Taktik. Jede Operation ist auf ein bestimmtes
Ziel (Operationsobjekt), meist die feindliche
Armee selbst, gerichtet, da ihre Vernichtung
den
Feldzug entscheidet, das aber auch sonst ein für beide Teile wichtiger
Punkt sein kann. Das
Terrain, auf welchem eine Operation ausgeführt
wird, nennt man das Operationsfeld. Die Ausgangspunkte der Operation, von denen die
Truppen ihre Nachschübe
etc. beziehen, auf die sie nötigen Falls zurückgehen, womöglich durch einen leicht zu verteidigenden
Abschnitt im
Terrain verbunden, bilden die Operationsbasis, die
Eisenbahnen und
Straßen von dort nach dem
Punkt, wo man den Gegner
sucht, die Operationslinien.
(ital.), eine
Oper von kurzer Dauer, auch eine im kleinen
Genre, also s. v. w.
Singspiel,
in welchem
Gesang und gesprochener
Dialog wechseln, und endlich in neuester Zeit s. v. w. Karikaturoper, Persiflageoper,
in welcher die
Handlung nicht nur scherzhaft, sondern niedrig komisch oder parodistisch ist und auch die
Musik jeden ernsthaften
Affekt vermeidet
(Offenbach,
[* 2]
Lecocq,
Strauß
[* 3] u. a.).
Heutzutage kann derjenige,
welcher sich durch einen Neubau geschädigt glaubt, den
Antrag auf Sistierung des
Baues bei der zuständigen Gerichtsbehörde
stellen.
im allgemeinen
Gaben, welche man der
Gottheit darbringt, entweder um ihr
Liebe und Dankbarkeit zu erweisen, oder um ihren
Zorn
zu versöhnen
und sie günstig für sich zu stimmen, oder auch um drohendes Unheil abzuwenden und ihren
Beistand auf sich
herabzuziehen. Der Opferdienst beruht somit auf dem Abhängigkeitsgefühl des
Menschen der
Gottheit gegenüber und ist so alt
wie die
Religion überhaupt. Die
Vorstellung, daß die
Götter sinnliche Bedürfnisse hätten wie die
Menschen, die Bildungsstufe,
auf welcher die Opfernden standen, ihre Beschäftigung und Lebensweise und die
Beschaffenheit der
Produkte, welche ihr
Boden hervorbrachte, bestimmten in alten
Zeiten die Art der Opfer
Hirten und
Jäger brachten
Tiere, ackerbauende
VölkerFrüchte und
Brot
[* 5] dar, ein jeder das
Beste, was er besaß; aber auch
Menschenopfer waren ursprünglich bei den meisten Völkern im
Gebrauch,
und
da man in dem
Feuer ein sichtbares
Symbol derGötter, gleichsam einen
Boten derselben erkannte, so ward
bald dieses als
Mittel ausersehen, die für die
Gottheit bestimmten Opfer in Empfang zu nehmen, sie zu verzehren und als
Rauch
zum Göttersitz emporzutragen. So entwickelte sich das
Brandopfer.
Jene materielle Seite trat aber allmählich in den
Hintergrund, das Opfer wurde immer mehr ein symbolisches,
und schließlich kam die Auswahl der edelsten Erstlingsfrüchte, der reinsten und makellosesten
Tiere nur noch den
Priestern
zu gute, sofern
man nur die unbrauchbaren Teile der
Tiere (Fettteile,
Knochen
[* 6] etc.) mit
Salz,
[* 7]
Mehl,
[* 8]
Honig und Weinspenden opferte,
die genießbaren und wohlschmeckenden dagegen selbst verzehrte. Darauf bezieht sich die griechische
Sage
vom
Prometheus, der den
Zeus
[* 9] bei der Opfermahlzeit um die besten Teile betrogen haben sollte. An die
Brandopfer schloß sich
das noch mehr symbolische
Rauchopfer (s. d.), bei welchem an die
Stelle der
SpeisenSpezereien traten, wie es noch jetzt in der
katholischen
Kirche gebräuchlich ist.
Hinsichtlich der einzelnen
Völker ist folgendes hervorzuheben:
Moses bestimmte in seinem Opfergesetz für
das israelitische
Volk reine, makellose
Haustiere
(Stiere,
Widder, Ziegenböcke,
Turteltauben etc.) und
Früchte als
Sinnbilder
der Hingebung und
Buße seines
Volkes vor
Jehovah. Das mosaische
Gesetz hatte als Opferstätte allein den Tempelvorhof bestimmt;
doch wurde vielfach auch auf
Höhen geopfert, und im
ReichIsrael kannte man gar keine gesetzliche Opferstätte.
