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Darlehnskassenvereine

Darlehnskassenvereine

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Vereins-293 Mitglieder verwendet werden soll. Auch im Falle der Auflösung des Vereins wird dieser Stiftungsfonds nicht verteilt, sondern von einem sichern Geldinstitut so lange verwaltet, bis sich in dem betreffenden Ort ein neuer auf gleicher Grundlage beruhender Verein gebildet hat, dem dann jenes Vermögen zufällt. Raiffeisen gründete zuerst 1849 in Flammersfeld auf dem Westerwald einen ländlichen Verein unter Solidarhaft der Mitglieder hauptsächlich zur Befreiung derselben aus den Händen wucherischer Zwischenhändler.

Seit den sechziger Jahren begann er dann in der Neuwieder Gegend die ersten Spar- und Darlehnskassenvereine zu gründen. Neuwied ist auch Sitz der Centrale dieser großen Vereinsorganisation geblieben, welche 1896 bereits weit über 2000 Vereine in allen Teilen Deutschlands umfaßte. Diese Vereine sind zusammengeschlossen in dem Generalanwaltschaftsverbande ländlicher Genossenschaften für Deutschland, welcher, mit dem Revisionsrecht ausgestattet, die gesetzlich vorgeschriebenen Revisionen ausführt, die Vereine instruiert und für Ausdehnung der Organisation Sorge trägt.

An der Spitze des Generalanwaltschaftsverbandes steht der Generalanwalt (zur Zeit Theodor Cremer, langjähriger Mitarbeiter Raiffeisens) und der Generalanwaltschaftsrat. Der Verband ist wieder eingeteilt in Verbandsanwaltschaften (den Provinzen oder Landesteilen entsprechend) und Unterverbände (den Kreisen entsprechend). Als Geldausgleichsstelle und Bankhaus fungiert die Landwirtschaftliche Centraldarlehnskasse für Deutschland zu Neuwied, eine Aktiengesellschaft, welcher nur Darlehnskassenvereine, angehören können, und welche gleichfalls statutarisch nur durchaus sichere Geschäfte machen darf.

Sie leiht den Vereinen im Rahmen des ihnen festgesetzten Kredits Geld und nimmt deren überschüssige Kapitalien auf, beides unter entsprechender Verzinsung. Der Umschlag dieser Centralkasse ist in den letzten Jahren bedeutend gewachsen (1894: 28 Mill. M., 1895: 62 Mill. M.). Als drittes Institut fungiert die Firma Raiffeisen+Cons. zu Neuwied, eine von Raiffeisen begründete Handelsgesellschaft, die für die Vereine die gemeinschaftlichen Bezüge und Verkäufe vermittelt, aus eigener Druckerei den Vereinen die erforderlichen Bücher u.s.w. liefert sowie als Verlagsfirma das «Landwirtschaftliche Genossenschaftsblatt» herausgiebt. Dabei fließt vertragsmäßig der erzielte Geschäftsgewinn nicht den

Karte: Dar es-Salaam (Situationsplan)

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