Main

Seite 41.326

Bonvard - Borelio


mehr

Viehzucht, Obstbaumzucht.

Etwas Seidenindustrie. N. und s. Bonstetten grosse Torfmoore, deren aus Glaciallehm bestehender Untergrund zur Ziegelfabrikation verwendet wird und die fossile Diluvialpflanzen enthalten.

Einige Funde aus der Bronze- und Römerzeit;

im Bodenfeld und im Dorfe selbst einige alemannisch-fränkische Gräber. 1124: Bounstetin oder Boumstetten, vom althochdeutschen «boum», also = «mit Bäumen bepflanzter Ort». Die schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnte Burg der Edlen von Bonstetten, die später Vasallen Oesterreichs wurden, stand auf der Wiese «Auf der Burg». 1350 von den Zürchern zerstört;

heute jede Spur davon verschwunden.

Glieder des Geschlechtes von Bonstetten fochten bei Sempach mit.

Ein Zweig der Familie besass eine Burg mit Ländereien in Uster, ein anderer lebte in Zürich und erlosch hier 1606, ein dritter blüht heute noch in Bern. Ein glänzender Vertreter war der Schriftsteller Karl Viktor v. Bonstetten (1745-1832).

Seit 1539 bildete Bonstetten mit Wettswil zusammen eine zürcherische Obervogtei. 1798/99 hatte die Gemeinde unter dem Durchzuge französischer Truppen stark zu leiden.

Bonvard

(Kt. Genf, Linkes Ufer, Gem. Choulex).

468 m. Weiler, nahe der Strasse Meinier-Vandœuvres;

1,4 km nö. der Station Vandœuvres der Schmalspurbahn Genf-Jussy und 6 km nö. Genf. 14 Häuser, 50 kathol. Ew.

Bonvillars

(Kt. Waadt, Bez. Grandson). 480 m. Gem. und Dorf, 4 km nö. Grandson, am Fusse des Waadtländer Jura und 2,5 km nw. der Station Onnens der Linie Neuenburg-Lausanne. Postbureau, Telegraph, Telephon. Postwagen nach Grandson. Gemeinde, mit den Bauernhöfen Vullierens am Jurahang: 87 Häuser, 514 reform. Ew.; Dorf: 73 Häuser, 397 Ew. Kirchgemeinde Saint-Maurice. Ackerbau; kleiner Weinberg mit geschätztem Rotweinertrag. Sehr alte, schon 1148 erwähnte und vor wenigen Jahren restaurierte Kirche. Die Pfarrgemeinde trat erst 1564 zur Reformation über. 400 m sw. des Dorfes das Landgut La Cour de Bonvillars, ein aus dem 17. Jahrhundert stammender Herrensitz. Auch das Dorf muss schon sehr alt sein. Im Tuff Burgundergräber. S. des Dorfes ein 2,7 m hoher Menhir. Funde aus der Römerzeit: ein Mosaikboden, Münzen und eine Bronzestatuette. In der Umgebung gefundene Kanonenkugeln lassen vermuten, dass hier einst Schweizer und Burgunder miteinander gekämpft haben.

Bonvin

(Mont) (Kt. Wallis, Bez. Siders).

3000 m. Verwitterter Felsgrat, ohne Vegetation;

verläuft vom S.-Rand des Gletschers von Plaine Morte gegen S. auf Siders zu.

Wird von Montana und Vermala (ob Siders) aus in 4 Stunden häufig bestiegen.

Schöne Rundsicht auf die penninischen Alpen.

Bonvin

(Petit Mont) od. Tonio de Mer-Desson (Kt. Wallis, Bez. Siders).

2413 m. Sö. Ausläufer des Mont Bonvin, wie dieser mit sehr schöner Aussicht.

Bonvin

(Tour de) (Kt. Wallis, Bez. Hérens). 2463 m. Gipfel, 10 km ö. Sitten; n. Vorberg des Mont Nuoble, zwischen der Combe de Rechy und dem Thälchen der Derochia.

Bonzaglio

(Kt. Tessin, Bez. Lugano, Gem. Sessa).

400 m. Weiler, 500 m nw. Sessa u. 1,5 km n. der italienischen Station Cremenaga der Linie Luino-Ponte Tresa. 8 Häuser, 42 kathol. Ew. Gemeindekäserei.

Boowald

(Kt. Aargau, Bez. Zofingen). 569 m. Grosser Wald, 6 km sw. Zofingen, am linken Ufer der Pfaffnern und 2 km ö. Murgenthal. Fläche 9,6 km2.

Boppartshof

(Kt. St. Gallen, Bez. Gossau, Gem. Straubenzell).

670 m. Weiler, 3 km sw. St. Gallen und 700 m ö. der Station Bruggen der Linie Winterthur-St. Gallen. 5 Häuser, 38 kathol. und reform. Ew. Kirchgem.

Bruggen. Ackerbau. Stickerei.

Boppelsen

(Kt. Zürich, Bez. Dielsdorf). 527 m. Gem. und Dorf, an der Strasse Regensberg-Otelfingen, am S.-Fuss der Lägern, s. der Hochwacht (856 m);

4 km nö. der Station Otelfingen der Linie Wettingen-Oerlikon.

Postablage, Telephon. 58 Häuser, 257 reform. Ew. Fast ausschliesslich Viehzucht.

Grosse Waldungen am Steilabhang der Lägern.

Funde aus der Stein- und Römerzeit;

alemannisch-fränkische Gräber im Dorf und oberhalb der Ziegelhütte. 1130: Bopensol. In der Risi, einem kleinen Gehölz ö. Boppelsen, stand wahrscheinlich eine Burg der Edeln von Boppelsen (1130-1219), Vasallen der Freiherren von Regensberg.

