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in der Hand [* 2] in die Ratsversammlung und brachte den Rat dahin, seinen Beschluß zu ändern. Im J. 241 v. Chr. widersetzte sich der Ermordung ihres Enkels, des Königs Agis, ward deshalb eingekerkert und erdrosselt.
Archidamos - Archimede
in der Hand [* 2] in die Ratsversammlung und brachte den Rat dahin, seinen Beschluß zu ändern. Im J. 241 v. Chr. widersetzte sich der Ermordung ihres Enkels, des Königs Agis, ward deshalb eingekerkert und erdrosselt.
1) Archidamos II., König von Sparta, Sohn des Zeuxidamos, Enkel und Nachfolger des Leotychides, regierte von 468 bis 427 v. Chr. als ein ebenso weiser und umsichtiger wie tapferer und kriegskundiger Regent. Er beendete 455 den dritten Messenischen Krieg durch Einnahme der hartnäckig verteidigten Bergfeste Ithome und eröffnete 431 den Peloponnesischen Krieg, indem er wiederholte Einfälle an der Spitze der Peloponnesier in Attika machte (431, 430, 428). Davon wird der erste Teil des Peloponnesischen Kriegs (431-421, bis zum Frieden des Nikias) Archidamischer Krieg genannt. Ihm folgte 427 sein Sohn Agis I.
2) Archidamos III., Enkel des vorigen, Sohn des Königs Agesilaos, folgte diesem und regierte von 361 bis 338 v. Chr. Schon vor seiner Thronbesteigung gewann er 367 bei Megalopolis gegen die Arkadier und Argeier die sogen. thränenlose Schlacht, wo nicht ein Lakedämonier, wohl aber 10,000 Feinde gefallen sein sollen, und verteidigte 362 Sparta ruhmvoll gegen den Überfall des Epaminondas. Er fiel 338 als Bundesgenosse der Tarentiner im Kampf gegen die Lukaner. Er hatte seinen Sohn Agis II. zum Nachfolger.
Ausdehnung (der festen
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Ausdehnung.(griech.), seit dem 5. Jahrhundert Amtstitel der Vorgesetzten der Diakonen und Gehilfen der Bischöfe bei Verwaltung des Kirchengutes und Handhabung der Jurisdiktion. Als die größere Ausdehnung [* 3] der Bistümer eine Einteilung derselben in Sprengel (Archidiakonate) nötig machte, wurde einem jeden derselben ein Archidiakonus mit weitgehender Amtsgewalt vorgesetzt. Infolge der Tridentiner Beschlüsse nahmen die Bischöfe die den Archidiakonen überlassenen Vorrechte wieder an sich, und es traten seit dem 16. Jahrh. an ihre Stelle die bischöflichen Generalvikare. In der lutherischen Kirche ist der Titel Archidiakonus stellenweise für den ersten Diakon an Stadtkirchen beibehalten. In der anglikanischen Kirche ist der Archidiakonus als Vorsteher eines Sprengels mit eigner Gerichtsbarkeit beibehalten. In der griechischen Kirche ging die Würde ein.
Bezirksstadt in der span. Provinz Malaga, [* 4] an den Abhängen des das Thal [* 5] des Guadalhorce überragenden Gebirges und an der von Bobadilla nach Granada [* 6] führenden Eisenbahn, welche die Stadt mittels eines 1000 m langen Tunnels unterfährt, mit (1878) 8048 Einw., Marmorbrüchen und römischen Altertümern.
(lat.), Erzherzog. ^[= ein dem österreich. Haus eigentümlicher Titel, angeblich von Kaiser Friedrich ...]
Rom
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Rom.Arzt, Sohn des Philippos, geboren zu Apameia in Syrien, Schüler des Agathinos, lebte unter der Regierung Trajans in Rom und [* 7] gewann so großen Ruhm, daß Juvenalis seinen Namen zur Bezeichnung eines großen Arztes gebrauchte. Manche rechnen ihn zu den Pneumatikern, andre zu den Methodikern; auch wird er als einer der berühmtesten Vertreter der eklektischen Schule genannt. Er war einer der ersten Chirurgen seiner Zeit und wandte bei der Amputation die prophylaktische Unterbindung der Hauptblutgefäße an. Von seinen Schriften finden sich Fragmente bei Aëtius und Orobasius.
(griech.), s. Urzeugung. ^[= (Archigonia, Selbstentstehung, Abiogenesis, auch freiwillige Zeugung, Generatio aequivoca s. ...]
Vers, daktylischer Vers, angeblich von Archilochos erfunden, besteht aus 2½ Füßen (-^ ^ |-^ ^ |^) von denen die beiden Daktylen nie in einen Spondeus zusammengezogen werden dürfen.
