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Aarau

Aarau

klein.


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Weinbau hat deshalb in den letzten Jahren bedeutend abgenommen. Ackerbau, Handel und Industrie sind die Haupteinnahmsquellen des Bezirkes. Der kulturfähige Boden ist fruchtbar und wird mit grösster Sorgfalt angebaut. Fruchtbäume, Viehzucht. Das Gebiet umfasst

ha.
Aecker 2439.5
Wiesen 2375.2
Wein­berge 193.2
Streu­land 137.0
Wälder 4117.3
Unfruchtbares Gebiet wie Strassen, Steinbrüche, Sandufer etc. 1175.8
Total: 10.438
vergrössern: Bezirk Aarau. ^[Karte: 5° 40’ O; 47° 20’ N; 1:100000]. [Karten in der Umgebung].
Bezirk Aarau.

Die Wälder, welche ungefähr die Hälfte des produktiven Bodens bilden, gehören zum grössten Teil den Gemeinden und dem Staat. Man benutzt die Juragesteine als Bausteine oder zur Fabrikation von Kalk, Gips und Zement. Letztere hat eine bedeutende Ausdehnung angenommen. Man gibt nach und nach die wenig einträgliche Getreidekultur zu Gunsten der Viehzucht und der Milchwirtschaft auf; die Felder werden in Wiesen umgewandelt. Die Viehzählung weist folgende Resultate auf:

1876 1886 1899
Hornvieh 3875 4925 5086
Pferde 328 409 434
Schweine 1321 1866 1736
Zie­gen 1173 1833 1805
Schafe 26 108 55
Bie­nenstöcke 1109 1435 1753

Aarau und die benachbarten Ortschaften bilden den Mittelpunkt verschiedener Industrieen.

Die hauptsächlichsten sind Baumwollindustrie, sowohl Spinnereien als auch Färbereien und Webereien, Seidenbandfabrikation, Fabrikation von Schuhwaren und Elastique, Zement und Zementröhren, Maschinen, Firnissen; elektrische Industrie, graphische Gewerbe, Fabrikation von mathematischen und geodätischen Instrumenten; Glockengiessereien, Bauschreinereien, Bürstenfabrikation, Hanf- und Flachsspinnereien, Kalk- und Zementfabrikation, Mühlen und Sägen. Ungefähr 2000 auf dem Lande wohnende Arbeiter verdienen ihren Lebensunterhalt in den Fabriken des Hauptortes. Unter den philanthropischen Instituten sind nennenswert: Das Kantonsspital in Aarau, eröffnet 1887;

im Jahre 1897 wurden darin 1746 Kranke verpflegt;

die Anstalt für schwachsinnige Kinder in Biberstein, gegründet 1889, 47 Zöglinge;

die Taubstummenanstalt in Aarau, 32 Zöglinge;

das Diakonissenhaus in Aarau.

Zwei Eisenbahnlinien durchziehen den Bezirk von W. nach O., die Linie Brugg-Aarau-Olten und die Linie Lenzburg-Zofingen; diese zwei Linien werden durch die Querlinie Aarau-Suhr verbunden.

Fünf Hauptstrassen verbinden den Hauptort des Bezirks mit den benachbarten Kantonen und Bezirken.

vergrössern: Wappen von Aarau.
Wappen von Aarau.

Aarau.

Stadt, Hauptort des Kantons Aargau und des Bezirkes Aarau, 81 km. nordöstl. von Bern (nördl. Breite 47° 23' 31“; östl. Länge von Paris 5° 42' 45“), auf dem rechten Aareufer, an den Abhängen des Distelberges und des Gönhard (410 m), gegenüber dem Hungerberg (388 m) gebaut. Station der Linie Olten-Zürich und Aarau-Zofingen. E. im Jahre 1888: 6699, im Jahre 1900 ungefähr 8000. Sitz der kantonalen Behörden, Sitz der Kreispostdirektion;

eidgen. Waffenplatz.

Aarau besitzt zwei Zeughäuser, zwei grosse, neue Kasernen, die eine für Infanterie, die andere für Kavallerie, mit Exerzier- und Schiessplatz im Schachen und einem solchen im Gehren, Gemeinde Erlisbach. Aarau ist eine Stadt mit modernem Anstrich. Ueberreste aus dem Mittelalter sind noch: der Turm Rore, der jetzt den Haupteingang des Stadthauses bildet, das Schlössli auf einem isolierten Felsen, der Stieberturm, das Haldentor, der Gerechtigkeitsbrunnen und einige mit alten Malereien verzierte Gibel. Unter den modernen Gebäuden sind nennenswert: Das Regierungsgebäude und das Rathaus, von einem Englischen Garten umgeben. Zahlreiche Schulanstalten. Grosses Primarschulhaus; Lehrerinnenseminar, daneben das Naturhistorische Museum; Kantonsbibliothek im Rathaus (80000 Bände und 500 Manuskripte), Münzkabinett im Gewerbemuseum (einige Tausend Stücke, von denen die meisten römischen Ursprungs aus Windisch, dem alten Vindonissa).

vergrössern: Plan der Stadt Aarau. ^[Karte: 5° 40’ O; 47° 20’ N; 1:10000]. [Karten in der Umgebung].
Plan der Stadt Aarau.

Gewerbemuseum bei der Kantonsschule, enthält ausser industriellen Produkten, ethnographische Sammlungen. Altertümer, Gemälde und Glasmalereien aus dem Kloster Muri. Im gleichen Gebäude ist eine kantonale Handwerkerschule. Städtisches Spital an der Halde, im ehemaligen Kloster der Augustinerinnen von Schännis. Kantonsspital mit 260 Betten. Pavillons und Baraken für ansteckende Krankheiten.

Aarau besitzt zahlreiche industrielle Etablissemente, welche durch natürliche Triebkraft oder durch das Elektrizitätswerk getrieben werden. Die Wasser der Aare, durch drei grosse Kanäle abgefangen, liefern 1500 Pferdekräfte und der Bach, der durch die Stadt fliesst, treibt einige Mühlen.

Seidenbandfabrikation, im 18. Jahrhundert durch Joh.

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