Hauptteil

Seite 39.408

Osborne - Osterwald


Elemente

Österley,

1) Karl Wilh. Friedr., Historienmaler und Radierer, geb. zu Göttingen, besuchte die dortige Universität, um Geschichte und Theorie der Kunst zu studieren, erlangte die Doktorwürde und ging 1824 nach Dresden, wo er Schüler Matthäis wurde, unter dessen Leitung er sein erstes größeres Ölbild: Götz von Berlichingen im Kerker zu Heilbronn (1826), malte;

1827 ging er nach Italien, studierte dort die Werke der alten Florentiner, kehrte 1829 nach Göttingen zurück, habilitierte sich als Docent für Kunstgeschichte, wurde 1831 außerordentlicher, 1842 ordentlicher Professor, gab von 1832 an mit K. O. Müller die «Denkmäler der alten Kunst» heraus und ging, um sich der Historienmalerei zu widmen, 1836 nach Düsseldorf, wo sein Bild: die Tochter Jephthas entstand.

Nachdem er sich dann, um ein Freskobild der Himmelfahrt Christi in der Schloßkirche zu Hannover zu malen, in München mit dieser Technik bekannt gemacht hatte, besuchte er 1842 Paris, ging 1844 wiederum nach Düsseldorf und malte dort eins seiner besten Bilder: Christus von der Thür des Ahasverus verstoßen (1844), infolge dessen er Hofmaler wurde. Unter seinen übrigen zahlreichen Bildern, in denen ein tiefer sittlicher Ernst und ein der Schadowschen Schule ähnliches Kolorit herrschen, sind die bedeutendsten: Christus segnet die Kinder (1841), Beatrice erscheint dem Dante vor dem Eingang des irdischen Paradieses (1845), Lenore mit ihrer Mutter, nach Bürgers Ballade (1847), die Mühseligen und Beladenen (1851, Altarbild), Christus am Kreuz (1852, Kirche im Kloster Lokkum), Dornröschen, Memlinc im Hospital zu Brügge, Kartons zu Glasmalereien in der Schloßkirche zu Hannover, und unter den Porträten bekannter Persönlichkeiten: Justizrat Hugo, Hofrat Hausmann, Abt Lücke, Schlosser, Gervinus, König Ernst August, Graf von Münster und mehrere Kollektivporträte. Er hat auch mehrere Blätter radiert und lithographiert.

2) Karl August Heinrich Ferdinand M., Landschaftsmaler, geb. zu Göttingen, Sohn und Schüler des vorigen, besuchte das Polytechnikum in Hannover und ging 1857 auf die Akademie in Düsseldorf, wo er Schüler von Deger wurde, unter dessen Leitung er zwei Bilder aus der religiösen Historie malte. Als er 1865 nach Lübeck ging und Memlincs Passionsbild kopierte, wurde er durch die dortige Natur angeregt und versuchte sich mit Erfolg in Landschaften aus Lübecks Umgegend und einigen Architekturbildern mit Genrestaffage, die großen Beifall fanden.

Von Lübeck aus machte er 1870 seine erste, später fast jährlich wiederholte Reise nach Norwegen. Später nahm er seinen Wohnsitz in Hamburg. Unter seinen größern Landschaften aus Norwegen und der Lüneburger Heide sind zu erwähnen: Mitternachtsstimmung bei den Lofoten, norwegische Gebirgsschlucht, Romsdalsfjord, norwegischer Fjord (sämtlich im Privatbesitz zu Hamburg) und der Raftsund im nördlichen Norwegen (1879, goldne Medaille, Museum in Breslau).

facebook