Archilochos ließ denselben auf einen heroischen Hexameter folgen (vgl. Horaz' Oden, IV, 7) oder verband ihn mit einer iambischen Dipodie zu einem Vers, welchem ebenfalls ein Hexameter vorausging (z. B. Horaz' Epode 13).
Seine feste Stelle hat er im elegischen Pentameter, dessen zweite Hälfte stets ein archilóchischer Vers sein muß.
berühmter griech. Lyriker, namentlich als Iambograph hervorragend, aus Paros, Sohn des Telesikles und einer Sklavin, begleitete 720 oder 708 v. Chr. eine Kolonie nach Thasos an der thrakischen Küste, verließ aber auch diesen Ort bald wieder, durch Armut und Anfeindungen vertrieben, die er sich durch seine maßlose Schmähsucht zugezogen, und scheint seitdem an verschiedenen Orten Griechenlands gelebt zu haben. Nach Paros zurückgekehrt, fand er seinen Tod im Kampf gegen die Naxier.
Die tiefe Erbitterung, in welche Armut und mannigfache Unfälle von Jugend an sein reizbares Gemüt versetzt hatten, äußerte sich in seinen Gedichten in herbem Spott über die Welt, selbst über seine Freunde, und in erbarmungslosen Schmähungen seiner Feinde. Von der tödlich verletzenden Wirkung seiner Iamben, welche darum sprichwörtlich waren, erzählte man, daß Lykambes, der ihm die früher verlobte Tochter Neobule verweigerte, sich mit seiner Familie in Verzweiflung über seine heftigen Angriffe erhängte.
Kraft [unkorrigiert]
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Kraft.Die Alten stellten ihn wegen der Genialität, mit der er eine Fülle neuer metrischer Formen erfand und meisterhaft handhabte, neben Homer, Pindar und Sophokles. Die leider nicht zahlreichen Fragmente seiner Dichtungen (außer Iamben und Epoden, deren Form und Geist Horaz nachahmte, Hymnen, Elegien, Skolien etc.) bekunden eine mit strotzender Kraft [* 8] gepaarte ungemeine Leichtigkeit und Gewandtheit des Ausdrucks. Beste Sammlung derselben in Schneidewins »Delectus poetarum graecorum« und Bergks »Poetae lyrici graeci«; Übersetzung von Herder (in den »Zerstreuten Blättern«),
Weber (»Elegische Dichter der Hellenen«, Frankf. a. M. 1826) und Hartung (Leipz. 1857).
(griech.), in der griechischen Kirche s. v. w. Vorsteher des Klosters, Abt.
Mathematiker und Physiker, geboren zu Syrakus [* 9] wahrscheinlich 287 v. Chr., ein Verwandter des Königs Hieron II., zu dem er in freundschaftlicher Beziehung stand, nach einer andern Angabe aber von niederer Herkunft. Während eines Aufenthalts in Ägypten [* 10] dürfte er mit den alexandrinischen Gelehrten in Beziehung getreten sein. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, lebte er den Wissenschaften, suchte dieselben aber auch für die Zwecke der Praxis nützlich zu machen, und gerade seine Leistungen in der praktischen Mechanik haben ihm den meisten Ruhm verschafft.
