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Million - Milo


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Parthey, Leipz. 1836),

um die Kunstgeschichte durch seine »Voyage dans les départements du midi de la France« (1807-11, 5 Bde.) und die »Histoire métallique de la révolution française« (1806; fortgesetzt von Millingen, Lond. 1818; Supplement 1822).

Millĭon

(mittellat.), die Zahl tausendmal tausend oder 1,000,000, ursprünglich eine benannte Zahl, s. v. w. 10 Tonnen Goldes, die Tonne zu 100,000 Einheiten der Landesmünze gerechnet;

zuerst in Frankreich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. als abstraktes Zahlwort üblich.

Millionär, Millionenbesitzer.

Millöcker,

Karl, Operettenkomponist, geb. zu Wien, Schüler des Konservatoriums der Musikfreunde daselbst, wurde 1864 Theaterkapellmeister in Graz, wo er seine ersten (einaktigen) Operetten: »Der tote Gast« und »Die lustigen Brüder«, zur Aufführung brachte, kam in gleicher Eigenschaft 1866 an das Harmonietheater in Wien und nach dem baldigen Eingehen desselben an das deutsche Theater in Pest. In Wien hatte er den Einakter »Diana« auf die Bühne gebracht; in Pest folgte die größere Operette »Die Fraueninsel« nach. Im J. 1869 nach Wien als Kapellmeister am Theater an der Wien berufen, bekleidete er diese Stelle bis 1883 und schrieb während dieses Zeitraums außer einer großen Anzahl von Possenmusiken (darunter die zu »Drei Paar Schuhe«) eine Reihe von Operetten, wie: »Der Regimentstambour« (1869),

»Ein Abenteuer in Wien« (1870),

»Das verwunschene Schloß« (mit Gesängen in oberösterreichischer Mundart, 1877),

»Gräfin Dubarry« (1879),

»Apajune, der Wassermann« (1880),

»Die Jungfrau von Belleville« (1881) und endlich den unzähligemal aufgeführten »Bettelstudenten« (1881),

der Millöckers Ruf vorzugsweise begründete, und dem »Gasparone« (1884) und »Der Feldprediger« (1885) nachfolgten. Millöckers Musik ist, wie sich erwarten läßt, leicht und prickelnd. Auch gab Millöcker mehrere Jahre hindurch die »Musikalische Presse«, eine Sammlung von Klavierstücken, heraus.

Millom,

Stadt in der engl. Grafschaft Cumberland, am Ästuar des Duddon, mit Eisen- und Stahlwerken und (1881) 6228 Einw.

Mills,

Clark, amerikan. Bildhauer, geb. 1815 in der Grafschaft Onondaga in New York, hat sich besonders durch die auch von ihm selbst gegossenen Reiterstatuen des Generals Jackson in New Orleans und Washingtons in Washington (1860) und die Statue der Freiheit auf der Kuppel des Kapitols daselbst bekannt gemacht.

Millstatt,

Marktflecken in Kärnten, Bezirkshauptmannschaft Spittal, am schönen Millstätter See gelegen, hat ein ehemaliges, 1102 gegründetes Benediktinerkloster mit altem Kreuzgang, ein Bezirksgericht, (1880) 762 Einw. und ist wegen der Seebäder und des milden Klimas ein beliebter Sommeraufenthalt.

Millstone

grit (spr. míllstōn gritt), s. Steinkohlenformation.

Milman

(spr. millmän), Henry Hart, engl. Dichter und Historiker, geb. zu London, ausgebildet in Eton und Oxford, ward 1817 Vikar zu St. Mary in Reading, wirkte 1821-31 als Professor der Poesie zu Oxford, erhielt 1835 die Pfründe von St. Margaret in Westminster und ward 1849 Dekan an der St. Paulskirche in London. Er starb daselbst Als Dichter machte er sich durch das heroische Gedicht »Samor, lord of the Bright City« (1818) und die Trauerspiele: »Fazio« (1817),

welches mit Erfolg auf dem Drurylanetheater gegeben wurde, »Fall of Jerusalem« (1820),

