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Savage Island - Savary


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Erziehung übergeben, kam er zu einem Schuhmacher in die Lehre und erfuhr erst nach dem Tode der Pflegemutter das Geheimnis seiner Geburt. Vergebens flehte er die Gräfin um Anerkennung an;

der Haß derselben gegen das Pfand ihrer verbrecherischen Liebe ging so weit, daß sie sich, als S. wegen eines Totschlags, den er in der Trunkenheit begangen, zum Tod verurteilt worden war, freilich vergeblich bemühte, die königliche Begnadigung zu verhindern;

er starb im Schuldgefängnis Als Dichter zeichnet er sich durch Reichtum der Phantasie, Gedankenfülle und Originalität aus;

namentlich gilt dies von seinen Gedichten: »The wanderer« und »The bastard«.

Letzteres, worin er in ergreifender Weise die Geschichte seines Lebens erzählt, erregte ungeheure Sensation und verbreitete sich sofort in Tausenden von Exemplaren über ganz England. Seine Werke, mit vorzüglicher Biographie des Dichters von Johnson, erschienen in 2 Bänden (Lond. 1775).

Vgl.   Döring, Richard S. (Jena 1840).

Gutzkow behandelte seine Geschichte in einem Trauerspiel.

2) John, amerikan. Schriftsteller und Dichter, geb. zu Dublin in Irland, wanderte 1848 infolge seiner politischen Thätigkeit nach Amerika aus, wo er sich journalistisch beschäftigte. Er veröffentlichte: »Lays of the fatherland« (New York 1850);

»Modern revolutionary history and literature of Ireland« (1.-3. Aufl. 1856);

die Lustspiele: »Waiting for a wife« (1859) und »Under the rose« (1860);

das Epos »Eva, a goblin romance« (1864);

die mit Erfolg aufgeführte Tragödie »Sibyl« (1865) und »Fenian heroes and martyrs« (1868).

Seine Gedichte »Faith and fancy« (1864) sind schwungvoll und gedankenreich; besondere Verbreitung fanden die während des Bürgerkriegs veröffentlichten Lieder: »The starry flag« und »The muster of the North«. S. lebt zur Zeit in Fordham bei New York.

Savage

Island (spr. ssäwwtdsch eiländ), s. Niue.

Savaii

(Sawaii), eine der Samoainseln (s. d.).

Savallesche

Säulenapparate, s. Destillation.

Savana

la Mar (Savannah la Mar), Hafenstadt an der Südküste der britisch-westindischen Insel Jamaica;

guter Ankerplatz.

Savannah,

größte Stadt des nordamerikan. Staats Georgia, am Savannahfluß, 28 km oberhalb dessen durch Forts verteidigter Mündung auf einer 12 m hohen Sandfläche gelegen, regelmäßig gebaut, mit breiten Straßen, die an den Kreuzungspunkten 24 als Parke angelegte Plätze bilden. Seinem Reichtum an Bäumen (darunter Orangenbäumen, Agaven u. dgl.) verdankt die Stadt ihren Beinamen Forest City (»Waldstadt«). Denkmäler der Generale Greene (Obelisk) und Pulaski (dorische Säule mit Statue der Freiheit) gereichen der Stadt zur Zierde.

Unter den öffentlichen Gebäuden sind Börse, Zollhaus, Gerichtshof und Theater die bedeutendsten. S. hat (1880) 30,709 Einw. Es besitzt Hobel- u. Kornmühlen und Gießereien, blüht aber vornehmlich durch den Handel, den sein vortrefflicher Hafen, für Schiffe von 6 m Tiefgang zugänglich, fördert. Die Ausfuhr (namentlich Baumwolle, dann Bauholz, Harz, Terpentinöl) belief sich 1887/88 auf 20,256,113, die Einfuhr (Kaffee, Reis) auf 293,727 Dollar. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Unter den Bildungsanstalten verdienen nur das Medical College und die Historische Gesellschaft mit Museum Beachtung. S. wurde 1733 von Ogelthorpe gegründet. Es fiel 1778 in die Gewalt der Engländer denen die vereinigten Franzosen und Amerikaner es 1779 vergebens zu entreißen suchten, wobei der Pole Pulaski fiel. Während des jüngsten Bürgerkriegs fiel das Fort Pulaski, an der Mündung des Flusses, bereits in die Hände der Unionstruppen; aber die Stadt selbst hielt sich bis zum an welchem Tage General Sherman in dieselbe einzog.

