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Inseln der Seligen - Insignien

Inseln der Seligen - Insignien

klein.


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Den gesamten Flächeninhalt aller bekannten I. der Erde berechnet man zu etwa 8 300.000 qkm; 55 Proz. davon kommen auf die 22 I. mit mehr als 50000 qkm. Diese sind, Grönland nicht gerechnet:

Inseln qkm Inseln qkm
Neuguinea 785.362 Neufundland 110.670
Borneo 733.329 Luzon 105.919
Madagaskar 591.563 Island 104.785
Sumatra 421.154 Mindanao 97.968
Großbritannien 229.591 Irland 83.751
Nipon 223.520 Sachalin 80.000
Celebes 170.100 Jesso 77.993
Neusee­land (Südinsel) 153.296 Haiti 75.074
Java 126.447 Tasmanien 64.644
Neusee­land (Nordinsel) 115.165 Ceylon 63.976
Cuba 112.191 Novaja-­Semlja (Nordinsel) 50.115

Nur 45 Proz. kommen auf die übrigen Tausende von Eilanden, die zusammengenommen nur etwa zwei Drittel des europ. Rußlands bedecken. Die Wirkung der I. in anthropogeogr., pflanzen- und tiergeogr. Beziehung kann eine doppelte sein. Auf der einen Seite befördern sie durch ihre leichte Zugänglichkeit den Handel, geben Rastpunkte ab für den Seefahrer oder bilden, wenn sie als Kette zwischen zwei Kontinenten liegen, gewissermaßen Landbrücken, über welche sich Pflanzen, Tiere und Menschen der beiden Festländer vermischen können; sie üben also eine vermittelnde Wirkung aus. Auf der andern Seite ist ihre Wirkung aber auch eine absondernde oder wenigstens konservierende, besonders wenn sie weit vom Festlande entfernt sind. Solche I. (z. B. Neuseeland) haben oft eine Flora und Fauna, die ihnen ganz eigentümlich und mit der keiner andern Gegend in unmittelbare Verbindung zu setzen ist. Die meisten I. liegen im Becken des Großen Oceans (s. Oceanien). -

Vgl.   Hahn, Inselstudien (Lpz. 1883);

ferner von Richthofen, Führer für Forschungsreisende (Berl. 1886), S. 380 fg.

Über das Rechtliche der Inselbildung s. Alluvion.

Inseln

der Seligen, nach griech. Vorstellung Inseln am Westrande der Erde im Ocean, wo die auserwählten Lieblinge der Götter, dem Tode entrückt, in Wonne und Überfluß lebten. Dieselbe Idee liegt schon dem Homerischen Elysium (s. d.) zu Grunde. Während in einigen Sagen (z. B. von Achilleus und Helena) Leuke im Schwarzen Meer als I. d. S. erscheint, suchte man sie gewöhnlich im Westen jenseit der Säulen des Herakles im Atlantischen Ocean (vgl. auch Hesperiden) und wollte sie in Inseln unsern der Westküste von Afrika gefunden haben. Neuere glaubten sie in den jetzigen Canarischen Inseln (den «Glücklichen Inseln») wiederzufinden. -

Vgl.   Rohde, Psyche (Freiburg 1890).

Inseln

des Stillen Oceans, s. Oceanien.

Inseln

über dem Winde und Inseln unter dem Winde, s. Antillen und Gesellschaftsinseln.

Inselsberg

(Inselberg), viel besuchter Höhenpunkt am Nordwestende des Thüringerwaldes, an der Grenze des preuß. Kreises Schmalkalden und des Herzogtums Gotha.

Der I. ist 914 m hoch und bietet eine weite Aussicht.

Auf dem Gipfel befinden sich zwei Gasthäuser, eins auf preuß., das andere auf gothaischer Seite.

Inselsee,

s. Chiemsee.

Inselsteine,

nach ihrem häufigen Vorkommen auf den griech. Inseln, namentlich auf Rhodos, Kreta und Melos benannte Gemmen, die mit altertümlichen figürlichen Darstellungen aus der mykenischen Kulturepoche versehen sind.