Opfer
* 17 Seite 12.403.
Die
Kosten mußte der Privatmann bestreiten, für die öffentlichen Opfer aber sorgte entweder der König oder der
Tempelschatz.
Brandopfer fanden als
Morgen- und Abendopfer beim täglichen
Gottesdienst statt, außerdem bei den großen Nationalfesten,
aber auch bei wichtigen Ereignissen des privaten
Lebens. Mit ihnen regelmäßig verbunden waren
Speise- und Trankopfer,
aus
Ölkuchen und
Wein bestehend. Im übrigen waren die der Israeliten rücksichtlich ihres
Sinnes und
Zweckes teils Dank- und
Freudenopfer, bestehend in
Rind- und Kleinvieh, wovon die Fettstücke verbrannt wurden,
Brust- und
Schulterstücke den
Priestern
gehörten; teils gingen sie aus frommer, freiwilliger Entschließung oder aus einem
Gelübde hervor und
waren dann gewöhnlich mit Opfermahlzeiten verbunden, oder sie waren Sühn- und Schuldopfer, zu denen nur
¶
mehr
Tiere verwendet wurden, und die in größere (mit mehr öffentlichen Charakter) und kleinere zerfielen. Am wichtigsten war
das Sühnopfer für das Volk, das jährlich am großen Versöhnungstag (s. d.) stattfand (vgl. Asasel). Die Priester pflegten
die Darbringenden, zum Zeichen ihrer Versöhnung mit Jehovah, mit dem Blute der geschlachteten Tiere (als dem
Sitz des Lebens, das Gott gehörte) zu besprengen und, wenn es einer allgemeinen Buße und Entsündigung des ganzen Volkes galt,
das Opfertier zu verbrennen, dagegen bei Sühnopfern für Einzelne das Fleisch selbst zu genießen.
Die der alten Inder waren teils Speiseopfer (Ischti) oder Tieropfer (Paçu), teils Trankopfer (Sôma).
Zu den bedeutendsten Opfern der ältern Zeit gehörten das mehrtägige Königsweihopfer (Râdschasûna) und das berühmte
Roßopfer (Açvamêdha), das außer dem Roß 609 Tieropfer erforderte (darunter 260 Waldtiere) und ungeheuern Aufwand verursachte.
Im Verlauf der Zeit kamen die Tieropfer mehr und mehr ab; Opferkuchen von Reis und Gerste
[* 19] traten an ihre
Stelle.
Der Opferdienst selbst war mit einem weitläufigen Zeremoniell verknüpft, das auf das genaueste befolgt werden mußte, wenn
das Opfer Erfolg haben sollte. Im übrigen betrachtet man das Opfer gewissermaßen als einen Vertrag des Menschen mit den Göttern,
der gegenseitig verbindliche Kraft
[* 20] hatte, und die Erfüllung der Bitte war bei richtig vollzogenem Opfer nicht
eine Gnade von seiten der Götter, sondern eine vertragsmäßige Pflicht; ein Dank- oder Sühnopfer, wie die Hebräer, kannten
die Inder nicht.
Vgl. Schwab, Das altindische Tieropfer (Erlang. 1886). -
Die der Ägypter waren dagegen sämtlich zugleich Sühnopfer. Menschen (besonders Fremdlinge), reine,
untadelige Stiere, Kälber wurden geschlachtet, der Leib des Opfertiers mit Brot, Honig und Räucherwerk angefüllt und unter
Begießung von Öl verbrannt. Auch Schweine,
[* 21] Ziegen, Schafe
[* 22] sowie Weizen- und Gerstenähren wurden geweiht. Glänzend war besonders
der Opferdienst der Göttin von Sais (Neith). - Die Griechen brachten vorzugsweise Speiseopfer; Brandopfer
waren auch in späterer Zeit wenig üblich.
In der Homerischen Zeit erhielten vor jeder Mahlzeit die Götter ihren Anteil; bei feierlichen Gelegenheiten aber fanden öffentliche
Opfer statt, unter denen das erste jedesmal der Hestia
[* 23] dargebracht wurde, wie die Inder zuerst dem Agni opferten. Ehe man das Tier
schlachtete, schnitt man ihm die Stirnhaare ab, warf sie als Erstlinge ins Feuer und bestreute dann das
Tier mit Gerstenschrot. Mit dem Blut besprengte man den Altar.