Savannah

River, Fluß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, entsteht auf der Grenze der Staaten Südcarolina und Georgia aus der Vereinigung des Kiowee mit dem Tugaloo, fließt südsüdöstlich, bildet ununterbrochen die Grenze zwischen den beiden genannten Staaten und fällt nach einem Laufe von 480 km unterhalb Savannah City in den Atlantischen Ozean. Er ist von seiner Mündung aufwärts bis Savannah City (29 km) für große Seeschiffe, vom Juni bis November für Flußdampfer bis Augusta (220 km) schiffbar.

Savannen

(span. Sabána), die Grasfluren der Tropenländer, die meistens mit hohen, rohrartigen Gräsern bedeckt sind, sich aber von den monotonen Prärien Nordamerikas und den Pampas dadurch unterscheiden, daß Sträucher und Wäldchen inselartig und längs der Flüsse häufig in ihnen auftreten. In ihrem Blütenschmuck bieten sie ein anziehendes Bild dar, aber während der Trockenzeit stoßen sie durch ihre gelblichbraune Färbung ab. Füglich rechnet man zu den S. die Campos und Llanos Südamerikas, am weitesten verbreitet sind sie aber im tropischen Afrika, und auch in Australien kommen sie vor. Vgl. Prärien.

Savannenblume,

s. Echites.

Savaorden,

Sankt (Orden des heil. Sava), serbischer Orden, gestiftet 1883 von König Milan für Verdienst um Aufklärung, Litteratur, Kunst und Wissenschaft, zählt fünf Klassen. Die Dekoration besteht in einem achtspitzigen Malteserkreuz aus Gold (bei der fünften Klasse aus Silber) mit weiß emaillierten, blau geränderten Armen, zwischen denen gekrönte Doppeladler das serbische Wappen auf der Brust tragen, während der ovale Mittelschild blau umrahmt ist und vorn die Devise: »Troudom svoim vsa prioprjete« (»Durch seine Mühe hat er alles erreicht«),

hinten das Monogramm M. I. mit der Krone trägt. Die Dekoration bezeichnet durch die Größe die Klasse. Erste und zweite Klasse tragen auf der rechten Brust einen brillantierten Silberstern mit dem Ordenszeichen in der Mitte. Das weiße Band mit blauem Seitenstreifen wird von der ersten Klasse über der Schulter, von der zweiten und dritten Klasse um den Hals, von der vierten und fünften Klasse im Knopfloch getragen.

Savaria,

alte Hauptstadt von Pannonia superior, im Gebiet der Bojer, von Kaiser Claudius zur römischen Kolonie erhoben und zeitweiliger Aufenthaltsort der spätern römischen Kaiser.

Ansehnliche Trümmer der Stadt (Tempel, Wasserleitungen, Statuen etc.), die unter ihrem alten Namen bis zur magyarischen Eroberung im 10. Jahrh. fortbestand, finden sich im heutigen Stein am Anger.

Savartine,

1838 von dem französischen Kapitän Savart vorgeschlagene Steinmine (s. d.).

Titel

Savary

(spr. ssáw-), 1) Anne Jean Marie René, Herzog von Rovigo, franz. General, geb. zu Marcq (Ardennen), trat 1790 in die Armee, wohnte als Kapitän den Feldzügen am Rhein unter Custine, Pichegru und Moreau bei, wurde Bataillonschef und ging mit Desaix nach Ägypten. Nach seiner Rückkehr focht er in der Schlacht bei Marengo mit und ward zum Kommandanten der Elitengendarmerie und zum Brigadegeneral befördert. Seit 1802 leitete er die geheime Polizei Bonapartes und beschleunigte die Erschießung des Herzogs von Enghien so,

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