Sie wurden als Amulette oder aufgereiht getragen und sind daher fast sämtlich durchbohrt.

Inselt,

soviel wie Talg (s. d.).

In

senio (lat.), «Im Alter», Wahlspruch des Hohenloheschen Hausordens (s. Phönix-Orden).

Insensibel

(lat.), unempfindlich, unempfänglich für äußere Einflüsse;

Insensibilität, Empfindungslosigkeit, Gefühllosigkeit.

Inseparables

(frz., spr. ängseparábl) oder die Unzertrennlichen, Name einiger kleiner Papageien, welche zur tropisch-afrik. Gattung der Zwergpapageien (Agapornis) mit befiederten Wangen gehören und sich durch ihren großen Geselligkeitstrieb auszeichnen, den sie auch in der Gefangenschaft bekunden, indem sie sich mit ihresgleichen immer eng aneinander schmiegen. Von den 5 Arten dieser Gattung, deren Färbung vorwiegend grün ist, sind die bekanntesten: der Unzertrennliche (Agapornis pullaria L.), mit hellrotem Gesicht und Kehle, der Rosenpapagei (Agapornis roseicollis Viell.), mit rosenrotem Gesicht und Vorderhals, intensiv roter Stirn und blauem Bürzel, und das Grauköpfchen (Agapornis cana Gm.), mit grauem Kopf, Hals und Brust. Die Weibchen der ersten beiden Arten sind durch matteres und weniger ausgedehntes Rot von den Männchen unterschieden, bei dem des Grauköpfchens sind auch Kopf und Hals grün. Namentlich von letztern werden jährlich Tausende nach Europa gebracht. Der Preis beträgt für die 3 Arten 20, 40 resp. 10 M. für das Paar, und alle halten, mit Hirse und Canariensamen genährt, gut bei uns aus und pflanzen sich auch fort.

Inserat

(vom lat. inserěre, einfügen), allgemeine Bezeichnung für alle gegen Bezahlung (Insertionsgebühren) des Einsenders (Inserent) in öffentliche Blätter, Zeitungen, Journale u. s. w. aufgenommene Mitteilungen, Bekanntmachungen und Anzeigen.

Der Brauch, I. durch die Journale und Zeitungen zu verbreiten, ist in England aufgekommen, und zwar durch Londoner Buchhändler.

Die erste Spur davon findet sich im «Mercurius politicus» von 1652, in welchem ein Heldengedicht auf Oliver Cromwell angekündigt ist. - Über I. geschäftlichen Charakters s. Annonce.

Inseratenstempel,

s. Annonce.

Inserieren

(lat.),

einfügen, einschalten, besonders in öffentliche Blätter einrücken oder einrücken lassen, Inserént, einer, der inseriert (s. Inserat).

Insertion

(lat., «Einfügung»),

das Einrückenlassen in öffentliche Blätter (s. Inserat);

in der Anatomie der Ansatz des Muskels an den zu bewegenden Knochen;

in der Botanik die Art und Weise, wie ein Pflanzenteil einem andern angefügt ist.

Insertionsgebühren,

s. Annonce und Inserat.

Insessores

oder Nesthocker, s. Vögel.

Ins

Freie fallen, frei werden, bergmännische Bezeichnung für das Verhältnis, wenn ein Bergwerkseigentum oder Grubenfeld durch Aufgabe des Bergbaurechts besitzerlos (auflässig) wird. (S. auch Bergwerkseigentum, Bd. 2, S. 786 a.)

Insgemein,

in der Buchführung zuweilen eine Rubrik für verschiedenartige Ausgaben, die in keine der übrigen Rubriken passen.

Häufiger ist dafür der Ausdruck «Diverse» (s. Divers).

Insidien

(lat.), Hinterhalt, Nachstellung;

insidiös, hinterlistig, ränkevoll.

Insignien

(lat.), alle äußern Andeutungen der Macht und der Würde, des Standes, der Amtsgewalt und der Auszeichnung. Die I. der Könige

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