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Brévine (Vallée de la) - Brie-Dessus


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Torf als Brennmaterial zu benützen. 1842 Besuch des Königs Friedrich Wilhelm III., der der Gemeinde zum Bau eines Badehauses 7000 Thaler schenkte. (Vergl. Huguenin, le maire. La Juridiction de La Brévine im Musée neuchâtelois. 1884).

Brévine

(Vallée de la) (Kt. Neuenburg, Bez. Le Locle). Im Mittel 1050 m. Höchstgelegene und kälteste Thalschaft des Schweizer Jura; erstreckt sich vom Fuss des Sommartel im O. zum Fuss des Gros Taureau im W. auf eine Länge von 20 km und ist 2-3 km breit. Das Thal wird von zwei bewaldeten Bergzügen eingeschlossen: der Kette des l'Harmont im N., den Höhen von Fontenettes und dem Crêt de l'Oura l'Ouvra im S.;

es bildet ein 1820 ha umfassendes geschlossenes Becken, dessen Wasser durch den torfigen Boden unterirdisch in natürlichen Trichtern (entonnoirs) abfliessen.

Die drei wichtigsten Sammelpunkte des Wassers sind der Bied de La Brévine, der sich in einem Trichter w. vom Dorf verliert; der kleine Lac des Taillières, d'Etallières oder auch d'Etalières und der Weier von L'Anneta, beide mit bemerkenswerten Trichtern. Neuerdings von Prof. Schardt angestellte Untersuchungen haben die alte Ansicht bestätigt, dass die Wasser des Thales von La Brévine 6 km weiter sw. in der Stromquelle der Areuse wieder zu Tage treten. Der hierzu nötige Zeitraum schwankt mit den verschiedenen Jahreszeiten, indem er im September 1900 für das Wasser des Lac des Taillières 299 und im Mai 1901 für das des Weiers von L'Anneta 103 Stunden betrug.

Das Thal von La Brévine zählt zusammen 2300 Ew., die sich auf die Dörfer La Brévine und La Chaux-du-Milieu, sowie auf verschiedene Weiler (quartiers), z. B. La Chaux, Les Taillières, La Châtagne und Le Cachot, verteilen. Schöne Wälder und mit Bäumen bestandene prachtvolle Bergweiden rahmen das Thal ein. Haupteinnahmequelle der Bewohner bildet die Aufzucht von auserlesen schönem Vieh; man zählt heute ca. 2300 Stück Hornvieh, 200 Pferde und 600 Schweine.

Ziemlich bedeutend sind auch Holzhandel und Abbau der Torfmoore; Uhrenindustrie weniger wichtig als in früheren Jahren. Die Höhenlage des Thales bedingt dessen strenge und lange Winter, während welcher das Thermometer auf -26° und tiefer sinkt. Besonders beachtenswert ist auch seine Flora, deren Wasser und Moorpflanzen wahre Relikte aus der Eiszeit sind. Seltene Arten: im Lac des Taillières die Laichkräuter Potamogeton gramineus, P. rufescens, P. compressus, P. obtusifolius, P. prælongus und P. pectinatus;

auf Torfmooren Sumpf-Blumenbinse (Scheuchzeria palustris), eine Birke (Betula intermedia = Betula nana × pubescens; sehr selten), Torf-Segge (Carex heleonastes), Weisse Schnabelsaat (Rhynchospora alba), Schwimmender Igelkolben (Sparganium natans), Eingewachsene Korallenwurz (Corallorhiza innata), auf Rasen Weisse Platterbse (Lathyrus oder Orobus canescens), Oesterreichischer Ehrenpreis (Veronica austriaca), Allermannsharnisch (Allium victorialis), etc.

Brévire

(La) (Kt. Freiburg, Bez. Glâne, Gem. Châtonnaye).

748 m. Weiler, auf einer Anhöhe über Châtonnaye, 1 km ö. dieses Dorfes und 4 km sö. der Station Trey der Linie Palézieux-Payerne-Lyss. 6 Häuser, 30 kathol. Ew. französischer Zunge.

Landwirtschaft.

Breya

(Col de la) (Kt. Wallis, Bez. Entremont). 2479 m. Der eine der zwei auf den Karten verzeichneten parallelen Passübergänge, hinter und über dem Felskopf der Breya (am obern Ende des vom Croz Magnin ausgehenden Thälchens).

Die Passhöhe dieses allein begangenen, eigentlichen Col de la Breya ist durch eine hohe Pyramide aus Steinen (Steinmannli) bezeichnet;

von hier prachtvolle Ansicht der Gruppen des Grand Combin und Velan.

Ein stark begangener, angenehmer Fusspfad führt vom Lac Champex in 2¼ Stunden zur Passhöhe und von da in weitern 1¾ Stunden zu den Hütten von Orny.

Breya

(La) (Kt. Wallis, Bez. Entremont). 2378 m. Felskopf, 2 Stunden sw. über dem Lac Champex, am NO.-Ende der nö. von der Pointe d'Orny abzweigenden kurzen Kette der Aiguilles d'Arpettes. Wird selten bestiegen, da seine im Lande selbst Le Grand Plan geheissene, auf der Siegfried-Karte aber unbenannte Schulter (2000 m) bei leichterer Zugänglichkeit gleich schöne Aussicht bietet.