Borbezried

(Kt. Bern, Amtsbez. Schwarzenburg, Gem. Wahleren).

812 m. Weiler, im Schwarzwasserthal;

3,5 km sö. Schwarzenburg u. 10 km s. der Station Thörishaus der Linie Lausanne-Bern. 9 Häuser, 30 reform. Ew. Ackerbau.

Borcarderie

(La) (Kt. Neuenburg, Bez. Val-de-Ruz, Gem. Valangin).

689 m. Kleines Schloss, Bauernhöfe und Säge;

1 km n. Valangin an der Strasse Neuenburg-Fontaines, am Seyon.

Das Herrenhaus von Pierre Wuilleumier 1580 erbaut.

Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1815 bestanden hier zwei grosse Buntstoffwebereien.

Bord

(Kt. Uri). 1920 m. Berghang, im Urserenthal, s. über Andermatt;

gänzlich entwaldet, von Wildbachbetten und Lawinenzügen durchfurcht. An mehreren Stellen sind Schutzbauten ausgeführt worden.

Borde,

Bordes. Ortsname im Kanton Waadt, bedeutet so viel als Hütte oder kleines Haus.

Italienisch borda, anglosaxonisch bord, gothisch baurt.

Borde

(La) (Kt. Waadt, Bez. und Gem. Lausanne). 538 m. Aussenquartier der Stadt Lausanne, an der Strasse nach Le Mont, 800 m n. der Stadt. Städtisches Schlachthaus. Fossilien (gut erhaltene Schildkröten) der Süsswassermolasse.

Bordei

(Kt. Tessin, Bez. Locarno, Gem. Palagnedra).

732 m. Weiler, im Centovalli, an einem kleinen rechtsseitigen Zufluss zur Melezza;

1,5 km sö. Palagnedra und 12 km sw. Locarno. 12 Häuser, 47 kathol. Ew. Kirchgem.

Rasa. Viehzucht;

Holzhandel. Auswanderung der männlichen Bewohner als Kastanienbrater nach Italien.

Bordei

(Valle di) (Kt. Tessin, Bez. Locarno). Kleines rechtsseitiges Nebenthal zum Thale der Melezza; steigt vom N.-Abhang des Gridone (1900 m) auf 5,5 km Länge von S. nach N. steil ab und mündet in 325 m ins Centovalli.

Das Thal ist tief zwischen die Berge eingebettet und trägt die grössten Kastanien- und Nussbäume des Tessin. Wenige Alpweiden.

Bordes

(Les) (Kt. Waadt, Bez. Orbe, Gem. Bavois).

510 m. Weiler, nahe der Strasse Oulens-Chavornay, 700 m s. Bavois und 3,2 km von der Station Chavornay der Linie Neuenburg-Lausanne. 16 Häuser, 87 reform. Ew. Hier das Schloss Bavois.

Bordione

(Kt. Tessin, Bez. Locarno). Bach; linksseitiger Zufluss zum Onsernone; entspringt am S.-Abhang des Pizzo Pelose in 1500 m mitten in schönen Alpweiden, fliesst mit starkem Gefälle thalauswärts und mündet nach 4,5 km langem Lauf in 450 m.

Bordon

(Col de) (Kt. Wallis, Bez. Siders).

3095 m. Leichter Passübergang, zwischen der Garde de Bordon und dem Col de l'Allée, führt vom Moirygletscher und dem Col de Couronne zur Alpe de l'Allée und nach Zinal.

Bordon

(Garde de) (Kt. Wallis, Bez. Siders).

3316 m. Nackter und verwitterter Felsgipfel, dessen Hänge mit Gesteinstrümmern übersäet sind;

zwischen den Thälern von Zinal u. Moiry, den beiden obern Verzweigungen des Eifischthales.

Besteigung mühsam aber unschwierig, von Zinal aus in 5 Stunden.

Grossartige Aussicht auf den Moirygletscher und die funkelnden Eiszinnen der Grande Couronne.

Seine NW.-Schulter, die Pointe de Singline (3145 m), auf der Siegfried-Karte ohne Namen.

Bordzay

(Proz) (Kt. Wallis, Bez. Entremont, Gem. Bagnes).

1660 m. Maiensässe mit Hütten, während der Zeit der Heuernte und des Alpauftriebes bewohnt, am SW.-Abhang der La Tête, 3 km nö. Châble.

Der Name bedeutet «pré des bourgeois» = Gemeindeweide (Allmend);

war früher Gemeindeeigentum, wurde dann aber zu Ende des 18. Jahrhunderts zum Zwecke der Ablösung von Servituten verkauft.

Ehemaliger Lagerplatz des aus der benachbarten Silbermine geförderten Erzes (Betrieb seit 40 Jahren eingestellt).

Borel

(Piz) (Kt. Graubünden, Bez. Vorder-Rhein).

2963 m. Gipfel, zum Teil vergletschert, in der vom Gotthard zum Lukmanier ziehenden Kette zwischen Piz Blas (3023 m) und La Rossa (2791 m), 8 Stunden nö. Airolo.

Vom Piz Borel schiebt sich nach N. der Ravetschgrat zwischen Val Maigels und das obere Val Cornera vor.

Borelio

(Kt. Tessin, Bez. Locarno, Gem. Brissago).

790 m. Gruppe von 10 Hütten, an der Grenze gegen Italien, am linken Ufer der Valmara, 2 km sw. Brissago und 12

facebook