[* 24] Hierauf verbrannte man die Knochen und fleischigen Teile des Schenkels,
wobei Wohlgerüche und Wein zugegossen und während des Opfers Leber, Herz und Lunge
[* 25] geröstet und verzehrt
wurden.
Zuletzt wurde die Zunge des Tiers mit einer Libation verbrannt. Mit den Opfern, die man vor wichtigen Unternehmungen vollbrachte,
war in der RegelWeissagung durch Eingeweideschau verbunden. Die Libationen waren bei den Griechen ursprünglich nur den Manen
gewidmete Trankopfer, meist mit Mahlzeiten verknüpft (vgl. Bernhardi, Das Trankopfer bei Homer, Leipz.
1885); die unblutigen Opfer bestanden in Darbringung der Erstlinge der Früchte, von Kränzen, Gebackenem etc. -
Ähnlich denen der Griechen waren die der Römer. Den Göttern opferte man männliche, den Göttinnen weibliche, den himmlischen
Gottheiten weiße, den unterirdischen schwarze Tiere, wie auch alle Handlungen bei jenen Opfern denen bei
diesen entgegengesetzt waren. Bei
dem Beginn des Opfers ward Stillschweigen geboten (s. Omen) und Wein, Weihrauch, Dinkelmehl
mit Salz (mola salsa) zwischen die Hörner des Tiers gestreut. Die Götter erhielten Teile der innern edlen Eingeweide,
[* 26] Stückchen
von der Hüfte, vom Schwanz und vom Euter, die, mit Weihrauch, Wein und Salz vermischt, verbrannt wurden.
Die Menschenopfer galten dem Wodan und Ziu, im Norden
[* 29] dem Thor; ihnen legte man eine große sühnende Kraft bei.
Nicht nur wurden nach errungenen Siegen
[* 30] die gefangenen Feinde zum Wohlgefallen der Götter an den Bäumen aufgehängt, auch
die eignen Leute opferte man, wenn man die Götter erzürnt glaubte. Eigentümlich war der schwedische Brauch, bei eintretender
Hungersnot den König zu opfern, als das Köstlichste, was man den Göttern darbringen konnte. Ganz besonders
aber stand das Menschenopfer im Dienste der Rechtspflege;
auch von Kinderopfern sind in den alten Sagen noch Spuren vorhanden.
Zu Tieropfern durften nur reine Geschöpfe gewählt werden, deren Fleisch den Menschen genießbar, d. h. zu essen erlaubt,
war. Zu diesen zählten in erster Linie das Roß, das als heiliges Tier verehrt wurde;
auch Widder und Böcke sowie Hunde
[* 32] und Geflügel, welch letztere namentlich als Opfer für die Erntegottheiten
dargebracht wurden (vgl. Jahn, Die deutschen Opfergebräuche bei Ackerbau etc., Bresl. 1884).
Die unblutigen Opfer bestanden in
Festkuchen und Festbroten, in Bier, Eiern, Milch, Honig etc. Die unblutigen Opfer durfte der Opfernde selbst
darbringen, die blutigen dagegen wurden von den Priestern vollzogen und zwar meist bei Anlaß großer Festlichkeiten im Beisein
der gesamten Gaubewohnerschaft. Die Schweden
[* 33] veranstalteten jährlich drei große Opfer, um die Zeit der Herbstnachtgleiche, in der
Mitte des Winters und zum Empfang des Sommers; außerdem beging man alle neun Jahre in Upsala
[* 34] ein großes
Sühnfest, wobei neun Häupter von jeder Tiergattung dargebracht wurden, und ein andres Opferfest, ebenfalls alle neun Jahre
zur Sühne, feierten die Dänen den Todesgöttern, indem sie in Lethra auf Seeland 99 Menschen sowie Pferde,
[* 35] Hunde und Hähne
oder Habichte, jedes in gleicher Anzahl, schlachteten. Außerordentliche Opfer gab es vorzüglich bei kriegerischen Unternehmungen,
bei Königswahlen und Leichenbestattungen. Der Gebrauch, Kriegsgefangene zu opfern, dauerte sogar noch unter den zum Christentum
bekehrten Völkern, z. B. den Goten, Herulern, Langobarden, Sachsen,
[* 36] fort. - Bei den Galliern (Kelten) besorgten die Druiden den
Opferdienst, und zwar hielt man Menschen für die den Göttern angenehmste Opfer Götzenbilder, deren Glieder
[* 37] aus Weiden geflochten waren,
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