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| Lösung | die Vereinigung eines starren, flüssigen oder gasförmigen Körpers mit einem flüssigen / 724 |
Lösung
724 Wörter, 5'255 Zeichen
Lösung,
die Vereinigung eines starren, flüssigen oder gasförmigen
Körpers mit einem flüssigen zu einem homogenen
Ganzen, auch dieses letztere selbst.
Charakteristisch für die Lösung
ist, daß bei ihrer
Bildung kein
chemischer Prozeß
verläuft, und daß mithin der gelöste
Stoff mit allen seinen
Eigenschaften unverändert wieder erhalten werden kann, sobald
man ihm das Lösung
smittel entzieht. So gibt
Zucker
[* 2] mit
Wasser eine vollkommene Lösung
, und wenn aus derselben das
Wasser an der
Luft, schneller beim Erhitzen, verdampft, so bleibt unveränderter
Zucker zurück.
* 4 Schwefelsäure.
Dagegen gibt
Eisen
[* 3] beim Übergießen mit
Schwefelsäure
[* 4] zwar auch eine Lösung;
aber das dabei unter Brausen entweichende
Gas deutet
schon auf einen chemischen
Prozeß hin, und in der That entsteht hier zunächst schwefelsaures
Eisenoxydul, und dieses
Salz,
[* 5] nicht das
Eisen, löst sich in dem
Wasser, mit welchem die
Schwefelsäure verdünnt war, und bleibt beim
Verdampfen desselben zurück. Um starre
Körper schnell zu lösen, muß man sie pulvern und womöglich dicht unter der Oberfläche
des Lösung
smittels anbringen.
Liegt das
Pulver am
Boden des
Gefäßes, so entsteht hier eine starke Lösung
, die sich nicht mit dem übrigen
Lösung
smittel mischt und bald das
Vermögen verliert, noch mehr von dem starren
Körper zu lösen. Die gewöhnlichsten Lösung
smittel
sind:
Wasser,
Alkohol und
Äther, dann
Benzin,
Schwefelkohlenstoff,
Chloroform.
Wärme
[* 6] beschleunigt im allgemeinen die Lösung
, und meist
nimmt ein Lösungsmittel bei höherer
Temperatur größere
Mengen löslicher
Körper auf als bei niederer.
Für jeden Temperaturgrad ist die Löslichkeit der Körper eine ganz konstante; eine Lösung, welche von einem Körper so viel gelöst enthält, wie sie bei der betreffenden Temperatur gelöst enthalten kann, heißt gesättigt. Wird eine gesättigte Lösung erwärmt, so vermag sie von demselben Körper abermals etwas zu lösen; wird sie aber abgekühlt, so scheidet sich ein der Abkühlung entsprechender Teil des gelösten Körpers, oft in Kristallen, aus, und die Lösung ist dann nur noch für diese niedere Temperatur gesättigt. Nicht bei allen Körpern wächst die Löslichkeit gleichmäßig mit der Temperatur, und manche sind in der Kälte löslicher als in der Wärme. Wie Temperaturschwankungen, wirken auf die Löslichkeit auch Zusätze ¶
andrer Substanzen. Salze, die in Alkohol weniger löslich sind als in Wasser, werden aus ihrer wässerigen Lösung durch Alkohol gefällt. Die Löslichkeit des salpetersauren Natrons in Wasser wird verringert durch Gegenwart von Kochsalz, die des salpetersauren Bleies wird erhöht durch Gegenwart von salpetersaurem Kali. Einer Lösung kann der gelöste Körper durch Schütteln mit einer andern Flüssigkeit, in welcher er leichter löslich ist, größtenteils entzogen werden. So gehen Alkaloide aus wässeriger Lösung beim Schütteln mit Benzin, Amylalkohol etc. in letztere über, und wenige Tropfen Schwefelkohlenstoff entziehen großen Quantitäten Wasser Spuren von gelöstem Jod.
Häufig verläuft bei der Auflösung eines Körpers insofern ein chemischer Prozeß, als sich eine Verbindung des sich lösenden Körpers mit dem Lösungsmittel bildet. Löst man z. B. gewisse wasserfreie Salze in Wasser, so muß man in der Lösung diejenige Verbindung des Salzes mit Wasser als vorhanden annehmen, welche beim Verdampfen des Lösungsmittels kristallisiert. In solchen Fällen wird bei Auflösung in der Regel Wärme frei, während in den Fällen, in welchen sich keine chemische Verbindung bildet, meist viel Wärme gebunden wird, also oft eine bedeutende Temperaturerniedrigung stattfindet (s. Kältemischungen).
Lösungen starrer Körper in Wasser sind stets spezifisch schwerer als reines Wasser, doch bewirken gleiche Gewichtsmengen verschiedener Körper bei der Lösung in gleich viel Wasser nicht die gleiche Erhöhung des spezifischen Gewichts. Zum Teil hängt dies mit Volumveränderungen zusammen, denn häufig findet bei der Lösung Verdichtung statt, seltener, z. B. beim Zucker, starke Volumvergrößerung. Die Lösungen besitzen einen je nach der Natur und Menge der gelösten Substanz ungleich erhöhten Siedepunkt. Die folgende Tabelle enthält die Siedepunkte einiger gesättigten Lösungen:
| Name der Lö |
Siedepunkte | Quantität des Salzes, welche 100 Teile Was |
|---|---|---|
| Koh |
104.6 | 48.5 |
| Chor |
108.3 | 59.1 |
| Chlor |
108.4 | 41.2 |
| Chlorammonium | 114.2 | 88.9 |
| Salpeter |
115.9 | 335.1 |
| Salpeter |
121.0 | 224.8 |
| Koh |
133.0 | 205.0 |
| Chlorcalcium | 179.5 | 325.0 |
* 8 Pfropfen.
Manche Salze (schwefelsaures, kohlensaures, essigsaures, unterschwefligsaures Natron, Bittersalz, Chlorcalcium) bilden übersättigte Lösungen, d. h. gesättigte Lösungen können in vollkommener Ruhe, bei Abschluß der Luft oder unter einem lockern Pfropfen [* 8] von Baumwolle [* 9] unter die Temperatur erkalten, bei welcher sich ein Teil des gelösten Körpers ausscheiden sollte, ohne daß dies stattfindet; wenn aber die so entstandene übersättigte Lösung mit der Luft in Berührung kommt, umgegossen wird oder mit einem vorher nicht erhitzten Körper, besonders mit einem Kristall des gelösten Stoffes, berührt wird, so gibt sie plötzlich eine reiche Kristallisation oder erstarrt auch wohl zu einem Kristallbrei.
Ende Lösung
→Seite 10.920: Losurteil =s. v. w. Gottesurteil, s. Ordalien.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band: Königshofen - Luzon, Seite 919; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/loesung
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