Aubl.,

naturwissenschaftliche Abkürzung für Jean Baptiste Christoph Fusée Aublet, geb. zu Salon, gest. zu Paris, Verfasser der «Histoirs den plante de la Gujane française» (4 Bde., Par. 1775).

Aubonne

(spr. obonn).

1) Bezirk im schweiz. Kanton Waadt, hat (1888) 8539 E. in 17 Gemeinden. - 2) Bezirksstadt im Bezirk Aubonne, auf einer Anhöhe über dem Flusse Aubonne, 2,5. km nördlich von der Station Aubonne-Allaman der Linie Genf-Lausanne-St. Maurice der Jura-Simplonbahn, hat (1888) 1805 prot.

E., Post, Telegraph, alte Kirche mit interessanten Grabmälern, Schloß, Progymnasium, Mittel-, Volks- und Kleinkinderschule;

Jahrmärkte.

Aubrac,

Monts d' (spr. mong dobrack), eine zum System der Sevennen gehörige, durch prächtige Basaltsäulen ausgezeichnete 50-60 km lange und 15-25 km breite Gebirgskette vulkanischen Ursprungs, zwischen dem Lot und dessen Zuflüssen Colagne und Truyere, teils im franz. Depart. Lozère, größtenteils aber im Depart. Aveyron, mit kleinen Seen, tiefen Schluchten, ausgedehnten Wäldern (6000 ha) und Wiesen, auf denen die Aubrac-Rinder gezüchtet werden.

Der Gipfelpunkt dieser Gruppe ist der Mailhebiau (1471 m).

Aubry

(spr. obrih), Charles Marie Barbe Antoine, franz. Jurist, geb. zu Zabern (im Elsaß), war bis 1870 Professor und Hilfsrichter am Tribunal zu Straßburg, 1872-78 Rat am Kassationshof in Paris und starb daselbst Sein mit Rau verfaßtes Werk «Cours de droit civil française» (5 Bde., Par. 1838-47; 4. Aufl., 8 Bde., ebd. 1869-76) war ursprünglich eine Bearbeitung von Zacharias «Handbuch des franz. Civilrechts» (Heidelb. 1808 u. ö.),

die aber immer selbständiger wurde und die Hauptquelle des franz. Civilrechts bildet. Auch übersetzte Aubry Goethes «Faust» ins Französische.

Aubry

de Montdidier (spr. obri d'mongdidjeb), ein franz. Ritter, der nach einer verbreiteten, aber falschen Ansicht zur Zeit König Karls V. um 1371 nahe bei Paris von Richard de Macaire ermordet wurde. Dieses Verbrechens dadurch verdächtig, daß A.s Hund ihn stets wütend anfiel, musste Macaire auf Befehl des Königs mit diesem Ankläger im Gottesurteil kämpfen. Durch die Bisse des Hundes tödlich verwundet, gestand er seine Schuld ein. In Wahrheit führt die geschichtlich-legendarische Grundlage dieser Erzählung («Chien de Montargis») bis in die karoling.

Periode, die litterarische bis ins 12. Jahrh. zurück;

sie steht ursprünglich in Verbindung mit der Sage von der unschuldig verleumdeten Sibylla, der sagenhaften Gattin Karls d. Gr. Behandelt wurde der Stoff im Mittelalter in den meisten german. und roman. Sprachen;

vgl. von der Hagen, Gesamtabenteuer (Bd. 1, Nr. 8);

Macaire, chanson de geste, hg. von Guessard (Par. 1866).

In neuerer Zeit kam die Sage in Frankreich in «Der Hund des Aubry de Montdidier oder der Wald bei Bondy» als Melodrama auf die Bühne. In Deutschland wurde dies Rührstück zuerst auf den Vorstadttheatern Wiens, im Sept. 1816 auf der königl. Bühne zu Berlin gespielt. Als es 1817 auch in Weimar zur Aufführung mit dem dressierten Pudel des Schauspielers Karsten bestimmt ward, legte Goethe die Leitung der Bühne nieder.