Breya

(Roc de) (Kt. Waadt, Bez. Aigle), 1907 m. Felskopf, über den Hütten von Argnaulaz, am SW.-Hang des Chamossaire, ö. Plambuit und 2½ Stunden n. Villars. Krystalline Breccie des Flysch.

Briannen

(Kt. Wallis, Bez. und Gem. Leuk). 650 m. Weiler, nahe der Strasse Sitten-Visp, am linken Thalgehänge; 2,5 km sö. der Station Leuk der Simplonbahn. 7 Häuser, 40 kathol. Ew.

Briaz

(Kt. Freiburg, Bez. Veveyse, Gem. Châtel-Saint Denis).

1042 m. Alpweide mit Sennhütten, w. vom Mont Corbettes, 1 Stunde sö. Châtel-Saint Denis;

zieht sich bis zur Veveyse de Feigire herunter.

Fossilien des Neocom.

Bricola

(Kt. Tessin, Bez. Lugano, Gem. Bironico und Rivera).

460 m. Weiler, an der Strasse Bellinzona-Lugano, 900 m s. der Station Rivera-Bironico der Gotthardbahn;

an beiden Ufern der Leguana. 9 Häuser, 82 kathol. Ew. In der Osteria della Tedesca grosser Saal mit den gemalten Wappen der Landvögte von Lugano, die bei ihrem Amtsantritt hier von Behörden und Geistlichkeit der Stadt empfangen und bewirtet wurden.

Bricolla

(Alpe) (Kt. Wallis, Bez. Hérens). 2426 m. Alpweide mit 5 Sennhütten, sw. der Pointe de Bricolla und w. des Glacier de Bricolla, über der Stirn des Ferpècle-Gletschers, 10 km sö. Evolena. Diente vor dem Bau des Gasthauses Ferpècle den Besteigern des Col d'Hérens, der Dent Blanche und des Grand Cornier als Nachtquartier.

Bricolla

(Col de la Pointe de) (Kt. Wallis, Bez. Hérens). 3660 m. Passübergang, sö. der Pointe de Bricolla, verbindet die beiden der Gruppe des Grand Cornier angehörenden Gletscher Bricolla und Moiry miteinander. Richtiger Col de Bricolla.

Bricolla

(Glacier de) (Kt. Wallis, Bez. Hérens). 3810-2730 m. Gletscher, im hintern Eringerthal, zwischen Pointe de Bricolla im N., Grand Cornier im O. und dem Gletscher der Dent Blanche im S. Endigt über der Alp Bricolla. 2,5 km lang, im Maximum 1,5 km breit.

Bricolla

(Pointe de) (Kt. Wallis, Bez. Hérens). 3663 m. Gipfel, der erste in der vom Grand Cornier nach NW. abzweigenden und das Eringer- vom Eifischthal trennenden Kette; vom Col de la Pointe de Bricolla in 10 Minuten leicht zu erreichen; zur Passhöhe von Evolena über Ferpècle, Alp Bricolla und NW.-Rand des Bricolla-Gletschers in 6½ Stunden.

Bridel

(Pont) (Kt. Waadt. Bez. Vevey). 820 m. Alte und baufällige Holzbrücke über die Baye de Montreux; 3,5 km nö. Montreux. Ca. 100 m weiter flussaufwärts neue Eisenbrücke der Strasse Glion-Les Avants.

Bridel

(La Pierre a) (Kt. Waadt, Bez. Aigle). Ca. 2692 m. Grosser erratischer Block, der Endmoräne des kleinen «Mauvais Glacier» angehörend, direkt n. des Hauptgipfels der Diablerets, unter dem NO.-Ende der Vire Bernus u. an dem beim Creux de Champ endigenden Waadtländer-Abfall der Diablerets. Der Name bezieht sich auf den Professor der Theologie in Lausanne Philipp Bridel, dem hier 1868 als Lausanner Student ein Unfall zustiess. Der Block ist auf der Siegfried-Karte nicht in seiner richtigen Lage verzeichnet.

Brie

(Kt. Tessin, Bez. Valle Maggia, Gem. Gordevio).

347 m. Weiler und eine der beiden Abteilungen der Gem. Gordevio, im Val Gordevio nahe dessen Mündung ins Val Maggia, mitten in Reben und Maisfeldern;

7,5 km nw. Locarno. Postablage, Postwagen Locarno-Bignasco-Fusio. 44 Häuser, 153 kathol. Ew. Weinbau, Ackerbau, Viehzucht.

Auswanderung nach Amerika.

Brie-Dessous

(Kt. Wallis, Bez. Siders, Gem. Chippis).

650-686 m. Alpweide, stufenweise bis 200 oder 300 m über Chippis absteigend, über dem linken Ufer der Schluchten der Navizance, 3 km s. der Station Siders der Simplonbahn. 12 im Sommer und Herbst bezogene Sennhütten.

Obstbäume und Roggen.

Soll einst von Sarazenen bewohnt gewesen sein, die hier den Wasserkanal erbaut hätten, der bruchstückweise noch von Vissoie bis unterhalb Painsec erhalten ist.

Der Boden besteht aus mehreren unregelmässig nach O. und W. verbogenen Falten.

Brie-Dessus

(Kt. Wallis, Bez. Siders, Gem. Chalais).

950-965 m. Maiensässe, über dem linken Ufer der Navizance und 3,5 km s. der Station Siders der Simplonbahn;

am Fuss des Mont Vercorin, gegenüber Beauregard und Niouc malerisch über dem Rhonethal gelegen.

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