Archimedische Schraube
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Seite 1.773.Nach Livius waren es nur seine kunstreichen Kriegsmaschinen, welche zwei Jahre lang alle Angriffe der Römer [* 11] unter Marcellus auf Syrakus vereitelten und namentlich der römischen Flotte die schwersten Verluste beibrachten; nur durch Überrumpelung von der Landseite aus konnte Marcellus 212 sich der Stadt bemächtigen, bei welcher Gelegenheit Archimedes im 75. Altersjahr von einem römischen Soldaten inmitten geometrischer Studien erschlagen wurde. Marcellus ließ ihm ein Grabmal setzen mit der von Archimedes selbst für diesen Zweck angegebenen [* 1] Figur, die sich auf den geometrischen Satz bezog, daß die Inhalte eines Kegels, einer Halbkugel und eines Cylinders von gleicher Basis und gleicher Höhe sich verhalten wie 1:2:3; ¶
Elliot - Ellipse
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Ellipse.an dieser [* 12] Figur erkannte Cicero später das Grabmal wieder, als er 75 als Quästor in Syrakus verweilte. Von seinen im dorischen Dialekt abgefaßten Schriften sind uns, der wahrscheinlichen Entstehungszeit nach geordnet, folgende erhalten: zwei Bücher über das Gleichgewicht [* 13] der Ebenen (mit einer eingeschobenen Abhandlung über die Quadratur der Parabel), [* 14] zwei Bücher von der Kugel und vom Cylinder, die Kreismessung, die Schrift über die Spiralen, das Buch von den Konoiden und Sphäroiden, die Sandrechnung, zwei Bücher von den schwimmenden Körpern (nur in lateinischer Übersetzung erhalten), Lemmata (in arabischer Übersetzung). Die erste Ausgabe, griechischer Text mit lateinischer Übersetzung nebst Kommentar des Eutokios von Askalon, besorgte Th. Geschauff, genannt Venatorius (Basel [* 15] 1544); die vollständigste Textausgabe ist die von Torelli (Oxf. 1792); eine neue Ausgabe mit lateinischer Übersetzung besorgte Heiberg (Leipz. 1880-81, 3 Bde.), der auch »Quaestiones Archimedeae« (Kopenh. 1879) veröffentlichte. Eine deutsche Übersetzung lieferte Nizze (Strals. 1825), eine französische Peyrard (Par. 1808, 2 Bde.). - Von den geometrischen Leistungen des Archimedes sind der Nachweis, daß der Kreisumfang zwischen dem 3 1/7 und dem 3 10/71fachen des Durchmessers liegt, die Quadratur der Parabel und Ellipse, [* 16] die Untersuchung der Eigenschaften der nach ihm benannten Spirale sowie die Kubatur der Kugel, des Sphäroids und der Konoide besonders hervorzuheben.
Durch eine sinnreiche Gliederung des dekadischen Zahlensystems wird es ihm in seiner »Sandrechnung« möglich, eine Zahl anzugeben, welche die Anzahl der Sandkörner, welche die Fixsternsphäre zu fassen vermag, noch übertrifft. Archimedes hat ferner die mathematischen Grundlagen für die Statik der festen und tropfbarflüssigen Körper geschaffen: er stellte das Gesetz für das Gleichgewicht am Hebel [* 17] auf, ermittelte mit Hilfe desselben die Schwerpunkte ebener Flächen und entdeckte das Gesetz des hydrostatischen Auftriebs, daß jeder Körper, in eine Flüssigkeit getaucht, so viel an Gewicht verliert, als das Gewicht der von ihm verdrängten Flüssigkeit beträgt (Archimedisches Prinzip, vgl. Hydrostatik). [* 18]
Nach dem Bericht des Vitruv hatte Hieron dem den Auftrag erteilt, zu untersuchen, ob eine angeblich aus reinem Gold [* 19] hergestellte Krone Silber enthalte. Während er über diese Aufgabe nachdachte, trat nun in ein Badehaus und bemerkte beim Einsteigen in die Badewanne, daß so viel Wasser ausfloß, als sein Körper verdrängte. Dadurch auf den richtigen Gedanken gebracht, soll er mit dem Freudenruf: »Heureka« (»ich hab's gefunden !«) nach Hause geeilt sein, wo er mit Kugeln von reinem Gold und reinem Silber weitere Versuche anstellte.
Schiff I
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Schiff.Über die darauf bezügliche Rechnung, sogen. »Kronenrechnung«, vgl. Alligationsrechnung. Für die Leistungen des in der praktischen Mechanik spricht die von Proklos berichtete Thatsache, daß er eine Vorrichtung herstellte, mit deren Hilfe der König Hieron allein ein schweres Schiff [* 20] vom Stapel lassen konnte; wahrscheinlich bediente er sich dazu eines Flaschenzugs. Von dem hohen Vertrauen in die Leistungsfähigkeit seiner Maschinen zeugt auch der stolze Ausspruch: »Gib mir, wohin ich gehe, und ich bewege die ganze Erde«.
Die gewaltigen Kriegsmaschinen, mit denen Archimedes seine Vaterstadt verteidigte, waren nach dem Zeugnis des Livius und Polybios Wurfmaschinen; daß er durch Brennspiegel die feindlichen Schiffe [* 21] in Brand gesetzt habe, ist eine Erfindung späterer Zeiten. Dagegen ist die Verwendung der Schraube zum Wasserheben (archimedische Schraube) wahrscheinlich seine Erfindung. Über den dem Archimedes zugeschriebenen, vielleicht durch Wasser bewegten Himmelsglobus vgl. Hultsch in Schlömilchs »Zeitschrift für Mathematik und Physik«, 22. Jahrg. (1877), histor.-litt. Abt., S. 106; über die in Distichen abgefaßte Aufgabe, die unter dem Namen des Archimedischen Rinderproblems bekannt ist, vgl. Krumbiegel und Amthor in derselben Zeitschrift, 25. Jahrg. (1880), S. 121 u. 155.