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Ortenstein - Ortschwabenbach


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Mittelsäss in 1784 m und Obersäss in 2009 m. Ist eine der schönsten Alpweiden des Kantons.

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Schloss Ortenstein.

Ortenstein

(Kt. Graubünden, Bez. Heinzenberg, Kreis Domleschg, Gem. Tomils). 760 m. Schloss auf einem senkrecht abfallenden Felsen rechts über dem Ufer des Hinterrhein, 500 m w. Tomils und 1,5 km sö. der Station Rotenbrunnen der Albulabahn. Telephon. Herrschaft u. Schloss gehörten zuerst den Freiherren von Vaz und kamen nach dem Erlöschen dieses Geschlechtes 1333 durch Erbschaft an den Grafen Rudolf von Werdenberg-Sargans, den Gemahl der Tochter Ursula des letzten derer von Vaz.

Anlässlich des für den Grafen Heinrich von Werdenberg unglücklichen Kampfes des Schwarzen Bundes gegen den Grauen Bund wurde Schloss Ortenstein zusammen mit andern Burgen im Domleschg 1450 oder 1451 zerstört, nachher aber wieder aufgebaut. Hier starb 1501 der Graf Georg von Werdenberg, der letzte seines Geschlechtes, der seit 1483 seinen Wohnsitz hierher verlegt hatte. Nachdem seine Gemahlin zuerst einen Landvogt auf das Schloss gesetzt hatte, verkauften es ihre Brüder, die Freiherren von Waldsburg, die sich auch Grafen von Sonnenberg nannten, zusammen mit der Herrschaft 1523 um den Preis von 12500 Gulden an Ludwig Tschudi, den Bruder des berühmten Chronisten Aegidius Tschudi. Vier Jahre später kaufte sich das Volk um den Preis von 15000 Gulden von seinem neuen Burgherrn frei und veräusserte das Schloss 1528 seinerseits wieder um 20000 Gulden an Jakob von Travers, dessen Geschlecht sich in der Folge vielfach rühmlich auszeichnete.

Johann Travers (1483-1564) war ein hervorragender Militär und Staatsmann und übernahm noch als 70 jähriger Greis das Amt eines reformierten Pfarrers in Zuoz, das er 9 Jahre lang versah. Joh. Viktor Travers war zur Zeit des Aufstandes im Prätigau (1622) österreichischer Vogt von Castels. Später kam das prachtvoll restaurierte und ausserordentlich schön gelegene Schloss an die von Juvalta und nachher an die von Tscharner. Bemerkenswerte Aussicht auf das ganze Domleschg.

Ortenstein

am Berge u. Ortenstein Im Boden (Kt. Graubünden, Bez. Heinzenberg, Kreis Domleschg).

Ehemalige Gerichtsgemeinden, hervorgegangen aus der früheren Herrschaft Ortenstein, die das Volk vom Grafen Ludwig Tschudi 1527 loskaufte.

Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Gemeinden, den am Berghang und im Thal wohnenden Leuten, führten 1779 die Trennung herbei.

Ortenstein im Boden umfasste die jetzigen Gemeinden Rotenbrunnen, Tomils, Paspels und Rodels, Ortenstein am Berge dagegen Feldis, Scheid und Trans.

Beide Gerichtsgemeinden bildeten zusammen mit derjenigen von Fürstenau (jetzige Gemeinden Almens, Pratval, Scharans, Fürstenau und Sils) ein Hochgericht, das 1850 zum Kreis Domleschg umgewandelt worden ist. Es haben somit die Bezeichnungen Ortenstein am Berge und Ortenstein im Boden nur noch historisches Interesse.

Roman. orta = Ort des Gerichtes oder Gerichtssitz. S. auch den Art. Domleschg.

Orthalden

(Kt. Uri, Gem. Spiringen).

Alpweide mit 2 Gruppen von Hütten in 1874 und 1886 m, 1 Stunde s. über dem Urnerboden am NW.-Hang des Kammerstockes.

Wird vom Juli bis September mit etwa 50 Stück Vieh bezogen.

Ortier.

Ortsnamen in den Kantonen Waadt und Wallis; bezeichnen wie Lourtier, Lurtier eine Gegend, in der Nesseln (orties) in Menge wachsen.

Ortier

(Kt. Waadt, Bez. Aigle, Gem. Villeneuve).

1605 m. Alpweide mit Hütte, auf einer breiten Ausladung des Kammes von Malatrait und über dem Wald der Joux Verte.

Neocomfalte an der SO.-Flanke der Kette Malatrait-Aveneyre. S. den Art. Malatrait.

Ortier

(L') (Kt. Waadt, Bez. Aigle, Gem. Ormont Dessous).

Hütten. S. den Art. Lurtier.

Ortolfi

(Kt. Graubünden, Bez. Ober Landquart, Kreis und Gem. Davos).

1480 m. Gruppe von 7 Häusern, am rechten Ufer des Bärenthalbaches nahe seiner Mündung in das Landwasser;

200 m w. Davos Glaris. 34 reform. Ew. deutscher Zunge.

Kirchgemeinde Glaris-Davos, deren Pfarrkirche nahe bei Ortolfi steht.

Wiesenbau und Viehzucht.

Ortschwaben

(Kt. Bern, Amtsbez. Bern, Gem. Kirchlindach, und Amtsbez. Aarberg, Gem. Meikirch).

583 m. Dorf, in dem vom Ortschwaben- oder Krebsbach durchflossenen Thälchen und an der Strasse Neubrück-Meikirch;

1,5 km sw. Kirchlindach und 5,5 km w. der Station Zollikofen der Linie Bern-Biel.

Postbureau, Telephon;

Postwagen Bern-Detligen, Zollikofen-Meikirch und nach Säriswil. 39 Häuser, 206 reform. Ew. Landwirtschaft.

Mühle. Der Reihe nach Eigentum der Zähringer, der Kiburger und des Klosters Frienisberg und 1440 an das Solothurner Geschlecht Lerwer (Lerber) verkauft. 1306: Nortswaben.

Ortschwabenbach

oder Krebsbach (Kt. Bern, Amtsbez. Aarberg und Bern). 8,5 km langer Bach, dessen verschiedene Quellarme sich in der Gemeinde Meikirch in 620 m vereinigen; treibt die Säge Weissenstein und die Mühle Ortschwaben, fliesst dann über Heimhusen, Niederlindach und Graben gegen O., biegt bei Landgarben nach S. um, folgt dem Fuss des Buchrain und mündet nahe dem Schloss Reichenbach in 490 m von

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