»Belzhazzar« (1822),

»Martyr of Antiochia« (1822),

»Anna Boleyn« (1826) u. a. bekannt, als Historiker unter anderm durch die »History of christianity to the extinction of paganism« (1840, 3 Bde.; neue Ausg. 1883),

die er in der »History of christianity down to the reformation« (1853, 4 Bde.) fortsetzte, und die »History of latin christianity« (1854-57, 6 Bde.; neue Ausg. 1883). Diese Werke sichern eine bedeutende Stelle unter den Prosaikern Englands, obgleich sie den strengern Gelehrten nicht ganz zufriedenstellen. Milman schrieb ferner eine »History of the jews« (1829, 3 Bde.; neue Ausg. 1883) und die »Annals of St. Paul's« (2. Aufl. 1869),

eine mit warmem Interesse geschriebene, eingehende Geschichte des ehrwürdigen Gebäudes. Seine »Poetical and dramatic works« erschienen gesammelt London 1839, 3 Bde.

Milne-Edwards,

Henri, franz. Naturforscher, geb. zu Brügge, studierte Medizin in Paris, ward Professor der Naturgeschichte am Lycée Henri IV;

1841 am Museum, 1862 Professor der Zoologie an dieser Anstalt, 1864 Vizedirektor und starb Er schrieb: »Recherches anatomiques sur les crustacés« (Par. 1828);

»Histoire naturelle des crustacés« (das. 1834-41, 3 Bde.);

»Histoire naturelle des corallaires« (das. 1858-60, 3 Bde.);

»Leçons sur la physiologie et l'anatomie comparée de l'homme et des animaux« (das. 1857-83, 14 Bde.);

»Recherches pour servir à l'histoire naturelle des mammifères« (das. 1861-74, 2 Bde.).

Er gab auch Lamarcks »Histoire naturelle des non-vertébrés« (Par. 1836-45, 11 Bde.) heraus.

Milnrow

(spr. -roh), Fabrikort in Lancashire (England), 3 km östlich von Rochdale, mit (1881) 7013 Einw.

Milo

(das alte Melos), griech. Insel im Ägeischen Meer, die südwestlichste der Kykladen, ist 162 qkm (2,95 QM.) groß, hat (1879) 4201 Einw. und ist vulkanischer Natur. Der von der unterirdischen Glut ausgedörrte Boden ist stark salzhaltig und von Höhlen erfüllt; an verschiedenen Stellen äußert sich der Vulkanismus durch Hitze, Dämpfe, flüssigen Schwefel, warme Stahl- und Schwefelquellen. Haupterzeugnisse sind: Schwefel, der dem italienischen vorgezogen wird, Salz, Gips, Bimsstein, Thonerde, Mühlsteine (jährlich ca. 30,000 Stück), Obsidian etc. Die alten Alaunwerke sind nicht mehr im Betrieb.

Getreide reift rasch, aber nicht in genügender Menge; Öl wurde namentlich im Altertum viel, jetzt, ebenso wie Wein, nur wenig produziert. Die Einwohner sind als treffliche Seeleute bekannt. Jetziger Hauptort ist Plaka. In der Nähe befinden sich die Ruinen (besonders zweier Theater) der alten Stadt Melos; Gräber und unterirdische Gewölbe nehmen eine ganze Thalschlucht ein. In diesen Katakomben hat man gemalte Vasen, antike Kleinode, die berühmte Venus von Milo (im Louvre zu Paris, s. Aphrodite), einen trefflichen Asklepioskopf (im Britischen Museum) u. a. gefunden. - Die ursprünglich phönikische Bevölkerung der Insel wurde durch Einwanderer aus Lakonien dorisiert und kämpfte bei Salamis auf seiten der Griechen gegen die Perser. Da sie im Peloponnesischen Krieg neutral bleiben wollte, wurde sie 416 von den Athenern teils getötet, teils zu Sklaven gemacht. Bei Milo Seesieg der Venezianer über die Türken.

Milo,

Titus Annius, röm. Volkstribun 57 v. Chr., Prätor 54, spielte in dieser Zeit des Kampfes zwischen Senats- und Volkspartei eine nicht unbedeutende Rolle, indem er die erstere mit Waffengewalt unterstützte und P. Clodius (s. d.), dem Führer der andern Partei, an der Spitze von Fechterbanden wiederholt in den Straßen von Rom förmliche

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