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Jungen - Jungfrau


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oder Zwillinge geheissen (Kt. Wallis, Bez. Monthey). Gipfel. S. den Art. Sereux (Grande und Petite).

Jungen

(Kt. Wallis, Bez. Visp, Gem. St. Niklaus).

1948 m. Alpweide, mit etwa 10 Hütten und einer Kapelle, links über dem Jungbach, am Fussweg St. Niklaus-Augstbordpass-Meiden (im Turtmanthal) und 2 km n. St. Niklaus.

Sehr schöne Aussicht auf das mittlere Nikolaithal und die Mischabelgruppe.

Jungengletscher

(Kt. Wallis, Bez. Visp). 3150-2800 m. Gletscher, hinten über dem Jungthal; 1,6 km lang und im Maximum 1,2 km breit. Wird von einem ganzen Kranz von Hochgipfeln umrahmt: Jungthal Rothorn (3262 m), Aeusser Stellihorn (3104 m), Wasenhorn (3310 m) und Festihorn (3249 m).

Titel
vergrössern: Jungfraugruppe. ^[Karte: 5° 36’ O; 46° 32’ N; 1:75000]. [Karten in der Umgebung].
Jungfraugruppe.

Jungfrau

(Kt. Bern und Wallis). 4166 m. Weltbekannter Gipfel des Berner Oberlandes; im Finsteraarhornmassiv, sw. vom Mönch und rechts über dem Lauterbrunnenthal; 18 km ssö. Interlaken, das der Jungfrau in erster Linie seinen Aufschwung verdankt. Der Name Jungfrau für den Gipfel findet sich zum erstenmal bei Thomas Schöpf in seiner 1577 geschriebenen Chorographia Ditionis Bernensis. Der Verfasser erklärt den Namen aus der jungfräulichen Reinheit des den Gipfel umpanzernden Firn- und Eismantels. (Vergl. dazu Jahrbuch des S. A. C. Bd. 28). Seither ist die Jungfrau oft erwähnt und beschrieben worden.

Sie bildet den höchsten Punkt einer gut umschriebenen kleinen Berggruppe, die begrenzt wird im S. vom Lauithor, im O. vom Jungfraufirn, im NO. vom Jungfraujoch, im N. vom Kamm nö. über dem Guggigletscher und dem Trümletenbach, im NW. und W. vom Lauterbrunnenthal und im SW. vom Rotthal. Vom zentralen Gipfel gehen drei Hauptkämme aus: 1. ein S.-Kamm mit dem Rotthalsattel (3857 m), Rotthalhorn (3946 m) und dem Punkt 3781 m;

2. ein NO.-Kamm, der bis 1902 aller Anstrengungen der erfahrensten Alpinisten gespottet hat und die Wengern Jungfrau (4060 m; auf der Siegfriedkarte unbenannt) sowie den 1828 so getauften Sattelkopf (3560 m; auf der Siegfriedkarte unbenannt), eine kleine Eispyramide über dem Jungfraujoch, trägt;

3. einen NW.-Kamm mit der Silberlücke (etwa 3600 m), dem Silberhorn (3705 m), Kleinen Silberhorn (etwa 3550 m) und dem Schwarz Mönch oder der Stellifluh (2718 m).

Der NO.-Kamm sendet noch einen Ausläufer mit dem Schneehorn (3415 m) nach NW. Von diesen Kämmen und den dazwischen liegenden Mulden steigen eine Reihe von Eisfeldern ab: nach W. der Hochfirn und der Rotthalgletscher, nach NW. der Giessen-, Kühlauenen- und Guggigletscher und nach SO. der Jungfraufirn. Zum erstenmal erreichten den Gipfel der Jungfrau die Brüder Rudolf und Hieronymus Meyer aus Aarau 1811 auf dem Weg über Jungfraufirn, Kranzberg und Rotthalsattel. Da diese erste Besteigung vielfachen Zweifeln begegnete, wiederholte am Gottlieb Meyer, der Sohn eines der ersten Besteiger, mit den Führern Joseph Bortis und Alois Volker die Tour.

Zum dritten Mal bezwangen den Gipfel 16 Jahre später 7 Bürger von Lauterbrunnen und Grindelwald unter Führung von Peter Baumann. Die Ehre der vierten Besteigung (August 1841) kommt den Professoren Agassiz und Desor aus Neuenburg mit dem Naturforscher Forbes aus Edinburg zu. Seither ist der Gipfel unzählige Male mit und ohne Führer erreicht worden. Anstiegsrouten gehen aus von der Konkordiahütte (oder dem dortigen Gasthaus) und der Berglihütte (je 6 Stunden), der Rotthalhütte (5-6 Stunden) und der Guggihütte.

Die drei erstgenannten werden heute von den Touristen bevorzugt, während die vierte ihrer grossen Gefahren wegen nur selten gewählt wird. Den Anstieg von der Rotthalhütte aus unternahmen zum erstenmal 1860 John Tyndall über das Lauithor, dann 1864 Leslie Stephen und Andere durch das Rotthalcouloir und 1881 Dr. Dubi über den Hochfirn; von der Guggihütte aus bezwangen den Gipfel als erste 1865 H. B. George und Sir George Young mit den Führern Christian Almer, Hans Baumann und Ulrich Almer.

[E. De La Harpe.]

Die Jungfraubahn.

Der Gedanke, den Gipfel der Jungfrau durch eine Bahnanlage allgemein zugänglich zu machen, ist erst wenige Jahre alt. Die drei ersten Konzessionsgesuche, nämlich die der Ingenieure M. Köchlin und A. Trautweiler 1889 und Ed. Locher 1890, erhielten zwar die Genehmigung der Bundesversammlung, gelangten aber nie über das Stadium von blossen Projekten hinaus. Dann folgte 1894 ein neues Projekt des Zürcher Grossindustriellen Ad. Guyer-Zeller, das ebenfalls die Konzession erhielt. 1895 bestellte Guyer-Zeller eine «wissenschaftliche Jungfraubahnkommission» (bestehend aus je einem,

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