Aubry-Lecomte

(spr. obri lökongt), Jean Baptiste, franz. Lithograph, geb. in Nizza, widmete sich unter dem Maler Girodet-Trioson in Paris der Zeichenkunst und bildete sich zum Lithographen aus. Aubry-Lecomte starb zu Paris und vermachte dem kaiserl. Kupferstichkabinett sein vollständiges Werk (308 Blätter).

Besonders glücklich war in Nachbildung der weichen Formengebung Prud'hons.

Auburn

(M. ahbörn), Name mehrerer Orte in den Vereinigten Staaten von Amerika, u. a.:

1) Hauptstadt des County Androscoggin in Maine, an den Fällen des Androscoggin, Lewiston gegenüber, hat 10000 E. und Schuhfabriken. - 2) Hauptstadt des County Cayuga in Neuyork, westsüdwestlich von Syracuse, am Owascosee, hat (1890) 25858 E., ein großes Staatsgefängnis (sog. Auburnsches System, s. Gefängniswesen), ein presbyterianisches Seminar und verschiedenartige Industrie.

Aubusson

(spr. obüssong), Name von Teppichen, Möbelstoffen u. dgl. in Art der Gobelins (s. d.), die in der Stadt Aubusson gewoben werden.

Titel

Aubusson

(spr. obüssong).

1) Arrondissement im franz. Depart. Creuse, hat 2040,50 qm, (1891) 100.866 E., 103 Gemeinden und zerfällt in die 10 Kantone: Aubusson (170,11 qkm, 13134 E.), Auzances (182,06 qkm, 9347 E.), Bellegarde (174,41 qkm, 9520 E.), Chénérailles (206,32 qkm, 13126 E.), La Courtine (228,20 qkm, 7347 E.), Crocq (262,76. qkm, 10475 E.), Evaur (209,03 qkm, 10494 E.), Felletin (205,79 qkm, 11976 E.), Gentioux (251,99 qkm, 7564 C.), St. Sulpice-les-Champs (149,83 qkm, 7883 E.). - 2) Hauptstadt des Arrondissements in 456 m Höhe, an der Creuse und der Linie Busseau d'Abun-Felletin der Franz. Orléansbahn, hat (1891) 6141, als Gemeinde 6672 E., Kommunalcollège, bedeutende Fabrikation von Teppichen (seit 15. Jahrh., 2000 Arbeiter), Tuch, Decken, Moquettes (Sammet) und Baumwollzeugen. Auf einem Hügel die Ruinen eines im 11. Jahrh, erbauten, 1632 zerstörten Schlosses. - Aubusson kam 1260 an die Grafen der Marche, die den Titel Vicomte von Aubusson führten. Aubusson ist Geburtsort des Johanniter-Großmeisters Pierre d'A. (s. d.) und der Schriftsteller J. Sandeau und Alfred Assolant.

Aubusson

(spr. obüssong), Pierre d', Großmeister des Johanniterordens, aus altem franz. Adel, geb. 1423, soll schon in jungen Jahren an einem Türkenzug, dann am Kriege des Dauphins gegen die Schweizer 1444 teilgenommen haben. Seine histor. Stellung aber errang er, als er in Rhodus in den Johanniterorden eintrat. Nach Frankreich geschickt, um Hilfe gegen die nach dem Fall von Konstantinopel (1453) übermächtigen Türken zu erlangen, erhielt er von Karl VII. 16000 Goldthaler für den Orden.

Seiner Verdienste wegen wurde er 1467 in den engern Ausschuß zur Verwaltung des Ordensschatzes aufgenommen, erhielt die Aufsicht über den Festungsbau in Rhodus, wurde Großprior von Auvergne und 1476 Großmeister. In dieser Stellung leitete er mit glänzender Tapferkeit die Verteidigung von Rhodus (Mai bis Juli 1480) gegen die Flotte Mohammeds II., die er zum Rückzug nötigte. Einen Bericht A.s hierüber an Kaiser Friedrich III. («De servata urbe etc.») findet man bei Freher, «Germanicarum rerum Scriptores», Bd. 2 «Frankf. 1610; Straßb. 1717). Aubusson wurde 1489 Kardinal; 1501 übernahm er

facebook